Therapeutische Naturverbindung: Kinder bemalen Kieselsteine für Pinguine im Zoo Edinburgh
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Eine jährliche Kooperation zwischen der Edinburgh Children's Hospital Charity (ECHC) und dem Edinburgh Zoo etabliert eine therapeutische Naturverbindung für junge Patienten des Royal Hospital for Children and Young People (RHCYP). Diese seit 2022 bestehende Initiative zielt darauf ab, Patienten, die physische Barrieren beim Zugang zur Natur erleben, eine tiefere Verbindung zur Tierwelt zu ermöglichen. Im Rahmen der Partnerschaft gestalten die Kinder sogenannte „Liebeskiesel“ (Love Pebbles) für die Eselspinguine (Gentoo penguins) während deren Brutzeit, ein Ritual, das Hingabe und den Nestbau symbolisiert.
Entdeckungs- und Gemeinschaftsbeauftragte der Royal Zoological Society of Scotland (RZSS) liefern die bemalten Steine im Rahmen wöchentlicher interaktiver Sitzungen in das Krankenhaus. Für die Saison 2026 wurden über 1.000 Kieselsteine bemalt, was den Kindern einen fokussierten, positiven Inhalt jenseits ihrer medizinischen Behandlungen bot. Die Eselspinguine nutzen diese Steine, die in ihrer natürlichen Umgebung unter fünf Zentimetern Durchmesser aufweisen, als Hauptbausteine für ihre Nester; das Sammeln von Steinen ist ein wichtiger Teil ihres Balzrituals, vergleichbar mit der Übergabe eines Verlobungsringes.
Die Kinder verfolgen die Auswahl der Steine durch die Pinguine über Live-Streams, was eine entscheidende Verbindung zur Außenwelt schafft und ihnen ermöglicht, die Brutaktivitäten in Echtzeit zu beobachten. RZSS-Mitarbeiterin Rebecca Parr, die von den Patienten oft als „Zoo Lady“ bezeichnet wird, bringt den Patienten die Tierwelt näher, indem sie beispielsweise Fotos von Tieren zeigt, die medizinische Eingriffe erhalten. Diese Form der Naturtherapie ist wissenschaftlich fundiert und zeigt positive Auswirkungen auf die psychische und physische Gesundheit hospitalisierter Kinder.
Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass positive, produktive Aktivitäten, die direkte Beteiligung an sensorischen Erfahrungen ermöglichen, den Umgang hospitalisierter Kinder mit Stress emotional verbessern können. Speziell die Interaktion mit der Natur kann Angstzustände reduzieren, die Aufmerksamkeit steigern und ein Gefühl der Stabilität in der unvorhersehbaren Krankenhausumgebung vermitteln. Roslyn Neely, CEO der ECHC, betonte, dass diese Aktivität eine willkommene Ablenkung biete, die es den jungen Patienten ermögliche, sich auf etwas jenseits ihrer Erkrankung zu konzentrieren und eine Bindung über die gemeinsame Tierliebe aufzubauen.
Die Initiative schafft eine greifbare, physische Verbindung zwischen den Patienten und den Tieren, da die Kinder beobachten können, wie die Pinguine ihre bemalten Kieselsteine in ihre Nester integrieren. Die Eselspinguine im Edinburgh Zoo, von denen über 100 im „Penguins Rock“ leben, sind für ihre Energie bekannt und gehören zu den Lieblingstieren der jungen Patienten. Die Bemühungen der Kinder werden von der Charity als ein Mittel gesehen, um ihnen Momente der Freude und Verbundenheit zurückzugeben, die durch den Krankenhausaufenthalt verloren gegangen sind.
Die Veranstaltung, die in diesem Jahr zum vierten Mal stattfindet, unterstreicht die Bedeutung integrativer ganzheitlicher Pädiatrie, die den gesamten Menschen und nicht nur die Krankheit adressiert. Die positive Wirkung erstreckt sich auch auf die Familien; Mütter berichten, dass Aktivitäten wie das gemeinsame Bemalen der Steine mit ihren Kindern ihnen helfen, sich auf die Genesung ihrer Liebsten zu konzentrieren und eine positive Erfahrung zu schaffen. Die RZSS verfolgt mit solchen Projekten das Ziel, tiefere Verbindungen zur Tierwelt für mehr Menschen zu schaffen, insbesondere für diejenigen, die durch Umstände wie Krankenhausaufenthalte von der Naturerfahrung ausgeschlossen sind.
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Quellen
TrikalaView
WUSA9
The Washington Post
YouTube
Bluesky
Edinburgh Children's Hospital Charity
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