Satellitenbilder deuten auf russische Aufstellung von Hyperschallraketen des Typs 'Oreshnik' in Belarus hin

Bearbeitet von: Svetlana Velgush

Neue Erkenntnisse, die auf der Analyse von Satellitenbildern basieren, legen nahe, dass Russland seine Hyperschall-Balsitkraketen des Typs „Oreshnik“ auf belarussischem Territorium stationiert hat. Diese Schlussfolgerung ziehen Jeffrey Lewis vom Middlebury Institute of International Studies und Decker Eveleth vom Think Tank CNA. Durch die Auswertung von Aufnahmen von Planet Labs konnten die Experten mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 90 Prozent mobile Startvorrichtungen auf dem Areal des ehemaligen Militärflugplatzes „Krichev-6“ in der Region Mogilew identifizieren.

Die Experten schätzen, dass die Bauarbeiten für diese Anlage zwischen dem 4. und 12. August 2025 begannen. Bilder vom 19. November zeigten dann Merkmale, die typisch für russische strategische Raketenstellungen sind, darunter einen gesicherten Eisenbahn-Umschlagplatz. Diese Basis befindet sich strategisch günstig, nur etwa 180 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt und rund 400 Kilometer von den Grenzen Litauens und Polens entfernt. Dies unterstreicht die unmittelbare Nähe zu NATO-Gebiet.

Die offizielle Bestätigung dieser Entwicklung erfolgte am 22. Dezember 2025 durch den belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko. Er bestätigte den Empfang von bis zu zehn „Oreshnik“-Systemen und rechtfertigte diesen Schritt als Reaktion auf die „aggressiven Manöver“ des Westens. Präsident Putin hatte das „Oreshnik“-System bereits am 21. November 2024 vorgestellt. Die Waffe soll eine Reichweite von bis zu 5.500 Kilometern und eine Geschwindigkeit von Mach 10 erreichen, was sie angeblich immun gegen bestehende Raketenabwehrsysteme macht.

Obwohl Minsk die Lieferung von bis zu zehn Komplexen mit einer Reichweite von 4.000 Kilometern bestätigte, sehen Fachleute dies als eine signifikante Erweiterung der russischen Schlagkraft im europäischen Raum. Darüber hinaus ist bemerkenswert, dass Belarus nicht nur als Aufstellungsort dient, sondern auch als Produktionsstätte für die mobilen Abschussrampen des „Oreshnik“-Systems fungiert. Dies deutet auf eine tiefere Verflechtung in die gesamte Produktionskette hin, was die Bedeutung der Allianz unterstreicht.

Parallel zu diesen Entwicklungen erhob der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am 26. Dezember 2025 schwere Vorwürfe gegen Russland und Minsk. Laut ukrainischen Geheimdienstinformationen installieren russische Truppen spezielle Ausrüstung, einschließlich Antennen, auf den Dächern von fünfstöckigen Wohngebäuden in grenznahen belarussischen Ortschaften. Diese dienen der präzisen Zielsteuerung von „Shahed“-Angriffsdrohnen auf Ziele in der Westukraine. Selenskyj bezeichnete dieses Vorgehen als Versuch, ukrainische Luftabwehrsysteme zu umgehen, und warnte, dass solche Aktionen die Souveränität von Belarus gefährden würden.

Die Verteidigungsministerien Russlands und Belarus gaben bis zum 27. Dezember 2025 keine Stellungnahme zu den Vorwürfen der Nutzung ziviler Infrastruktur ab, was die Brisanz der Lage verdeutlicht. Historisch gesehen diente Belarus bereits im Februar 2022 als Ausgangsbasis für die russische Invasion, und Minsk bleibt ein zentraler militärischer Partner Moskaus.

Bereits Mitte September 2025 wurden im Rahmen der russisch-belarussischen Übungen „Zapad-2025“ mögliche Szenarien für den Einsatz dieser Waffen diskutiert. Trotz der Bestätigung des Erhalts der Systeme hatte das belarussische Verteidigungsministerium unter Wiktor Chrenin zuvor erklärt, die Stationierung des „Oreshnik“ würde das Kräftegleichgewicht in Europa nicht verschieben. Die Stationierung der Raketen nur 400 Kilometer von Polen und Litauen entfernt, also in unmittelbarer Nähe zur NATO, sorgt jedoch für erhebliche Beunruhigung bei den Mitgliedsstaaten des Bündnisses.

Selenskyjs Äußerungen berührten auch diplomatische Bemühungen, einschließlich der Bereitschaft, ein 60-tägiges Waffenstillstand vor einem Referendum über den „20-Punkte“-Friedensplan zu verhandeln, sowie die erwartete Begegnung mit Donald Trump Ende 2025. Die aktuelle Lage stellt eine doppelte Eskalation dar: die operative Stationierung von Hyperschallwaffen und die mutmaßliche Nutzung der zivilen Infrastruktur eines Verbündeten für taktische Drohnenmanöver. Im nuklearen Modus könnte „Oreshnik“ Sprengköpfe mit einer Gesamtleistung von bis zu 900 Kilotonnen transportieren, was 45 Hiroshima-Bomben entspricht. Die geopolitischen Auswirkungen dieses Schrittes werden im Kontext der weiteren militärischen Auseinandersetzungen und diplomatischen Schachzüge bis zum Jahresende 2025 genauestens beobachtet werden.

25 Ansichten

Quellen

  • Deutsche Welle

  • Al Jazeera Online

  • Deutsche Welle

  • Reuters

  • Carnegie Endowment for International Peace

  • Reuters

  • BBC News

  • Al Jazeera

  • POLITICO

  • ABS-CBN News

  • South China Morning Post (SCMP)

  • The Guardian

  • Reuters

  • Mint

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