The Marmara Sea in #Turkey has retreated about 20 m from the coast. Sandy islands formed on the shore, and in some places the boats ran aground
Meteorologischer Druckabfall verursacht ungewöhnlichen Meeresspiegelrückgang im Marmarameer bei Tekirdağ
Bearbeitet von: Tetiana Martynovska 17
In der türkischen Region des Marmarameeres, insbesondere in der Nähe von Tekirdağ, wurde eine signifikante Ebbe beobachtet, bei der sich der Wasserspiegel schätzungsweise um 20 Meter von der Küstenlinie zurückzog. Dieser bemerkenswerte Rückgang des Marmarameeres löste bei Anwohnern und Umweltschützern Besorgnis aus, da der Wasserstand seit mehreren Jahren nicht mehr derart niedrig war. Die lokale Beobachtung deutet auf eine unmittelbare, nicht-seismische Ursache hin, was die Aufmerksamkeit auf atmosphärische Phänomene lenkt. Die Abweichung von 20 Metern markiert eine extreme Schwankung der normalen Pegelstände in dieser dicht besiedelten und wirtschaftlich wichtigen Küstenregion.
Experten des Kandilli-Observatoriums, das 1868 gegründet wurde und heute ein interdisziplinäres Forschungsinstitut ist, haben die Ursache des Ereignisses analysiert. Sie führten den Vorfall auf meteorologische Bedingungen zurück, genauer gesagt auf rapide Absenkungen des atmosphärischen Drucks, und schlossen damit vorläufig seismische Aktivitäten als Auslöser aus. Das Kandilli-Observatorium, das ursprünglich der Wettervorhersage und der Zeitmessung gewidmet war, betreibt landesweit seismische Messstationen und ist seit 2012 auch für die Überwachung der türkischen Küstenlinie auf mögliche Meeresspiegelveränderungen und Tsunami-Gefahren zuständig.
Die schnelle Datenverarbeitung durch Zentren wie das Regionale Erdbeben- und Tsunami-Überwachungszentrum (BDTİM) des Observatoriums ermöglicht eine zügige Klassifizierung solcher Vorfälle. Obwohl dieser spezifische Rückgang nicht mit Sonnenaktivität in Verbindung gebracht wird, betonen Wissenschaftler die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Beobachtung solarer Einflüsse für langfristige Klimamodelle. Die Betonung der meteorologischen Ursache unterstreicht die Komplexität der Wechselwirkungen zwischen Atmosphäre und Hydrosphäre im Marmarameer, einem Binnenmeer mit einzigartigen hydrodynamischen Eigenschaften.
Ökologen heben die kritische Bedeutung der ständigen Überwachung von Meeresspiegelveränderungen hervor, da diese potenziell weitreichende Konsequenzen für die regionale Biodiversität und den Tourismussektor nach sich ziehen können. Die Stabilität der marinen Ökosysteme ist eng mit den Wasserständen verknüpft, und selbst kurzfristige extreme Schwankungen können empfindliche Lebensräume beeinträchtigen. Solche Druckschwankungen können lokale Wassermassen kurzfristig an die Küste drücken oder von ihr wegziehen, ein Phänomen, das in anderen geschlossenen oder halboffenen Gewässern ebenfalls dokumentiert ist.
Die Wissenschaftsgemeinschaft, die Daten mit internationalen Partnern teilt, sieht in solchen Ereignissen wichtige Datenpunkte, um die kurzfristige Vorhersagbarkeit von Wasserstandsanomalien zu verbessern. Die Aufrechterhaltung der Überwachungsinfrastruktur bleibt ein zentrales Anliegen der Forschungseinrichtungen in der Türkei, um zukünftige Ereignisse besser einordnen zu können. Die Relevanz kollektiver Anstrengungen zum Schutz der Ozeane gewinnt durch solche lokalen Vorkommnisse zusätzliche Bedeutung für die regionale Resilienz.
Quellen
INFOX.ru
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