US-Sicherheitsgarantien für Ukraine nach Gesprächen in Abu Dhabi fertiggestellt

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Zelensky in Vilnius am 25. Januar 2026

Die bilaterale Vereinbarung über Sicherheitsgarantien zwischen der Ukraine und den Vereinigten Staaten ist nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj zu hundert Prozent fertiggestellt und wartet auf die formelle Unterzeichnung. Diese Mitteilung erfolgte am Sonntag, dem 25. Januar 2026, während einer gemeinsamen Pressekonferenz in Vilnius, Litauen. Selenskyj gab diese Information im Beisein des litauischen Präsidenten Gitanas Nausėda und des polnischen Präsidenten Karol Nawrocki bekannt. Er betonte, dass die Partner nun den Termin und den Ort der Zeremonie bestätigen müssten. Die Fertigstellung des Dokuments schließt an intensive trilaterale Verhandlungen in Abu Dhabi an, an denen Vertreter der Ukraine, der USA und Russlands zur Erörterung einer Beendigung des Konflikts teilnahmen.

Die zukünftige Implementierung des Abkommens sieht eine obligatorische Ratifizierung durch den US-Kongress und die ukrainische Rada nach der Unterzeichnung vor, wie Selenskyj erklärte. Er hob hervor, dass dieser bilaterale Pakt die primäre Sicherheitszusicherung darstelle, ergänzt durch europäische Zusagen und die sogenannte „Koalition der Freiwilligen“ unterstützender Staaten. Kiew betrachtet zudem den bevorstehenden Beitritt zur Europäischen Union als eine essenzielle „wirtschaftliche Sicherheitsgarantie“ für die Zukunft des Landes. Diese Betonung der institutionellen Integration signalisiert eine umfassende Strategie zur langfristigen Verankerung der Ukraine in westlichen Strukturen.

Präsident Nausėda bekräftigte in Vilnius die Notwendigkeit einer Beschleunigung der EU-Integration der Ukraine zur nachhaltigen Sicherung regionaler Stabilität, Sicherheit und Wohlstand. Litauen engagiert sich aktiv für einen Beitritt der Ukraine vor dem Jahr 2030; Nausėda hatte bereits zuvor den 1. Januar 2030 als angestrebten Termin vorgeschlagen. Darüber hinaus signalisierte Nausėda, dass Litauen während seiner turnusmäßigen EU-Ratspräsidentschaft im Jahr 2027 die Frage des ukrainischen Beitritts als zentrales Thema auf die Agenda setzen werde. Die Ukraine selbst strebt an, bis 2027 technisch für einen EU-Beitritt bereit zu sein, nachdem das Screening-Verfahren zum Besitzstand im September 2025 erfolgreich abgeschlossen wurde.

Der polnische Präsident Nawrocki, der anlässlich des Jahrestages des Januaraufstands in Vilnius anwesend war, lieferte eine historische Perspektive auf die anhaltende Bedrohungslage für Mittel- und Osteuropa. Er konstatierte eine konstante Gefahr, die von Russland ausgehe, unabhängig von der jeweiligen Führung. Diese Wahrnehmung spiegelt sich in Polens Verteidigungsinvestitionen wider, die mit nahezu 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) die höchsten innerhalb der NATO darstellen. Diese Ausgaben, die im Haushaltsentwurf für 2026 mit rund 200 Milliarden Złoty veranschlagt sind, unterstreichen die regionale Entschlossenheit zur militärischen Abschreckung. Zum Vergleich: Deutschland und Frankreich investieren jeweils rund 2 Prozent des BIP in die Verteidigung.

Die Verhandlungen in Abu Dhabi, die am Freitag, dem 23. Januar 2026, begannen, konzentrierten sich laut ukrainischer Darstellung stark auf die Zukunft der Donbass-Region, wenngleich grundsätzliche Differenzen zwischen Kiew und Moskau bezüglich der territorialen Integrität bestehen. Die USA, vertreten durch Sondergesandte wie Steve Witkoff, agierten als Vermittler in diesen Gesprächen, die als konstruktiv beschrieben wurden. Die vorherige Einigung über die Sicherheitsgarantien war bereits im Kontext von Gesprächen zwischen Selenskyj und US-Präsident Donald Trump in Davos Mitte Januar 2026 angebahnt worden.

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Quellen

  • Deutsche Welle

  • Deutsche Welle

  • San Francisco Chronicle

  • Ukrinform

  • TVP World

  • European Truth

  • Інтерфакс-Україна

  • hromadske

  • Кореспондент.net

  • Reuters

  • Ukrainska Pravda

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