Fünf Emotionen: Lexikalische Lücken in der globalen Sprachlandschaft

Bearbeitet von: Vera Mo

Die menschliche Sprache, mit schätzungsweise 7.000 existierenden Sprachen, stellt eine universelle Herausforderung bei der präzisen Beschreibung komplexer emotionaler Zustände dar. Diese lexikalischen Besonderheiten spiegeln tief verwurzelte kulturelle Wahrnehmungen wider, die sich einer einfachen Übertragung in andere Vokabulare entziehen. Während das Deutsche Konzepte wie Weltschmerz für eine spezifische Weltmüdigkeit bereithält, existieren in anderen Sprachen Begriffe, die eine vielschichtigere emotionale Erfahrung in einem einzigen Wort bündeln.

Ein Beispiel hierfür ist Onsra aus der Boro-Sprache Indiens, die in der Region Assam beheimatet ist. Es beschreibt die melancholische, bittersüße Empfindung, jemanden zu lieben, von dem man weiß, dass diese Liebe enden muss oder losgelassen werden sollte. Diese Nuance des Festhaltens trotz des Wissens um den bevorstehenden Verlust betont die Wahl des flüchtigen Glücks. Laut Forschungen bietet die Boro-Sprache, die in westlicher und Devanagari-Schrift existiert, eine Fülle solcher differenzierter Ausdrücke.

Aus der indigenen Yaghan-Sprache Feuerlands stammt Mamihlapinatapai, ein Ausdruck, der im Guinness-Buch der Rekorde als das prägnanteste Wort geführt wurde. Es umschreibt den intensiven, geteilten Blickwechsel zwischen zwei Individuen, die sich gegenseitig wünschen, eine bestimmte Handlung zu initiieren, aber aus Scheu oder Zögern keiner den ersten Schritt wagt. Dieser Zustand des gegenseitigen Erwartens ohne verbale Kommunikation wird in der Spieltheorie als "Volunteer's Dilemma" herangezogen, um Situationen zu illustrieren, in denen alle profitieren würden, aber niemand die Verantwortung übernehmen möchte.

Das Inuit-Vokabular birgt Iktsuarpok, welches das rastlose, ungeduldige Gefühl beschreibt, das eine Person dazu veranlasst, wiederholt zur Tür oder zum Fenster zu schauen, um die Ankunft einer erwarteten Person zu prüfen. Diese spezifische Form der Ungeduld, die sich in physischer Überprüfung manifestiert, zeigt, wie die Inuit-Kultur alltägliche, aber emotional aufgeladene Zustände benennt. Ebenso verkörpert Sisu, ein kultureller Eckpfeiler Finnlands, außergewöhnliche Entschlossenheit und Zähigkeit angesichts scheinbar unüberwindbarer Widrigkeiten, insbesondere wenn der Erfolg unwahrscheinlich erscheint. Historisch wurde dieser Begriff oft im Kontext von Kriegshandlungen, wie dem Winterkrieg von 1939 bis 1940, verwendet.

Abschließend existiert in China Yuanfen, welches die schicksalhafte Koinzidenz oder die natürliche Affinität beschreibt, die zwei Individuen zusammenführt, oft im romantischen Kontext. Das Konzept, das sich aus buddhistischen Vorstellungen von Karma entwickelt hat, impliziert eine durch vergangene Handlungen vorbestimmte Verbindung. Ein chinesisches Sprichwort verdeutlicht die Kostbarkeit dieser Begegnung: "Zehn Jahre Meditation bringen zwei Menschen dazu, dieselbe Fähre zu besteigen, hundert Jahre Meditation bringen sie dazu, den Kopf auf dasselbe Kissen zu legen." Die Tiefe dieser fünf ausgewählten Begriffe unterstreicht die Vielfalt menschlicher Erfahrung, die in den rund 7.000 Sprachen der Welt einzigartig kodiert ist.

Quellen

  • BRIGITTE

  • Il Messaggero

  • DH.be

  • L'Opinion

  • Комментарии Украина

  • El Confidencial

  • Люкс (UKR.NET)

  • Urban Dictionary

  • Wikipedia

  • Wiktionary

  • South China Morning Post

  • Wise & Shine

  • Sky TG24

  • The Social Post

  • Virgilio Sapere

  • Tecnica della Scuola

  • La Capitale

  • Question et réponse écrite n° : 0137 - Législature : 56 - La Chambre des représentants de Belgique

  • Bernard Quintin - Wikipedia

  • Schriftelijke vragen en antwoorden Questions et réponses écrites 02-02-2025 - Chambre des représentants

  • Questions et réponses écrites Schriftelijke vragen en antwoorden 31-1-2023 - Chambre des représentants

  • EFG International

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