Israels Plan zur vollständigen militärischen Kontrolle des Gazastreifens stößt auf breite Ablehnung
Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich
Am 7. August 2025 kündigte Premierminister Benjamin Netanjahu Israels Pläne für eine vollständige militärische Kontrolle des Gazastreifens an. Ziel sei die Zerschlagung der Hamas und die spätere Übergabe der Verwaltung an arabische Kräfte. Der Vorschlag, unter dem Codenamen „Operation Gideon's Chariots“ bekannt, sieht eine vier- bis fünfmonatige Militärkampagne vor, beginnend mit einer Offensive auf Gaza-Stadt.
Der Plan stieß auf erheblichen Widerstand. Der israelische Generalstabschef Lt. Gen. Eyal Zamir warnte vor einem langwierigen und kostspieligen Konflikt, der die Sicherheit der verbleibenden Geiseln gefährden würde, da die Hamas 22 Monate Zeit zur Vorbereitung gehabt habe. Die Vereinten Nationen äußerten schwere Bedenken hinsichtlich katastrophaler humanitärer Folgen. Die humanitäre Lage im Gazastreifen wird als „jenseits katastrophal“ beschrieben, mit einer wachsenden Krise der Unterernährung und des Hungers; 96 % der Haushalte leiden unter Wasserknappheit und jedes Kind unter fünf Jahren ist von Unterernährung bedroht. Die Familien der Geiseln protestierten ebenfalls, da sie befürchten, dass die Ausweitung der Kämpfe das Leben ihrer Angehörigen gefährdet. Sie forderten die Regierung auf, sich auf die Freilassung der Geiseln zu konzentrieren. Eine Demonstration mit einer Bootsflottille von Aschkelon aus unterstrich ihre Forderung. Die Hamas bezeichnete Netanjahus Pläne als „Putsch“ und warf ihm vor, die Geiseln für persönliche Interessen zu opfern, was eine Umkehrung des israelischen Rückzugs aus Gaza im Jahr 2005 darstelle. Die israelische Regierung steht unter erheblichem innenpolitischem Druck, während die Meinungsforschung zeigt, dass die Mehrheit der Israelis einen Deal zur Freilassung der Geiseln bevorzugt. Die Zahl der palästinensischen Todesopfer seit Beginn des Krieges am 7. Oktober 2023 wird auf über 61.000 geschätzt.
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Quellen
New York Post
Al Jazeera
CNN
The Times of Israel
DW
The Guardian
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