Ein seltsames, leises Summen durchzieht die stille Stadt Taos, New Mexico — doch nur wenige hören es. Das Rätsel des Taos Hum bleibt verwirrend und faszinierend.
Ungeklärte Phänomene im Südwesten der USA: Der Taos Hum und die Marfa Lights im Jahr 2026
Bearbeitet von: Uliana S.
Im Südwesten der Vereinigten Staaten bleibt das öffentliche Interesse an zwei unerklärlichen Erscheinungen im Januar 2026 ungebrochen: dem niederfrequenten „Taos Hum“ in New Mexico und den rätselhaften, umherziehenden „Marfa Lights“ in Texas. Diese Phänomene, die sich durch einen markanten Infraschall und mysteriöse Lichtobjekte manifestieren, stellen die wissenschaftliche Gemeinschaft weiterhin vor ein Rätsel. Sie zeigen die Grenzen aktueller Messmethoden und sensorischer Erfassung auf. Obwohl beide Erscheinungen eine lange Historie besitzen, bleibt ihre genaue Ursache Gegenstand intensiver, wenn auch bislang erfolgloser, wissenschaftlicher Untersuchungen.
Viele Menschen berichten von einem konstanten niederfrequenten Brummen (oft im Bereich von 30 bis 80 Hz), das manchen in Verzweiflung treibt, doch Aufnahmegeräte nehmen oft gar nichts auf.
Der „Taos Hum“ trat erstmals Anfang der 1990er Jahre in den Fokus der Öffentlichkeit. Anwohner, die als „Hörer“ bezeichnet werden, begannen damals, über ein anhaltendes, pulsierendes Geräusch zu berichten, das an einen entfernten, starken Motor erinnerte. Dieses akustische Ereignis ist geografisch streng auf die Region um Taos, New Mexico, begrenzt. Es unterscheidet sich vom Tinnitus dadurch, dass seine Lautstärke mit der Entfernung von diesem Gebiet abnimmt. Eine Untersuchung, die Anfang der Neunzigerjahre gemeinsam mit der University of New Mexico und nationalen Laboren durchgeführt wurde, ergab, dass etwa 2 Prozent der lokalen Bevölkerung – konkret 161 von 1440 befragten Personen – dieses Geräusch wahrnehmen konnten. Die Hörer berichten von Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erschöpfung und Schlafstörungen, was die physische Beeinträchtigung durch das Phänomen unterstreicht. Professor Emeritus für Ingenieurwesen, Joe Mullins von der University of New Mexico, stellte damals fest, dass die Hörer den Brummen in Frequenzbereichen zwischen 32 und 80 Hertz wahrnahmen, moduliert mit einer Rate von 0,5 bis 2 Hertz.
The Marfa Lights — eine Erscheinung aus einer anderen Welt oder ein Naturphänomen? Diese mysteriösen leuchtenden Kugeln verwirren Besucher in Texas seit Jahrzehnten.
Parallel dazu werden östlich der Stadt Marfa in Texas die sogenannten „Marfa Lights“ gesichtet. Diese Lichter wurden erstmals im Jahr 1883 offiziell dokumentiert, als der Cowboy Robert Reed Ellison darüber berichtete. Die Erscheinungen präsentieren sich als leuchtende Kugeln oder Helligkeitsflecken, die manchmal farbig sind. Zeugenaussagen zufolge können diese Lichter kreisen, sich teilen, verschmelzen und wieder neu auftauchen, besonders an klaren Nächten. Eine offizielle Beobachtungszone, die vom Texas Department of Transportation neun Meilen östlich von Marfa am U.S. Highway 90 eingerichtet wurde, lädt zur Sichtung ein. Dennoch ist die Natur dieser Lichter Gegenstand anhaltender Debatten. Eine spektroskopische Analyse, die Wissenschaftler der Texas State University im Jahr 2008 vornahmen, deutete darauf hin, dass viele der beobachteten Lichteffekte auf Autoscheinwerfer zurückzuführen sein könnten, die durch atmosphärische Bedingungen wie Temperaturinversionen verzerrt werden.
Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit beiden Phänomenen hat zwar spezifische, aber keine abschließenden Erkenntnisse zutage gefördert. Im Fall des „Taos Hum“ registrierte die Überwachung zwar erhöhte elektromagnetische Feldstärken in der Nähe von Stromleitungen, doch dies wurde nicht als definitive Geräuschquelle anerkannt. Hinsichtlich der „Marfa Lights“ neigen Untersuchungen, darunter Studien von Physikstudenten der University of Texas in Dallas aus dem Jahr 2004, zu einer Erklärung durch thermisch bedingte Fata Morganas. Diese würden das Licht entfernter Autoscheinwerfer, die auf dem U.S. Highway 67 unterwegs sind, brechen und verzerren. Die Stadt Marfa nutzt dieses Mysterium aktiv zur Förderung des Tourismus und eröffnete bereits 2003 ein eigenes Beobachtungszentrum für die Marfa Lights.
Die anhaltende Relevanz dieser Phänomene im Jahr 2026 liegt in ihrer Positionierung an der Schnittstelle zwischen subjektiver menschlicher Erfahrung und den objektiven Grenzen der modernen Wissenschaft. Trotz jahrzehntelanger Forschung – von den methodischen Untersuchungen des Hums in den 1990er Jahren bis hin zur Spektroskopie der Lichter im Jahr 2008 – hat keines der Ereignisse eine Erklärung gefunden, die alle Beteiligten restlos zufriedenstellt. Das Fortbestehen dieser Rätsel in der kargen Landschaft des amerikanischen Südwestens dient als ständige Mahnung an die Grenzen unseres gegenwärtigen Umweltverständnisses und der menschlichen Sinneswahrnehmung.
Quellen
KEAN 105
The Times of India
The Daily Galaxy
Science Times
Rove.me
Texas State Historical Association
