EU verabschiedet Fünfjahresstrategie zur Drogenbekämpfung: Fokus auf KI und Satellitenüberwachung

Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich

Der Europäische Union hat offiziell den Startschuss für eine umfassende Fünfjahresstrategie gegeben, die darauf abzielt, den illegalen Drogenhandel und die damit einhergehende Zunahme der organisierten Kriminalität entschlossen zu bekämpfen. Die Präsentation dieses Programms erfolgte am Donnerstag, dem 4. Dezember 2025, und markiert einen entscheidenden Wendepunkt hin zur intensiven Nutzung modernster Technologien im Bereich der inneren Sicherheit Europas. EU-Kommissar für Inneres und Migration, Magnus Brunner, betonte bei der Vorstellung des Dokuments, dass Europa hinsichtlich der Drogenbedrohung einen kritischen Punkt erreicht habe. Diese neue Initiative ist ein integraler Bestandteil der übergeordneten europäischen Strategie für innere Sicherheit, ProtectEU, die bereits im April 2025 angekündigt wurde.

Ein zentraler Pfeiler dieser Strategie ist die technologische Aufrüstung der Strafverfolgungsbehörden, insbesondere der Agentur Frontex. Frontex wird künftig Zugang zu hochauflösenden Satellitensystemen sowie unbemannten Luftfahrzeugen erhalten. Diese Mittel sollen gezielt zur Überwachung und Unterbindung von Schmuggelrouten über Luft-, See- und Landwege eingesetzt werden. Darüber hinaus wird künstliche Intelligenz (KI) implementiert, um den automatisierten Nachweis von Drogenlieferungen, die über Post- und Kurierdienste versendet werden, zu ermöglichen. Kommissar Brunner sandte eine unmissverständliche Botschaft: Wir senden den Drogenbaronen und ihren Organisationen ein klares Signal: Europa leistet entschlossenen Widerstand.

Die Strategie verfolgt über die technologische Überwachung hinaus weitere wichtige Handlungsfelder. Zu den Prioritäten zählt die Stärkung internationaler Kooperationen sowie die gezielte Zerschlagung von Drogenproduktionszentren. Ein weiteres wichtiges Element ist die aktive Prävention der Rekrutierung junger Menschen durch kriminelle Netzwerke, die verstärkt soziale Medien für ihre Anwerbung nutzen. Die Dimension des Problems wird durch aktuelle Zahlen verdeutlicht: Allein im Jahr 2023 wurden in der EU 419 Tonnen Kokain sichergestellt, was einen sechsfachen Anstieg im Vergleich zum vorangegangenen Jahrzehnt darstellt. Hinzu kommt die erhebliche Herausforderung durch synthetische Drogen, deren Produktion jährlich zur Zerschlagung von über 500 illegalen Laboren führt.

Um schnell auf neue Bedrohungen reagieren zu können, wird eine europaweite Datenbank eingerichtet, die unter der Verwaltung der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogenabhängigkeit (EUDA) stehen wird. Dieses zentrale Archiv soll die rasche Identifizierung neuartiger gefährlicher Substanzen und chemischer Vorläuferstoffe ermöglichen. Diese Maßnahme ergänzt die analytischen Berichte der EUDA, wie beispielsweise den „Europäischen Drogenbericht 2025: Trends und Entwicklungen“. Für das Jahr 2026 ist die Eröffnung eines spezialisierten Campus für Sicherheit und Innovationen geplant, um innovative Werkzeuge zu testen und einzuführen. Dieser Fünfjahresplan spiegelt eine deutliche Verschiebung im Fokus der europäischen Sicherheitspolitik wider, hin zur Integration von hochpräzisen Überwachungssystemen und Datenanalysen als Antwort auf die zunehmende Komplexität der Aktivitäten organisierter krimineller Vereinigungen.

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Quellen

  • Stiri pe surse

  • POLITICO

  • UNN

  • Yahoo News Singapore

  • Vijesti

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