Herzog ehrt Angolas scheue Giganten mit neuem Film und erhält Goldenen Löwen in Venedig

Bearbeitet von: Anulyazolotko Anulyazolotko

Der renommierte Filmemacher Werner Herzog widmet sich in seinem neuesten Dokumentarfilm "Die Geisterelefanten" der faszinierenden Suche nach einer legendären Elefantenherde im abgelegenen Hochland Angolas. Die Expedition, angeführt vom Naturforscher Dr. Steve Boyes und unterstützt von erfahrenen namibischen Fährtenlesern, erforscht die Möglichkeit einer neuen, gigantischen Elefantenart. Der Film wirft auch einen Blick auf eine mögliche genetische Verbindung zum Fénykövi-Elefanten, der als das größte Landtier aller Zeiten gilt. Herzog beschreibt das Werk als eine "Fantasie von Elefanten", die Parallelen zur Jagd nach Moby Dick aufweist.

Der Film, der sich derzeit in der Postproduktion befindet, wurde auf den Filmfestspielen von Venedig 2025 vorgestellt, wo Herzog auch für sein Lebenswerk mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde. Die Premiere in Venedig unterstrich Herzogs anhaltende Bedeutung in der Filmwelt, wobei Kritiker seine Fähigkeit lobten, tiefgründige Themen mit einer einzigartigen visuellen Sprache zu verbinden. Die Suche nach den "Geisterelefanten" ist nicht nur eine wissenschaftliche Expedition, sondern auch eine Reise in die Mythen und Legenden Angolas.

Die Region, die einst von einem langen Bürgerkrieg gezeichnet war, birgt viele Geschichten über die Widerstandsfähigkeit der Natur und die Spuren, die Konflikte hinterlassen können. Berichten zufolge wurden während des Angolanischen Bürgerkriegs (1961-2002) Landminen in großem Umfang eingesetzt, was die Region zu einer der am stärksten verminten der Welt machte. Diese Vergangenheit könnte auch die Elefantenpopulationen beeinflusst haben, die sich in sicherere Gebiete zurückzogen. Schätzungen zufolge wurden rund 88.000 Angolaner durch Landminen verletzt, obwohl nie eine genaue Zahl ermittelt wurde. Bis Ende 2024 müssen noch etwas mehr als 1.000 Minenfelder auf einer Fläche von geschätzten 67 km² geräumt werden.

Dr. Steve Boyes, dessen Arbeit sich auf den Schutz der Okavango-Region konzentriert, ist seit einem Jahrzehnt auf der Spur dieser schwer fassbaren Tiere. Seine Forschung und die des National Geographic Okavango Wilderness Project haben zur Entdeckung von 275 neuen Arten beigetragen. Die Expeditionen, die 2015 begannen, um die Geisterelefanten zu finden, führten zu zahlreichen Entdeckungen in den entlegensten Tälern Angolas und stärkten die Bemühungen zum Schutz dieser einzigartigen Gebiete. Die Dokumentation beleuchtet die tiefe Verbindung zwischen Mensch und Natur und die Bedeutung des Bewahrens von Legenden, selbst wenn die physische Entdeckung unsicher bleibt.

Herzogs charakteristischer Erzählstil, der oft philosophische Reflexionen mit atemberaubenden Bildern verbindet, verspricht einen tiefgründigen Einblick in die Mysterien der Natur und die menschliche Faszination für das Unbekannte. "Die Geisterelefanten" ist mehr als nur ein Film über Tiere; es ist eine Erkundung von Träumen, Vorstellungskraft und der Realität, die uns umgibt.

Quellen

  • The Guardian

  • WGHN

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