Ende einer Ära in Park City: „Josephine“ triumphiert beim Abschied von Sundance Richtung Boulder

Bearbeitet von: An goldy

Das Sundance Film Festival 2026 markierte das Ende einer historischen Ära in Park City, Utah, und schloss damit ein Kapitel ab, das über vier Jahrzehnte lang die Identität des Events prägte. Ab dem kommenden Jahr wird das Festival nach Boulder, Colorado, umziehen – eine Entscheidung, die das Ergebnis eines im März 2025 eingeleiteten Prozesses zur Standortsuche war. Dieser Abschied war geprägt von tiefem Respekt für das Erbe des Gründers Robert Redford, dessen Gedanken zur Relevanz des unabhängigen Films traditionell jede Vorführung des Programms einleiteten.

Festivaldirektor Eugene Hernandez begründete den Standortwechsel damit, dass die Aufrechterhaltung des bisherigen Niveaus und Umfangs in Utah trotz der hohen Wertschätzung durch das Publikum „immer schwieriger“ geworden sei, während die Betriebskosten kontinuierlich stiegen. Die diesjährige Ausgabe, die vom 22. Januar bis zum 1. Februar 2026 stattfand, war somit die letzte in Park City vor dem geplanten Start in Boulder im Jahr 2027. Wichtig für die Region bleibt jedoch, dass die ganzjährigen Programme des Sundance Institute, einschließlich der Labore für Filmschaffende, weiterhin in Utah ansässig bleiben.

Der unangefochtene Star des diesjährigen Wettbewerbs war das Drama „Josephine“ der Regisseurin und Drehbuchautorin Beth de Araujo. Der Film sicherte sich mit dem Großen Preis der Jury (U.S. Grand Jury Prize) und dem Publikumspreis (Audience Award) zwei der wichtigsten Auszeichnungen des Festivals. In den Hauptrollen glänzen Channing Tatum und Gemma Chan als Eltern eines achtjährigen Mädchens, das im Golden Gate Park Zeugin eines gewaltsamen Übergriffs wird. Die Jury hob besonders die erzählerische Präzision und die emotionale Komplexität des Werks hervor. Weitere Ehrungen gingen an den Film „Shame and Money“ sowie an die Dokumentation „Nuisance Bear“.

Auf dem begleitenden Filmmarkt herrschte hingegen eine eher verhaltene Stimmung, was den aktuellen Trend zur Kosteneinsparung bei großen Streaming-Anbietern widerspiegelt. Trotz dieser allgemeinen Zurückhaltung gelang dem Studio A24 ein spektakulärer Coup: Nach einem intensiven Bieterwettstreit gegen Konkurrenten wie Focus Features, Netflix, Searchlight, Black Bear und NEON erwarb das Studio die Rechte an Olivia Wildes neuem Projekt „The Invite“. Für eine Summe von über 12 Millionen US-Dollar sicherte man sich diesen Film, in dem Edward Norton und Penélope Cruz Teil einer Dinnerparty sind, die in ein vollkommenes Chaos abgleitet.

Neben den geschäftlichen und künstlerischen Aspekten war das Festival in diesem Jahr auch von den spürbaren politischen Spannungen innerhalb der USA geprägt. Diese gesellschaftlichen Einflüsse sorgten für eine teils aufgeladene Atmosphäre unter den Teilnehmern und Gästen, was die Rolle des Festivals als Spiegelbild der aktuellen Zeit unterstrich.

Mit dem Blick auf das Jahr 2027 versprechen sich die Organisatoren von Boulder eine modernere Infrastruktur und eine bessere Zugänglichkeit für das internationale Publikum. Ross Taylor, Professor für Journalismus an der University of Colorado Boulder, sieht in dem Umzug eine große Chance für die Stadt. Er betonte, dass die physische Präsenz des Festivals neue Wege eröffnen werde, um das für Sundance so charakteristische Gemeinschaftsgefühl zu fördern und in einem neuen Umfeld lebendig zu halten.

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Quellen

  • Forbes.ru

  • 2026 Sundance Film Festival: The Ultimate Park City Guide

  • More than 300 anti-ICE protests planned across US this weekend - The Guardian

  • Robert Redford, Oscar-Winning Actor and Director, Dies at 89 - People.com

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