Olympus: Der Roboter, der mit Sprüngen die Planetenforschung revolutioniert

Bearbeitet von: Tetiana Martynovska 17

Im Juli 2025 präsentierte die Europäische Weltraumorganisation (ESA) Olympus, einen neuartigen vierbeinigen Roboter, der speziell für die Erkundung planetarer Oberflächen entwickelt wurde. Die Vorführung fand in der ORBIT-Einrichtung der ESA in den Niederlanden statt. Entwickelt wurde Olympus von Jørgen Anker Olsen, einem Doktoranden der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie (NTNU). Olympus verfügt über eine einzigartige Konstruktion mit „doppelten“ Gliedmaßen, die über Gelenkkie und pfotenartige Füße verfügen. Diese ermöglicht ihm eine agile Fortbewegung und die Überwindung von Hindernissen, die herkömmliche Radroboter oft einschränken. Diese Fähigkeit ist besonders vorteilhaft in Umgebungen mit geringer Schwerkraft, wie sie auf dem Mars oder dem Mond vorherrschen.

Die Demonstrationen fanden in der ORBIT-Einrichtung der ESA statt, die Teil des Orbital Robotic Laboratory (ORL) am European Space Research and Technology Centre (ESTEC) ist. Diese Einrichtung nutzt ultraflache Böden und schwebende Plattformen, um reibungsfreie Bedingungen zu schaffen, die die geringe Schwerkraft anderer Himmelskörper simulieren. Olympus wurde während der Tests kopfüber auf einer schwebenden Plattform positioniert, um die Bedingungen der Mikrogravitation nachzubilden. In diesem Zustand führte der Roboter eine Reihe von Wand-zu-Wand-Sprüngen aus und demonstrierte dabei seine Fähigkeit, sich in der Luft neu zu orientieren und präzise auf allen vier Füßen zu landen. Für die Steuerung seiner Orientierung während der Sprünge nutzt Olympus die Verstärkungslernen (Reinforcement Learning), eine Methode des maschinellen Lernens, die auf Versuch und Irrtum basiert. Dies ermöglicht es dem Roboter, sich autonom an dynamische extraterrestrische Umgebungen anzupassen und komplexe Manöver ohne ständige menschliche Überwachung durchzuführen. Diese Technologie ist ein bedeutender Fortschritt für die Erkundung durch beinige Roboter, da sie zukünftig unterirdische Strukturen wie Mars-Lavahöhlen erschließen könnten, die für Drohnen oder Flugroboter derzeit zu gefährlich sind. Die Fähigkeit, Hindernisse zu überspringen, bietet einen klaren Vorteil gegenüber konventionellen Radrobotern. Die Forschung von Jørgen Anker Olsen, der auch an der Entwicklung von Modellen für die Haltungskontrolle von springenden Vierbeinern für die Planetenforschung gearbeitet hat, unterstreicht das Potenzial dieser Technologie. Seine Arbeiten, die auch die Erforschung von Mars-Lavahöhlen mit springenden beinigen Robotern umfassen, zeigen die Vielseitigkeit und das Potenzial dieser Roboter für zukünftige Missionen. Die Fähigkeit von Olympus, Sprünge auszuführen und sich dabei autonom zu stabilisieren, ist ein wichtiger Schritt für die autonome Erkundung. Solche Roboter könnten die Art und Weise, wie die Menschheit die rauen und unvorhersehbaren Terrains anderer Planeten navigiert, grundlegend verändern. Die ORBIT-Einrichtung bleibt ein entscheidendes Testfeld für die Verfeinerung robotischer Technologien und trägt so zum Fortschritt autonomer Erkundungsmissionen jenseits der Erde bei.

Quellen

  • Space.com

  • ESA - Four-legged robot’s first encounter with microgravity

  • ESA - Four-legged robot’s first encounter with microgravity

  • Olympus: A Jumping Quadruped for Planetary Exploration Utilizing Reinforcement Learning for In-Flight Attitude Control

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