Strategien gegen Stimmungstiefs: Lichtexposition und Musik als psychologische Interventionen

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Psychologische Fachleute empfehlen proaktive Maßnahmen zur Abfederung von Stimmungstiefs, die häufig bei anhaltend trübem Wetter auftreten. Ein zentraler Ansatzpunkt ist die Maximierung der Lichtexposition, da Licht essenziell für die Synthese von Serotonin ist, einem Neurotransmitter, der maßgeblich die Stimmungsregulation beeinflusst. Die saisonale depressive Störung (SAD), bekannt als Winterdepression, wird direkt mit reduziertem Tageslicht in Verbindung gebracht, was zu einem Absinken des Serotoninspiegels und einer relativen Erhöhung des schlaffördernden Hormons Melatonin führt.

Zur Kompensation dieser Effekte wird geraten, Fenster zu öffnen, helle künstliche Beleuchtung zu nutzen oder sich in unmittelbarer Nähe natürlicher Lichtquellen aufzuhalten, um die stimmungsaufhellende Wirkung des Sonnenlichts zu simulieren. Die gezielte Anwendung von Lichttherapie, oft unter Verwendung von Tageslichtlampen mit einer Intensität von mindestens 10.000 Lux, gilt als anerkannte Behandlungsmethode zur Linderung der SAD-Symptome. Chronobiologen weisen darauf hin, dass diese Lichtexposition den zirkadianen Rhythmus reguliert, was die Wachsamkeit steigert und die Stimmung stabilisiert. Studien belegen bei nicht-saisonaler Depression eine um 20% höhere Ansprechrate bei Patienten, die Lichttherapie erhielten. Es ist jedoch zu beachten, dass künstliches Licht den Aufenthalt im Freien nicht vollständig ersetzen kann, da dieser zusätzliche Vorteile wie Bewegung und frische Luft bietet.

Ergänzend zur Lichtoptimierung wird die aktive Beschäftigung mit persönlich bedeutungsvoller oder wohltuender Musik als Methode zur Beruhigung des Geistes und zur Stabilisierung emotionaler Zustände angeführt. Musiktherapie etabliert sich als wertvolles Werkzeug, insbesondere dort, wo verbale Kommunikation an ihre Grenzen stößt, da sie einen nonverbalen Zugang zu Emotionen ermöglicht. Forschungsergebnisse, unter anderem von der Queen's University und der Bournemouth University in Zusammenarbeit mit dem Northern Ireland Music Therapy Trust, belegen, dass Musiktherapie bei Kindern und Jugendlichen mit Depressionen das Selbstbewusstsein und die Kommunikationsfähigkeit signifikant verbesserte, wobei diese positiven Effekte langfristig anhielten.

Die Psychotherapeutin Tamara Steiner von der Psychiatrischen Tagesklinik Hainburg bestätigt, dass neben der Lichttherapie auch körperliche Bewegung eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung saisonaler Depressionen spielt. Zusammenfassend bilden die bewusste Steuerung der Lichtverhältnisse und die gezielte Nutzung auditiver Reize durch Musik ein effektives, niedrigschwelliges Verteidigungssystem gegen wetterbedingte Einbrüche des psychischen Wohlbefindens. Die Kombination dieser umsetzbaren Schritte ermöglicht es Individuen, dunklere Perioden mit größerer Resilienz zu begegnen und die innere Stabilität aufrechtzuerhalten.

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Quellen

  • https://women.okezone.com/

  • Kasandra Associates – Strategic Mental Health & Wellness Solution

  • Sunshine, Serotonin, and Skin: A Partial Explanation for Seasonal Patterns in Psychopathology? - PubMed Central

  • Seeing the Light of an Improved Mood - Michigan Medicine

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