Muss ich wirklich jeden mögen, wenn wir doch alle eins sind?
❓ FRAGE:
Ich bin etwas verwirrt. Da ist dieses Zitat von Abraham: „Die Emotionen, die Sie empfinden, sind stets Indikatoren für die schwingungsmäßige Harmonie oder Disharmonie zwischen den Gedanken, auf die sich Ihr menschlicher Verstand konzentriert, und dem, was Ihre umfassendere nicht-physische Perspektive dazu meint.“ Bedeutet das also, wenn ich eine Abneigung gegen den Geruch oder das Wesen eines Menschen verspüre, dass dies auf ein disharmonisches Denken hindeutet, so als ob meiner „nicht-physischen Essenz“ alles gefallen müsste, nur weil wir alle eins sind? Oder ist es ein Fehler in meiner Einstellung, wenn ich mich in der Gegenwart von jemandem nicht wohlfühle, und muss ich nun versuchen, dieses Wohlbefinden künstlich zu erzwingen?
❗️ ANTWORT von lee:
Erstens betrachtet Ihre nicht-physische Perspektive die Welt und die Menschen völlig anders – sie sieht sie als Teile Ihrer eigenen Ganzheit.
Zweitens basiert Ihr Ego auf dem Prinzip der Trennung, weshalb Sie aus der Fülle der Unterscheidungen gezielt das „Unangenehme“ herausgreifen.
Hierbei handelt es sich um zwei grundverschiedene Blickwinkel und nicht um den Versuch, Ihnen einzureden, dass diese Trennung erstrebenswert sei.
Abraham spricht nicht davon, dass Sie sich mit Unliebsamem arrangieren sollen, sondern davon, dass Sie sich nicht in die Abhängigkeit von äußeren Umständen begeben sollten.
Deshalb rät er dazu, die Aufmerksamkeit nicht auf das Unangenehme zu richten, um die Erfahrung der Trennung nicht noch weiter zu verstärken.
Er schlägt vor, sich auf das zu konzentrieren, was Sie genau in diesem Moment erfreut, um aus diesem ZUSTAND DER FREUDE eine neue Perspektive zu gewinnen. Dann verändern sich die äußeren Gegebenheiten so, dass das Unangenehme entweder transformiert wird oder ganz aus Ihrem Leben verschwindet. Völlig ohne Ihr eigenes Zutun.
Wenn Sie jedoch auf der Sichtweise der Trennung und den negativen Aspekten beharren, werden Sie diese sicher nicht los und verwehren sich zudem die Erkenntnis der nicht-physischen Sichtweise.
Dazu eine einfache Analogie:
Jemand sitzt auf einem Berggipfel und beschreibt seinen Blick auf das Tal, während Sie selbst unten im Tal stehen und Ihre eigene, eingeschränkte Sicht haben. Ihnen wird zunächst vermittelt, dass von oben betrachtet ein anderes Bild existiert. Dabei leugnet die Person auf dem Berg keineswegs das, was Sie unten wahrnehmen. Sie beschreibt Ihnen jedoch nicht nur ihre Aussicht, sondern weist Ihnen auch den Weg, den man nur von oben erkennen kann. Sich auf das Angenehme zu konzentrieren bedeutet, auf diese Ratschläge von oben zu hören, um zu einem weitaus schöneren Ort zu gelangen.




