Algeriens technologischer Sprung: Erfolgreicher Start des Satelliten Alsat-3A festigt Weltraumambitionen

Bearbeitet von: Svetlana Velgush

Am 15. Januar 2026 erreichte Algerien einen entscheidenden Meilenstein in der Entwicklung seiner nationalen Weltraumtechnologie durch den erfolgreichen Start des sechsten Satelliten, Alsat-3A. Die Mission wurde vom chinesischen Kosmodrom Jiuquan um exakt 12:01 Uhr chinesischer Standardzeit eingeleitet. Als Transportmittel diente eine zweistufige Trägerrakete vom Typ „Langer Marsch 2C“ (Long March 2C), die das technologisch hochentwickelte Gerät sicher in den Weltraum beförderte.

Dieser Start markierte die dritte chinesische Weltraummission im Jahr 2026 und festigte die strategische Partnerschaft zwischen der algerischen Raumfahrtbehörde ASAL (Agence Spatiale Algérienne) und der China Aerospace Science and Technology Corporation (CASC). Die hohe staatliche Bedeutung des Projekts wurde durch die Anwesenheit von Armeegeneral Saïd Chengriha verdeutlicht. Als delegierter Minister für nationale Verteidigung und Chef des Generalstabs der Nationalen Volksarmee (PNA) überwachte er die Operation direkt von Algerien aus, was den strategischen Wert dieses nationalen Aktivpostens unterstreicht.

Der in Kooperation mit chinesischen Institutionen entwickelte Alsat-3A ist darauf ausgelegt, die nationalen Kapazitäten im Bereich der Erdfernerkundung signifikant zu erweitern. Zu den Einsatzgebieten gehören die hochpräzise Kartierung, das Management natürlicher Ressourcen sowie die effektive Prävention von Naturrisiken. Mit einer Beobachtungsstreifenbreite von 17,5 Kilometern und einer Wiederholrate von nur drei Tagen bietet der Satellit die notwendige technische Basis für ein zeitnahes und präzises Monitoring der Erdoberfläche.

Bei diesem Gerät handelt es sich um den ersten von insgesamt zwei optischen Fernerkundungssatelliten, die auf Grundlage eines im Juli 2023 unterzeichneten umfassenden Vertrags zwischen CASC und ASAL geliefert werden. Die Vereinbarung folgt einem „schlüsselfertigen“ Modell zur Entwicklung von Weltraumkapazitäten in afrikanischen Ländern. Dies beinhaltet nicht nur die Bereitstellung der Hardware, sondern auch die Lieferung von Bodensystemen, umfassende Schulungsprogramme für das Personal sowie weitreichende technische Unterstützung.

Die für den Transport von Alsat-3A eingesetzte Trägerrakete „Langer Marsch 2C“ wurde von der Chinesischen Akademie für Trägerraketentechnik (CALT) entwickelt. Das System weist eine Gesamthöhe von 42 Metern auf und nutzt eine bewährte Treibstoffkombination aus Distickstofftetroxid und unsymmetrischem Dimethylhydrazin. Mit diesem erfolgreichen Einsatz verzeichnete die „Langer Marsch“-Raketenfamilie ihren insgesamt 626. Flug, was die technologische Reife des Programms demonstriert.

Der erfolgreiche Start setzt eine Reihe von Kooperationen fort, die im Dezember 2017 mit der Platzierung des ersten algerischen Kommunikationssatelliten Alcomsat-1 im Orbit begannen. Mahmoud Ali Youssouf, der Vorsitzende der Kommission der Afrikanischen Union (AU), übermittelte seine Glückwünsche und betonte, dass Alsat-3A ein wichtiger Schritt für die geospatialen Fähigkeiten Afrikas sei. Es wird erwartet, dass die Daten des neuen Satelliten maßgeblich zur Umsetzung nationaler und kontinentaler Prioritäten im Rahmen der „Agenda 2063“ der Afrikanischen Union beitragen werden.

Alsat-3A ergänzt die bestehende Satellitenkonstellation der im Jahr 2002 gegründeten ASAL, zu der bereits die Modelle Alsat-2A (2010) und Alsat-2B (2016) gehören. Die aktive Beteiligung algerischer Experten an der Entwicklung bestätigt die staatlichen Bemühungen zur Beherrschung fortschrittlicher Weltraumtechnologien. Diese Strategie ist Teil des Nationalen Weltraumprogramms (PSN) mit einem Zeithorizont bis 2040, wodurch sich Algerien als einer der aktivsten und ambitioniertesten Akteure auf dem afrikanischen Raumfahrtmarkt positioniert.

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Quellen

  • Telecompaper

  • Space in Africa

  • Ecofin Agency

  • AL24 News

  • KUNA

  • African Union

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