Strategien zum Schutz von Haustieren vor dem Stress saisonaler Feuerwerke

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Die jährliche Zunahme von Feuerwerkskörpern stellt für viele Haustiere eine erhebliche Belastung dar, da deren Gehör wesentlich empfindlicher auf akustische Reize reagiert als das menschliche. Die intensiven, unvorhersehbaren Explosionen und grellen Lichtblitze, die oft bereits ab dem Verkaufsstart am 28. Dezember auftreten, können bei Hunden und Katzen ausgeprägte Panikreaktionen auslösen. Beobachtungen zeigen, dass sich diese Angst durch Zittern, Schwitzen oder unkontrolliertes Wasserlassen manifestieren kann.

Bei Hunden und Katzen führt der Lärm primär zu Angstzuständen. Während fast jede zweite Katze (42,4 %) während des Feuerwerks einen Rückzugsort aufsucht, neigen Hunde vermehrt zum Hecheln oder zeigen Fluchtverhalten (21,9 %). Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN hebt hervor, dass die Angst vor Feuerwerk ein weit verbreitetes Tierschutzproblem darstellt, von dem sich Tiere nur langsam erholen. Die potenziellen Konsequenzen dieser akustischen Traumata sind gravierend: In ihrer Verzweiflung versuchen Tiere, ihrer Umgebung zu entkommen, was zu schweren Verletzungen oder dem Verlorengehen führen kann. Laut einer Erhebung von Tasso wurden allein an Silvester und Neujahr 2022 insgesamt 667 Hunde als vermisst gemeldet. Svenja Gruszeczka, Erste Vorsitzende von Hunderettung Europa e.V., unterstreicht, dass jährlich Hunderte von Tieren entlaufen und nicht alle diese Nacht überleben.

Die Unvorhersehbarkeit des Feuerwerkslärms, im Gegensatz zu Gewittern, bei denen oft Vorwarnzeichen wie Druckveränderungen auftreten, macht die Situation für Tiere besonders stressig, da sie keine Möglichkeit zur Anpassung haben. Tierärztliche Fachkreise raten entschieden von der eigenmächtigen Verabreichung älterer Sedativa wie Acepromazin ab. Dieses Phenothiazin kann zwar in der Veterinärmedizin zur Sedierung eingesetzt werden, birgt jedoch das Risiko eines ausgeprägten Blutdruckabfalls und wird daher bei Tieren im Schockzustand nur mit Vorsicht angewendet. Aufgrund dieses Nebenwirkungsspektrums und der Existenz modernerer Alternativen gilt Acepromazin nicht als Mittel der ersten Wahl. Stattdessen wird die Konsultation eines Veterinärmediziners zur Entwicklung eines klinischen oder spezialisierten Verhaltensmanagementplans bei ausgeprägten Phobien als unerlässlich erachtet.

Zur proaktiven Prävention empfehlen Fachleute die Schaffung einer kontrollierten, sicheren Umgebung. Dies beinhaltet das Schließen aller Fenster und Rollläden zur Dämpfung von Licht und Schall sowie die Etablierung eines innenliegenden, höhlenartigen Rückzugsortes. Eine adäquate körperliche und geistige Auslastung des Tieres am Vortag und am frühen Tag des Ereignisses kann ebenfalls zur Stressreduktion beitragen. Zudem sollte die Anwesenheit einer vertrauten Bezugsperson gewährleistet sein, deren souveränes Verhalten Sicherheit vermitteln kann. Zur Überdeckung der Geräuschkulisse werden Maßnahmen wie weißes Rauschen, spezielle klassische Musik für Tiere oder laufende Ventilatoren empfohlen, um die Intensität der Detonationen zu mildern.

Hundehalter sollten Gassirunden frühzeitig, idealerweise vor Einbruch der Dunkelheit, durchführen und die Tiere konsequent an der Leine führen, um Fluchtversuche zu verhindern. Dies gilt auch für die frühen Morgenstunden des Neujahrstages, an denen noch Überreste von Feuerwerkskörpern liegen können. Langfristige Maßnahmen umfassen das gezielte Desensibilisierungstraining, bei dem dem Hund über Monate hinweg Feuerwerksgeräusche in aufsteigender Lautstärke vorgespielt werden, oft kombiniert mit positiver Verstärkung durch Spiel oder Futter. Organisationen wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH) setzen sich im Rahmen des Aktionsbündnisses #BöllerCiao für ein bundesweites Feuerwerksverbot ein, um das Leiden von Heim- und Wildtieren zu beenden. Einige Tierhalter weichen auf Orte ohne Feuerwerksverbot aus, wie ausgewählte Nordseeinseln oder Teile des Harzes, um ihren Tieren eine angstfreie Zeit zu ermöglichen.

Die Auswertung der Hunde-Community-App Dogorama zeigte zudem, dass Berlin mit 493 gemeldeten entlaufenen Hunden in den letzten vier Jahren der gefährlichste Hotspot in Deutschland während der Silvesternacht ist, gefolgt von Hamburg mit 211 Fällen. Diese Zahlen verdeutlichen die Notwendigkeit umfassender Präventions- und Schutzmaßnahmen für Haustiere rund um den Jahreswechsel.

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Quellen

  • Medio Tiempo

  • infobae

  • pet.istoe.com.br

  • Mediotiempo

  • Infobae

  • TReporta

  • Expreso

  • El 10 TV | Televisión Salteña

  • Infobae

  • Mediotiempo

  • Diario Huarpe

  • Yahoo Noticias

  • Marcela Fittipaldi Magazine

  • The Jerusalem Post

  • Science Alert

  • The Optimist Daily

  • IstoÉ Pet

  • R7 Entretenimento

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