Salzbergwerk Nemocón: Kolumbiens Unterwelt als Kulisse für „Die 33“

Bearbeitet von: Tetiana Martynovska 17

Salzminen von Nemocon Colombia

Kolumbien präsentiert sich mit einer landschaftlichen Vielfalt, die nicht nur den Tourismus anzieht, sondern auch bedeutende audiovisuelle Produktionen inspiriert. Dazu zählt das unterirdische Juwel, die Salzmine von Nemocón (Mina de Sal de Nemocón). Diese historische Stätte, eingebettet in die Gemeinde Nemocón nahe Bogotá in der Provinz Sabana Centro, blickt auf eine über 500-jährige Geschichte zurück und diente als authentische Kulisse für den Hollywood-Streifen The 33.

Antonio Banderas führt 'The 33' in ihrem Überlebenskampf

Die Salzgewinnung in Nemocón begann mit den indigenen Chibchas und intensivierte sich nach der Ankunft der Spanier; die Kontrolle über das Salz stellte über Jahrhunderte einen bedeutenden politischen Machtfaktor dar. Der Kinofilm The 33, mit Antonio Banderas und Mario Casas in den Hauptrollen, inszenierte das dramatische Schicksal der 33 chilenischen Bergleute, die im Jahr 2010 in der Mine San José eingeschlossen waren. Die kolumbianische Mine wurde gezielt wegen ihrer Fähigkeit, ein Gefühl der Enge und latenten Anspannung zu vermitteln, für die unterirdischen Szenen ausgewählt, während Außenaufnahmen in Chile entstanden. Die Dreharbeiten für dieses amerikanisch-chilenisch-spanische Gemeinschaftsprojekt fanden zwischen dem späten Jahr 2013 und dem Frühjahr 2014 statt. Bis heute ist die Signatur von Antonio Banderas innerhalb der Mine als bleibende Erinnerung an die Filmproduktion erhalten.

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Die Salzmine von Nemocón, die als zweitgrößte Salzmine Kolumbiens gilt, ist seit 2005 als Schau- und Erlebnismine für die Öffentlichkeit zugänglich und bietet geführte Touren bis in 80 Meter Tiefe an. Besucher legen auf dem rund 800 Meter langen Rundgang durch die insgesamt 1.600 Meter langen Tunnel eine Strecke zurück, die Einblicke in die Bergbaugeschichte der Region gewährt. Bemerkenswert ist, dass zwischen 1816 und 1968 rund acht Millionen Tonnen Salz aus diesen Stollen gewonnen wurden, wobei zunächst das traditionelle System von Kammern und Pfeilern zum Einsatz kam. Die geologische Grundlage der Lagerstätte geht auf ein vor 700.000 Jahren ausgetrocknetes Binnenmeer in der Region Bogotá zurück.

Zu den herausragenden Attraktionen zählen die Kammer mit den sogenannten Brine Mirrors (Espejos de Salmuera), bei denen es sich um 28 historische Sättigungstanks handelt, in denen Salzbrocken aufgelöst wurden, was einen eindrucksvollen optischen Spiegeleffekt erzeugt. Ein weiteres geologisches Highlight ist das Herz von Nemocón (Corazón de Nemocón), ein 1.600 Kilogramm schwerer Halitkristall, der in den 1960er Jahren vom Bergmann Miguel Sánchez in Herzform gemeißelt wurde und als größtes herzförmiges Salzstück der Welt gilt. Ebenfalls beeindruckend ist die über 80 Jahre alte Salz-Kaskade (Cascada de Sal), ein Naturphänomen, das durch jahrzehntelange Wasserfiltration an den Wänden entstand. Darüber hinaus können Besucher eine Nachbildung der Fénix 2 Kapsel besichtigen, jenes Rettungsvehikel, das die 33 chilenischen Kumpel im Oktober 2010 nach 69 Tagen unter Tage sicher an die Oberfläche brachte. Die echten Fénix-Kapseln wurden von der chilenischen Marine (ASMAR) in Zusammenarbeit mit der NASA konstruiert.

Die Mine in Nemocón, die etwa anderthalb Stunden Fahrt von Bogotá entfernt liegt, ist ein zentraler touristischer Anziehungspunkt im Departement Cundinamarca. Die touristische Erschließung der Mine erfolgte 2005, nachdem die kommerzielle Ausbeutung 1967 durch einen Streik beendet wurde. Wichtige historische Markierungen stellen die Empfehlungen des deutschen Naturforschers Alexander von Humboldt zur unterirdischen Salzgewinnung in der Region aus dem Jahr 1801 dar.

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Quellen

  • Las2orillas

  • Las2orillas.co

  • Blu Radio

  • YouTube

  • YouTube

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