Singapur erkennt Mind- und E-Sportarten offiziell als Sport an
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Mit der Verabschiedung des Singapore Sports Council (Amendment) Bill am 14. Januar 2026 hat Singapur einen wesentlichen Schritt zur Erweiterung der offiziellen Sportdefinition im Inselstaat vollzogen. Diese Gesetzesänderung inkludiert Mind-Sportarten wie Schach und Bridge sowie den E-Sport formell in den Geltungsbereich des Sportrechts. Der Gesetzentwurf wurde bereits am 4. November 2025 vom amtierenden Minister für Kultur, Gemeinschaft und Jugend, David Neo, eingebracht, um die Zuständigkeiten von Sport Singapore (SportSG) an die gewandelten sportlichen Ambitionen der Bevölkerung anzupassen.
Die formelle Anerkennung spiegelt die weltweit zunehmende Popularität dieser Disziplinen wider, was sich unter anderem in ihrer Aufnahme in große Multisportveranstaltungen wie die Südostasienspiele (SEA Games) und die Asienspiele zeigt. Insbesondere die Asienspiele 2026 werden elf Medaillenentscheidungen im E-Sport umfassen, was die Etablierung dieser digitalen Wettkämpfe weiter legitimiert. David Neo, der auch Senior Minister of State für Bildung ist und zuvor als Generalmajor der Armee diente, hob hervor, dass das Gesetz ein wichtiger Wegbereiter sei, um die Sportkultur Singapurs inklusiv, dynamisch und zukunftssicher zu gestalten.
Die Novelle zielt darauf ab, die Unterstützung von SportSG für diese neuen Sportformen entsprechend ihren spezifischen Erfordernissen und Governance-Standards zu kalibrieren. Über die Neudefinition hinaus stärkt die Gesetzgebung die ganzheitliche Bildungs- und Karriereunterstützung für Athleten erheblich. Dies wird durch die Zusammenlegung der Singapore Sports School und des High-Performance Sports Initiative (HPSI) Ökosystems zu einer einzigen Institution erreicht, um eine umfassende Betreuung von Training über Studium bis zum Wettkampf unter einem Dach zu gewährleisten. Diese Konsolidierung ist Teil des Kallang Alive Masterplans und dient der Optimierung der Athletenentwicklung des Team Singapur.
Darüber hinaus sieht die Gesetzesinitiative eine Stärkung des Behindertensports vor, indem der Singapore National Paralympic Council (SNPC) als zentraler Partner von SportSG anerkannt wird, analog zur Stellung des Singapore National Olympic Council (SNOC). Die erweiterten Zuständigkeiten von SportSG umfassen nun auch die Überwachung von Trainingsstrukturen, Coaching-Standards und die Akkreditierung von Einrichtungen für E-Sport und Mind-Sportarten, Bereiche, die zuvor traditionellen Sportarten vorbehalten waren. Um dieser erweiterten Reichweite Rechnung zu tragen, sieht der Gesetzentwurf technische Anpassungen vor, wie die Erhöhung der maximalen Mitgliederzahl des SportSG-Vorstands von 15 auf 25 Personen, um eine diversifiziertere Vertretung zu ermöglichen.
Die Anerkennung dient auch strategischen Zielen, da Singapur seine Position als asiatischer E-Sport-Hub festigen möchte, was durch die Ausrichtung großer Turniere wie The International 2022 und die erste Olympic Esports Week 2023 belegt wird. Die Gesetzgebung unterstützt somit die vielfältigen sportlichen Ambitionen der Bürger und bekräftigt den Grundsatz der Zugänglichkeit von Sport, unabhängig von Alter oder Fähigkeit. Die Umsetzung des Gesetzes erfolgt in enger Koordination mit Branchenpartnern wie der Singapore Cybersports and Online Gaming Association und der Singapore Esports Association sowie Gesundheitsbehörden. Die jüngsten Erfolge bei den letzten SEA Games, bei denen 900 Athleten 202 Medaillen, darunter 52 Goldmedaillen, gewannen, unterstreichen die Notwendigkeit dieses zukunftsorientierten Rahmens.
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Quellen
Tamil Murasu
Channel NewsAsia (CNA)
Yahoo News Singapore
Prime Minister's Office Singapore
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