Sabotageakt erschüttert Berlin: Stromausfall legt 45.000 Haushalte lahm

Bearbeitet von: Svetlana Velgush

Am Morgen des 3. Januar 2026 sah sich der Südwesten Berlins einer massiven Unterbrechung der Energieversorgung ausgesetzt. Rund 45.000 Privathaushalte sowie etwa 2.200 Gewerbebetriebe waren von dem Ausfall betroffen. Die Ursache lag in einem gezielten Sabotageakt, der sich gegen Hochspannungskabel richtete. Diese Kabel befanden sich auf einer Brücke über den Teltowkanal in unmittelbarer Nähe des Gaskraftwerks Lichterfelde.

Die Verantwortung für diesen Anschlag übernahm die linksextremistische Gruppierung „Vulkangruppe“. In einem online veröffentlichten Manifest begründete die Gruppe ihre Tat als Protest gegen die als „unersättliche Energiehungrigkeit“ bezeichnete Entwicklung, die insbesondere durch den steigenden Energiebedarf von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz angetrieben werde. Die Beschädigungen waren gravierend: Durch den Einsatz von Brandvorrichtungen wurden fünf Hochspannungs- und zehn Mittelspannungskabel außer Betrieb gesetzt. Die Situation wurde durch eisige Temperaturen und starken Schneefall zusätzlich verschärft, was besonders vulnerable Einrichtungen wie Krankenhäuser und Seniorenheime in Bezirken wie Nikolassee, Zehlendorf und Wannsee vor große Herausforderungen stellte.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner verurteilte die Tat scharf und bezeichnete sie als „terroristischen Akt“. Er forderte umgehend eine Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen. Die Ermittlungen wurden bereits am 7. Januar 2026 an die Bundesanwaltschaft übergeben, was die hohe Brisanz des Vorfalls für die staatlichen Organe unterstreicht. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) stuft die „Vulkangruppe“ als eine dezentrale und „gewaltorientierte“ Organisation ein. Diese Gruppe soll laut Erkenntnissen für eine Reihe von Anschlägen auf kritische Infrastruktur in Berlin und Brandenburg verantwortlich sein, deren Ursprünge bis ins Jahr 2011 zurückreichen. Erst im März 2024 hatte dieselbe Gruppierung durch einen Brandanschlag auf Hochspannungsmasten die Produktion der Tesla Gigafactory Berlin-Brandenburg für mehrere Tage zum Erliegen gebracht.

Die politische Reaktion auf diesen Sabotageakt offenbarte tief sitzende Differenzen in der Auffassung zur inneren Sicherheit. Der seit Mai 2025 amtierende Bundesinnenminister Alexander Dobrindt wertete den Angriff als „gezielte Attacke mit tiefem Sachwissen“ und sah darin eine Wiederbelebung des Linksterrorismus in Deutschland. Im Zuge dieser Ereignisse hatte Dobrindts Ministerium kurz zuvor ein Gesetzesvorhaben zur Datenspeicherung vorangetrieben, welches eine verpflichtende dreimonatige Speicherung von IP-Adressen vorsieht. Demgegenüber trat Felix Banaschak, seit November 2024 Bundesvorsitzender der Partei Bündnis 90/Die Grünen, kritisch auf den Plan. Er bemängelte das Fehlen konkreter Strategien für das Krisenmanagement und stellte die Frage, warum es den Sicherheitsbehörden trotz der seit 2011 andauernden Vorfälle nicht gelungen sei, die Verantwortlichen festzunehmen.

Die Instandsetzungsarbeiten, die durch die anhaltenden Minusgrade stark behindert werden, werden voraussichtlich bis zum Donnerstag, dem 8. Januar 2026, andauern. Dies bedeutet für die betroffenen Stadtteile eine langwierige Phase der Wiederherstellung. Der Vorfall hat einmal mehr die Anfälligkeit zentraler Energieanlagen Deutschlands gegenüber politisch motivierten Zerstörungsakten offengelegt. Er facht die Debatte neu an, wie das notwendige Gleichgewicht zwischen dem Ausbau digitaler Überwachungskapazitäten und substanziellen Investitionen in die physische Widerstandsfähigkeit der kritischen Infrastruktur gefunden werden kann.

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Quellen

  • Bild

  • Deutsche Welle

  • Bundesregierung

  • Cicero Online

  • Deutschlandfunk

  • Berlin Story News

  • taz.de

  • The Guardian

  • CBS News

  • Anadolu Ajansı

  • Arab News

  • Euractiv

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