Slowakei stoppt Stromlieferungen an Ukraine nach Unterbrechung des russischen Gastransits
Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich
Die Slowakische Republik hat am 23. Februar 2026 die Ausfuhr von Elektrizität in die Ukraine eingestellt. Diese Maßnahme erfolgte als direkte Reaktion auf die anhaltende Unterbrechung des russischen Gastransits durch die Druschba-Pipeline. Premierminister Robert Fico bestätigte die Entscheidung und verwies auf eine frühere Ankündigung, dass Kiew bei einer Bitte um Netzstabilisierungshilfe keine Unterstützung erhalten würde, solange der Gastransit nicht wiederhergestellt sei.
Fico hatte den staatlichen Netzbetreiber SEPS angewiesen, die Notstromlieferungen an die Ukraine am 23. Februar einzustellen, falls die russischen Gaslieferungen bis dahin nicht wieder aufgenommen würden. Versuche des Premierministers, die Situation telefonisch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu klären, blieben ohne unmittelbare Lösung; Selenskyj signalisierte lediglich Gesprächsbereitschaft nach dem 25. Februar. Angesichts des von der slowakischen Regierung wegen der außergewöhnlichen Gassituation ausgerufenen Notstands sah sich die Regierung gezwungen, diese erste reziproke Maßnahme zu ergreifen.
Die jüngsten Stromexporte zur Stabilisierung des ukrainischen Energiesystems im Januar 2026 waren laut Fico doppelt so hoch wie die gesamten Exporte des gesamten Jahres 2025, was auf eine signifikante jüngste Belastung hindeutet. Die Slowakei war historisch gesehen ein wichtiger Stromlieferant für das durch russische Angriffe geschwächte ukrainische Netz und lieferte im Januar 2026 18 Prozent der ukrainischen Stromimporte. Diese Energieauseinandersetzung zwischen Bratislava und Kiew, ausgelöst durch die Unterbrechung der Öllieferungen, stellt die regionale Stabilität auf eine harte Probe.
Die Spannungen wurden durch die Unterbrechung der Öltransite über die Druschba-Pipeline verschärft, die seit dem 27. Januar 2026 infolge eines russischen Drohnenangriffs auf die Infrastruktur bei Brody andauert. Die Raffinerie Slovnaft in Bratislava, die zum MOL-Konzern gehört, verzeichnete einen Verlust von 60 bis 70 Prozent ihres Einsatzmaterials aufgrund dieser Abhängigkeit. Die Slowakei hatte bereits am 18. Februar 2026 den Öl-Notstand ausgerufen und 250.000 Tonnen aus ihren Reserven mobilisiert, obwohl die EU-Kommission erklärte, dass Notreserven von mindestens 90 Tagen bestünden.
Die geopolitische Dimension wird durch die Verwicklung Ungarns verstärkt, das drohte, das zwölfte EU-Sanktionspaket gegen Russland zu blockieren, falls die Lieferungen unter dem Freundschaftsabkommen nicht wieder aufgenommen würden. Die slowakische Regierung signalisierte, dass die Unterstützung für den EU-Beitritt der Ukraine überprüft werde, sollte Kiew weiterhin strategische Interessen der Slowakei bezüglich der Lieferungen beeinträchtigen. Die Situation veranschaulicht die komplexe Verflechtung von Energieinfrastruktur, nationalen Sicherheitsinteressen und der breiteren EU-Russland-Dynamik im Jahr 2026.
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Quellen
Аргументы и факты
Ukrainska Pravda
Ukrinform
Xinhua
Meduza
RBC-Ukraine
TSN
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