Erneuerbare Energien übertreffen Kohle weltweit erstmals im ersten Halbjahr 2025

Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich

In einem historischen Wendepunkt hat die globale Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen in der ersten Jahreshälfte 2025 erstmals die aus Kohle übertroffen. Erneuerbare Energien erreichten einen Anteil von 50,9 Prozent am weltweiten Strommix, während Kohle auf 49,1 Prozent zurückfiel. Insgesamt produzierten erneuerbare Quellen 5.072 Terawattstunden Strom, während Kohlekraftwerke 4.896 Terawattstunden lieferten. Diese Entwicklung wurde von der Denkfabrik Ember analysiert.

Der Haupttreiber dieses Erfolgs war das rasante Wachstum von Solar- und Windenergie. Die Solarstromerzeugung stieg um 306 Terawattstunden und die Windenergie um 97 Terawattstunden. Dies übertraf den Anstieg der globalen Stromnachfrage um 369 Terawattstunden. China spielte dabei eine Schlüsselrolle und war für 55 Prozent des weltweiten Solarwachstums verantwortlich, gefolgt von den USA (14 Prozent) und der EU (12 Prozent). In der ersten Hälfte des Jahres 2025 fügte China mehr Kapazitäten für erneuerbare Energien hinzu als der Rest der Welt zusammen.

Małgorzata Wiatros-Motyka, leitende Stromanalystin bei Ember, bezeichnete dies als "erste Anzeichen eines entscheidenden Wendepunkts" und betonte, dass Solar- und Windenergie nun schnell genug wachsen, um den steigenden globalen Strombedarf zu decken. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen ihren Höhepunkt erreicht haben oder bereits überschritten haben könnte.

Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert eine weitere starke Expansion erneuerbarer Energien in den kommenden Jahren. Die IEA erwartet, dass sich die globale Kapazität erneuerbarer Energien bis 2028 auf 7.300 GW erhöhen wird. Solarenergie wird dabei voraussichtlich eine führende Rolle spielen, wobei sie etwa 80 % der neuen Kapazitäten ausmachen wird, da sie kosteneffizient ist und schnellere Genehmigungsverfahren ermöglicht.

Während dieser Wandel global stattfindet, gibt es regionale Unterschiede. In Ländern wie Indien und China wurde ein Rückgang des Verbrauchs fossiler Brennstoffe verzeichnet. In den USA und der EU stieg die Energienachfrage, wovon auch fossile Energieträger profitierten. In den USA führte die gestiegene Stromnachfrage, teilweise bedingt durch die Entwicklung von Rechenzentren und Elektrofahrzeugen, zu einem Anstieg der Kohlenutzung um 17 %.

Trotz des Fortschritts bleiben Herausforderungen bestehen, wie die Notwendigkeit, die Stromnetze zu stärken und die Integration erneuerbarer Energien zu optimieren. Die Energiewende erfordert weiterhin erhebliche Investitionen und eine klare politische Steuerung, um die Klimaziele zu erreichen und eine stabile Energieversorgung zu gewährleisten. Die globalen Ausgaben für die Energiewende beliefen sich im Jahr 2024 auf fast 2,1 Billionen US-Dollar, wobei erneuerbare Energien einen erheblichen Teil dieser Investitionen ausmachten.

Quellen

  • Deutsche Welle

  • Global Electricity Review 2023 | Ember

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