China vermittelt Waffenstillstandskonsolidierung zwischen Thailand und Kambodscha

Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich

Die diplomatischen Bemühungen zur Befriedung der Lage zwischen Thailand und Kambodscha haben am 28. Dezember 2025 eine neue Phase erreicht. Die Volksrepublik China richtete in der Provinz Yunnan hochrangige Gespräche zur Festigung eines Waffenstillstands aus. Dieser Waffenstillstand, der am Samstag, dem 27. Dezember 2025, in Kraft trat, folgte auf Wochen heftiger militärischer Auseinandersetzungen, die eine erhebliche humanitäre Bilanz hinterließen. Die jüngsten Kampfhandlungen forderten über hundert Todesopfer und führten zur Vertreibung von mehr als einer halben Million Menschen in beiden Nationen.

Der chinesische Außenminister Wang Yi, Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas, führte separate Verhandlungen mit seinem kambodschanischen Amtskollegen Prak Sokhonn und dem thailändischen Außenminister Sihasak Phuangketkeow. Diese Gespräche, angesetzt von Sonntag bis Montag, zielten darauf ab, die vereinbarte Feuerpause zu stabilisieren und das politische Vertrauen wieder aufzubauen, wobei China die Plattform für diesen Dialog bereitstellte. Die Vereinbarung sieht die sofortige Einstellung der Kampfhandlungen und ein Einfrieren der Truppenbewegungen vor, ergänzt durch eine 72-stündige Beobachtungsphase. Nach Ablauf dieser Phase bestätigte Thailand die Rückführung von 18 kambodschanischen Soldaten, die seit den Kämpfen im Juli in Haft waren.

Die diplomatische Initiative Pekings wird von den beteiligten Akteuren unterschiedlich bewertet. Wang Yi bezeichnete die Waffenruhe als einen „wichtigen Schritt zur Wiederherstellung des Friedens“ und bekräftigte Chinas Bereitschaft, eine Plattform für einen umfassenden und dauerhaften Waffenstillstand bereitzustellen. Kambodschas Außenminister Prak Sokhonn drückte seine tiefe Dankbarkeit für die „tragende Rolle“ Chinas bei der Unterstützung der Waffenruhe aus. Im Gegensatz dazu forderte der thailändische Außenminister Sihasak Phuangketkeow China auf, eine konstruktive Rolle bei der Gewährleistung der Nachhaltigkeit des Abkommens zu spielen, indem es Kambodscha signalisiere, den Konflikt nicht wieder aufleben zu lassen.

Hintergrund der Eskalation sind tief verwurzelte historische Grenzstreitigkeiten, die bis in die Kolonialzeit zurückreichen, insbesondere um heilige Stätten wie den Tempel Prasat Ta Moan Thom. Die aktuellen Feindseligkeiten hatten sich nach dem Zusammenbruch eines früheren, im Juli von Malaysia vermittelten Waffenstillstands verschärft, der unter dem Druck des damaligen US-Präsidenten Donald Trump zustande kam, welcher mit dem Entzug von Handelsprivilegien gedroht hatte. Die Eskalation im Dezember begann mit der Detonation von Landminen, die thailändische Soldaten verletzten, gefolgt von thailändischen Luftangriffen und Artilleriebeschuss.

Die Rolle der Vereinigten Staaten in der regionalen Konfliktlösung wird im Kontext dieser Ereignisse beleuchtet. US-Präsident Donald Trump äußerte sich erfreut über den „schnellen und sehr fairen Abschluss“ des Konflikts und beanspruchte, die USA seien „stolz zu helfen“. Kritiker merkten jedoch an, dass Trumps Behauptungen über Konfliktlösung im Gegensatz zu einer Zunahme der US-Militäraktionen in Regionen wie Iran, Jemen und Venezuela im Jahr 2025 standen, während Washington gleichzeitig eine Reduzierung seiner Rolle als „globaler Polizist“ signalisierte. Die anhaltende Fragilität der Situation wird durch die Skepsis der Vertriebenen verdeutlicht, die aufgrund des mangelnden Vertrauens zögern, in ihre Heimatorte zurückzukehren.

Experten, wie Thitian Pongsudhirat von der Chulalongkorn-Universität, sehen in China einen entscheidenden Faktor für eine langfristige Lösung, da Peking eigene strategische Interessen an stabilem Handel in Südostasien verfolgt und sich als respektvollerer Vermittler positionieren könne als die USA. Die Tatsache, dass Vertreter der Streitkräfte aller drei Nationen für Montag zu trilateralen Militärgesprächen angesetzt waren, unterstreicht die umfassende Natur der chinesischen Vermittlungsbemühungen, die nun auch die militärische Deeskalation einschließen. Die erste Lieferung chinesischer humanitärer Hilfsgüter traf bereits am Sonntag, dem 28. Dezember, in Kambodscha ein, was die Verpflichtung Pekings zur Stabilisierung der Lage unterstreicht.

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Quellen

  • Deutsche Welle

  • RTHK

  • CBC News

  • RNZ News

  • Daily Independent

  • CNA

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