COP30: Abschlusszeremonie | UN-Klimawandel
Ozean erstmals zentral in nationalen Strategien verankert
Bearbeitet von: Inna Horoshkina One
Ein bedeutender Schritt wurde vollzogen: Sage und schreibe 17 Nationen haben die sogenannte „Blaue NOV“ unterzeichnet. Mit dieser Verpflichtung bekennen sie sich dazu, die marinen Ökosysteme aktiv in ihre nationalen Klimastrategien zu integrieren. Sie erkennen damit das immense Potenzial des Ozeans als essenziellen Partner für die globale Erneuerung und den Klimaschutz an.
Aktuelle Analysen zeigen ein gemischtes Bild der globalen Bemühungen. Demnach beziehen nunmehr 92% aller Küstenstaaten den Ozean in ihre Klimapläne ein. Allerdings zeigen die Daten auch, dass lediglich 12% dieser Länder über konkrete und umsetzbare Strategien zur Minderung der Auswirkungen verfügen. Dies verdeutlicht, dass die Welt zwar die Notwendigkeit erkannt hat – das „Was“ ist klar –, aber das „Wie“ der Umsetzung noch in den Kinderschuhen steckt.
Brasilien setzt ein starkes Zeichen
Brasilien hat eine weitreichende Ankündigung gemacht: Bis zum Jahr 2030 soll die gesamte ausschließliche Wirtschaftszone des Landes nachhaltig bewirtschaftet werden. Dies umfasst eine Fläche von beeindruckenden 3,68 Millionen Quadratkilometern Ozean. Diese Maßnahme stellt eine der ambitioniertesten maritimen Umweltinitiativen weltweit dar und setzt einen neuen Maßstab für den Schutz mariner Ressourcen.
Ghana priorisiert die Meere
Ghana hat seinerseits den ersten nationalen Plan für nachhaltige Ozeanentwicklung überhaupt vorgestellt. Dieser umfassende Rahmen beinhaltet mehrere Schlüsselbereiche, die die zukünftige Meerespolitik des Landes bestimmen sollen. Dazu zählen die Nutzung des ozeanischen Reichtums, die Förderung von Wissen und Forschung, der Schutz sensibler Ökosysteme, die Sicherstellung nachhaltiger Fischereipraktiken, die Entwicklung einer zukunftsfähigen Meereswirtschaft sowie eine verantwortungsvolle Bewirtschaftung der Wasserressourcen.
Das Land hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, eine vollständige, zu 100% nachhaltige Bewirtschaftung seiner Meeresgebiete zu erreichen. Dies unterstreicht die neue zentrale Rolle, die der Ozean in Ghanas nationaler Planung einnimmt.
Die Salomonen: Wegbereiter der Riff-Ökonomie
Die Salomonen präsentieren ein innovatives Konzept: eine „riff-positive Finanzierungsformel“. Dieses System unterstützt lokale Unternehmen nur dann, wenn diese nachweislich zur Stärkung der Korallenriffe und zur Steigerung der klimatischen Widerstandsfähigkeit beitragen. Diese Struktur könnte den Grundstein für eine völlig neue Form der echten „Riff-Ökonomie“ legen.
Das Potenzial dieser Ansätze ist immens, doch die tatsächliche Umsetzung ist bislang noch gering. Genau diese Lücke soll die neu eingesetzte Task Force bis zum Jahr 2030 schließen. Es geht darum, die theoretischen Möglichkeiten in die praktische Anwendung zu überführen.
Die Resonanz der Initiative auf den globalen Rhythmus
Diese jüngsten Entscheidungen sorgen dafür, dass der Ozean im globalen Diskurs wieder Gehör findet. Er tritt aus der Rolle des bloßen Hintergrunds in den Klimadiskussionen heraus und wird zu deren tragender Struktur. Wenn die größte ozeanische Wirtschaft Südamerikas und eine führende europäische Nation sich geschlossen hinter maritime Strategien stellen, verschiebt sich der globale Klimarhythmus spürbar: weg von vagen Versprechungen hin zu konkreten, funktionierenden Mechanismen.
Der Ozean tritt damit erstmals in einen echten Dialog mit der Menschheit. Diese Entwicklung klingt vielversprechend und deutet auf den Beginn einer harmonischen Partnerschaft hin, die für die Zukunft des Planeten von entscheidender Bedeutung ist.
Quellen
Mongabay
The Ocean Panel at COP30
COP30: What did it deliver for the ocean? - Mongabay
Ghana Publishes Sustainable Ocean Plan
COP30: What did it deliver for the ocean? - Mongabay
Weitere Nachrichten zu diesem Thema lesen:
Haben Sie einen Fehler oder eine Ungenauigkeit festgestellt?
Wir werden Ihre Kommentare so schnell wie möglich berücksichtigen.
