Von Isaï und Stern: Guarneri del Gesù Violine erzielt 2,3 Millionen Euro in Paris
Bearbeitet von: alya myart
Ein bemerkenswertes Instrument, gefertigt vom italienischen Meister Bartolomeo Giuseppe Guarneri, bekannt als del Gesù, wurde kürzlich bei einer Auktion von Artcurial in Paris für über 2,3 Millionen Euro versteigert. Die Schätzung für dieses Meisterwerk, das zwischen 1698 und 1744 in Cremona entstand, lag ursprünglich zwischen 2 und 2,5 Millionen Euro. Dies unterstreicht die ungebrochen hohe Nachfrage nach den Kreationen dieses legendären Geigenbauers. Angesichts der Tatsache, dass weniger als 150 Violinen von Guarneri del Gesù erhalten geblieben sind, stellt jedes Exemplar eine absolute Rarität auf dem Markt dar – ein starker Kontrast zu seinem berühmten Zeitgenossen Antonio Stradivari, dessen geschätzter Gesamtbestand bei rund 1100 Instrumenten liegt.
Violine von Guarneri del Gesù
Die Klangcharakteristik der Guarneri del Gesù Instrumente unterscheidet sich signifikant von denen Stradivaris. Typischerweise weisen sie einen intensiveren, oftmals als „aggressiver“ beschriebenen Timbre auf. Der Beiname „del Gesù“ leitet sich von der IHS-Monogramm-Signatur (Iesus Hominum Salvator) ab, die der Meister auf den Etiketten anbrachte. Guarneri legte seinen Fokus primär auf die akustische Qualität, was sich manchmal in einer gewissen asketischen oder schlichteren äußeren Gestaltung seiner Werke widerspiegelte.
Die nun verkaufte Violine besitzt eine außergewöhnliche Provenienz, die ihren Wert zusätzlich steigert. Sie diente einst dem herausragenden Geiger Eugène Ysaÿe als Spielinstrument, bevor sie in den Besitz von Isaac Stern überging. Die Tatsache, dass beide Virtuosen handschriftliche Anmerkungen im Inneren des Korpus hinterlassen haben, macht dieses Stück zu einem besonders begehrten Sammlerobjekt. Solche persönlichen Spuren historischer Meister erhöhen den ideellen und materiellen Wert immens.
Eine weitere Besonderheit dieses spezifischen Instruments liegt in seiner Konstruktion: Während die Decke von del Gesù selbst gefertigt wurde, stammt der Schnecke (Scroll) von seinem Vater, Giuseppe Giovanni Battista Guarneri. Experten von Artcurial betonten, dass das Spielen einer solchen Violine für jeden Geiger ein „verwirklichten Traum“ bleibe, was das anhaltende Interesse der Sammlergemeinschaft bestätigt. Im breiteren Kontext des Marktes für Streichinstrumente sind öffentliche Verkäufe von Guarneri-Geigen dieser Güte selten.
Vergleicht man dies mit anderen Verkäufen, so wurde beispielsweise die „Baltica“-Violine von 1731 mit einem Schätzwert von über 10 Millionen US-Dollar angeboten. Der erzielte Preis von 2,3 Millionen Euro für das nun versteigerte Exemplar deutet demnach auf eine eher konservative Bewertung hin, was möglicherweise auf spezifische bauliche Merkmale zurückzuführen ist. Generell werden Guarneri-Instrumente, insbesondere jene aus der späteren Schaffensperiode, für ihre klangliche Spannung und ihre gleichmäßige, weiche Ansprache über alle Saiten hinweg geschätzt.
Die erfolgreiche Veräußerung dieser historischen Violine fügt sich nahtlos in das Gesamtbild des florierenden Handels mit kunsthistorisch bedeutsamen Objekten auf globalen Auktionen ein. Sie bestätigt den Status solcher Instrumente als stabile und wertvolle Anlagegüter im Sammlermilieu. Das in Paris ansässige Auktionshaus Artcurial ist bekannt für die Durchführung bedeutender Versteigerungen, darunter auch kürzlich abgeschlossene Kunstauktionen, die Verkaufssummen im zweistelligen Millionenbereich erreichten.
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Quellen
Yahoo actualités
CNews
Sortiraparis
Orange Actu
Le Figaro
Total Baroque Magazine
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