Tanztherapie: Körper-Geist-Einheit als psychotherapeutischer Ansatz

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Die Tanztherapie etabliert sich als eine tiefgreifende psychotherapeutische Methode, die Bewegung als primäres Vokabular zur Artikulation innerer Zustände nutzt. Diese körperorientierte Praxis basiert auf der fundamentalen Annahme der Einheit und Wechselwirkung zwischen physischen, emotionalen, kognitiven und sozialen Prozessen. Die Therapieform unterstützt Entwicklungsprozesse und erleichtert Klienten die Selbsterfahrung und Heilung durch Bewegung.

Im Zentrum der Methodik stehen diverse Bewegungsschemata, darunter vertikale, zirkuläre und horizontale Formen, die dazu dienen, die Haltung und die emotionalen Dispositionen des Einzelnen im Raum zu verschlüsseln und Bedeutung zu konstruieren. Der Fokus der Techniken erstreckt sich von der Kopf- bis zur Fußregion, wobei energetische Komponenten bewusst einbezogen werden, um ein Gleichgewicht, gesteigerte Konzentration und eine dynamische Präsenz zu kultivieren. Diese gezielte Lenkung der Aufmerksamkeit auf das Leibliche ermöglicht eine dialektische Auseinandersetzung zwischen psychologischem Erleben und körperlichem Ausdruck, was die Vitalität und innere Stärke steigert.

Die historischen Fundamente der Tanz- und Bewegungstherapie (DMT) wurden maßgeblich durch visionäre Persönlichkeiten wie Martha Graham und Mary Whitehouse gelegt, deren frühe Arbeiten die theoretischen und praktischen Rahmenbedingungen dieser anerkannte kreativ-künstlerische Verfahrensweise prägen. Ursprünglich war Tanz ein integraler Bestandteil spiritueller und heilender Rituale in vielen Kulturen, bevor eine Entfremdung vom Körperlichen in Europa ab dem Mittelalter stattfand. Therapeuten in sozialen Einrichtungen, Kliniken oder ambulanten Praxen unterstützen heute den individuellen tänzerischen Entdeckungsprozess, indem sie Bewegungseffekte aufzeigen und das Wohlbefinden im eigenen Körper fördern.

Aktuelle Entwicklungen deuten auf eine Symbiose hin, in der technologische Innovationen die etablierten therapeutischen Grundlagen ergänzen, wobei der Kern der Methode – die freie Bewegung zur emotionalen Äußerung und Heilung – unangetastet bleibt. Während die Forschung sich mit Themen wie KI-nativen Plattformen und Multi-Agenten-Systemen befasst, bleibt die physische Interaktion in der DMT unersetzlich, wenngleich virtuelle Welten neue Ansätze für die Abstraktion und Rückkopplung physikalischer Gegebenheiten eröffnen könnten. Diese Integration muss stets das Ziel verfolgen, den Zugang zum eigenen Körper und zur eigenen Persönlichkeit zu vertiefen, Ängste zu lösen und das Selbstbewusstsein zu stärken, wie es beispielsweise bei Jugendlichen in Augsburg im Rahmen der Kinder- und Jugendpsychiatrie beobachtet wurde.

Die therapeutische Anwendung reicht von der Unterstützung neurologisch beeinträchtigter Patienten, wie jener mit Parkinson, bei denen durch gezielte Bewegung die Körperhaltung verbessert und die Koordination gestärkt wird, bis hin zur Arbeit mit Essstörungen, wo ein liebevoller Bezug zum Körper wiederhergestellt werden soll. Die Freude an der Bewegung, das Erleben ohne Bewertung und die Möglichkeit, sich in der Gruppe ohne Leistungsdruck zu zeigen, stehen im Vordergrund dieser heilenden Begegnung mit dem Selbst. Die Fähigkeit, durch Tanz Energie für die ganze Woche zu schaffen, zeigt, dass diese Methode tiefgreifende psychische Resilienz fördert.

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Quellen

  • Acento

  • Formación en Danzaterapia 2026 (Online)

  • Danza terapia: permite conectar y navegar por varias emociones - YouTube

  • Danzaterapia: orígenes y fundamentos

  • Danza Movimiento Terapia: el cuerpo como puente hacia el inconsciente - Blog CJ

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