Wissenschaftliche Entdeckung in Brasilien: Zwölf neue Bodenpilzarten in Cerrado und Caatinga identifiziert

Bearbeitet von: An goldy

Ein Forschungsteam der Bundesuniversität von Lavras (UFLA) in Brasilien hat die Identifizierung von zwölf bisher völlig unbekannten Bodenpilzarten vermeldet. Diese mikroskopisch kleinen Organismen wurden erfolgreich aus Bodenproben extrahiert, die in zwei ökologisch hochsensiblen Biomen des Bundesstaates Minas Gerais gesammelt wurden: dem biologisch vielfältigen Cerrado und der semiariden Caatinga. Die wissenschaftliche Untersuchung widmet sich primär der Entschlüsselung der komplexen mikrobiellen Gemeinschaften, die in den Böden dieser spezifischen Regionen existieren.

Die neu entdeckten Pilze werden taxonomisch den Gattungen Talaromyces, Penicillium und Aspergillus zugeordnet. Den Angaben der koordinierenden Professoren der UFLA zufolge ist die Gattung Penicillium unter den neu beschriebenen Spezies am stärksten repräsentiert. Zu den herausragenden Neuentdeckungen zählen die Arten Penicillium patrocinensis und Penicillium moreirae, deren Namensgebung sowohl lokale wissenschaftliche Meilensteine als auch die charakteristische Flora des Cerrado-Bioms ehrt. Diese Taxa gelten als äußerst vielversprechend für künftige Anwendungen in der Bioökonomie, der Biotechnologie sowie der pharmazeutischen Forschung.

Geleitet wird das ambitionierte Forschungsprojekt von Professor Luiz Roberto Batista vom Fachbereich für Lebensmittelwissenschaften (DCA/Esal/UFLA) und Professor Vitor Satler Pylro vom Fachbereich für Biologie (DBI/ICN/UFLA). Die Feldarbeit zur Gewinnung der Bodenproben konzentrierte sich auf die Munizipien Patrocínio und Jaíba. Das isolierte genetische Material wird derzeit unter hochkontrollierten Bedingungen bei einer Temperatur von minus 80 Grad Celsius in der Einrichtung für mikrobiologische Ressourcen der UFLA (URMICRO/UFLA) dauerhaft gesichert.

Die Bedeutung dieser kryogenen Lagerung kann kaum überschätzt werden, da die fortschreitende Abholzung und die zunehmende Intensität von Waldbränden in den Regionen Cerrado und Caatinga eine massive Gefahr für die Existenz dieser Mikroorganismen darstellen. Viele Arten könnten verschwinden, noch bevor sie von der Wissenschaft erfasst werden. Daher fungiert die URMICRO als lebenswichtiges Reservoir für die biologische Vielfalt Brasiliens und schützt potenzielle Ressourcen vor der endgültigen Vernichtung durch Umweltveränderungen.

Das Anwendungsspektrum dieser neu identifizierten Pilze ist breit gefächert und umfasst die Entwicklung neuartiger Rezepturen in der Lebensmittelindustrie, die Gewinnung pharmazeutischer Wirkstoffe sowie die Konzeption von Bioinsektiziden und Biodüngern für den Agrarsektor. Durch den Einsatz modernster Omics-Technologien analysieren die Wissenschaftler die taxonomische Komplexität der Gattungen Aspergillus, Penicillium und Talaromyces, um deren evolutionäre Abstammungslinien exakt zu kartieren.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Entdeckung dieser neuen Spezies in den brasilianischen Biomen nicht nur die mykologische Fachwelt bereichert, sondern auch das globale Portfolio an Mikroorganismen stärkt, die für eine nachhaltige industrielle und medizinische Entwicklung unerlässlich sind. Die Arbeit der UFLA-Forscher unterstreicht die Notwendigkeit, die heimische Biodiversität als wertvolles Kapital für die Zukunft zu begreifen und systematisch zu erforschen.

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Quellen

  • Revista Fórum

  • UFLA descobre 12 novas espécies de fungos com usos na medicina, agricultura e indústria

  • UFLA descobre 12 novas espécies de fungos preservadas em banco genético - Agência MG

  • UFLA descobre 12 novas espécies de fungos do Cerrado e da Caatinga, agora preservadas em banco genético

  • Fungos do Cerrado e da Caatinga revelam espécies inéditas e promissoras para a bioeconomia - YouTube

  • Pesquisa de fungos potencialmente patogênicos em ambientes de um hospital de referência em cidade de médio porte de minas gerais

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