Präsident Kubas bestätigt Dialog mit USA inmitten verschärfter Energiekrise
Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich
Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel bestätigte am Freitag, dem 13. März 2026, die Aufnahme von Verhandlungen mit der Regierung der Vereinigten Staaten. Diese Erklärung erfolgte inmitten einer gravierenden Energieknappheit auf der Insel und validierte damit seit Längerem kursierende Spekulationen über diplomatische Kontakte. Díaz-Canel bezeichnete die geführten Diskussionen als Bemühungen zur Beilegung bilateraler Differenzen, wobei er die Vermittlung durch internationale Akteure als wesentlich für den Prozess erachtete. Er charakterisierte den laufenden Austausch als äußerst sensibel und zielgerichtet auf eine Abkehr von konfrontativen Strategien, betonte jedoch, dass Einigungen noch „weit entfernt“ seien und Kuba auf einer Basis von Gleichberechtigung und Respekt für die jeweiligen politischen Systeme bestehe.
Die akute Notlage wird primär auf eine von den USA initiierte Treibstoffblockade zurückgeführt. Laut Díaz-Canel hat diese Maßnahme seit Anfang Dezember 2025 zu einem vollständigen Ausbleiben von Erdöltransporten geführt, was nunmehr drei Monate andauert. Diese Unterbrechung der Versorgung folgte auf die Intervention der USA in Venezuela im Januar 2026, welche zur Androhung von Zöllen durch eine Exekutivanordnung des US-Präsidenten gegen Länder führte, die Kuba mit Öl beliefern. Die Konsequenz dieser Knappheit war die Stilllegung von zwei Kraftwerken sowie eine Einschränkung der Solarpark-Generierung, was weitreichende und stundenlange Stromausfälle zur Folge hatte. Diese Ausfälle beeinträchtigten Kommunikation, Bildung und Transport massiv und führten zur Verschiebung von Operationen für Zehntausende Patienten.
Als drastische Sparmaßnahme wurde die Umstellung von über 115 Bäckereien auf die Nutzung von Brennholz oder Kohle für den Betrieb angeordnet. Die gesundheitliche Infrastruktur ist besonders betroffen: Über 96.000 Menschen warten auf Operationen, und Programme für Mütter und Neugeborene sind durch die instabile Energieversorgung für notwendige Ultraschalluntersuchungen gefährdet. Die chronische Energiekrise, die bereits seit 2021 besteht und durch die Einstellung venezolanischer Öllieferungen im September 2025 zusätzlich verschärft wurde, wird von Kritikern als „chirurgisch gestaltete Belagerung“ bezeichnet, die auf die Untergrabung der sozialen Stabilität abzielt. Zudem erschwert die Aufnahme Kubas in die US-Liste der Terrorunterstützerstaaten den Zugang zu internationalen Krediten.
Kurz nach der öffentlichen Bestätigung durch Díaz-Canel gaben US-Beamte ein geheimes Sondierungsgespräch zwischen Außenminister Marco Rubio und Raúl Guillermo Rodríguez Castro am 25. Februar 2026 bekannt. Dieses Treffen fand am Rande des Gipfeltreffens der Karibischen Gemeinschaft in St. Kitts und Nevis statt. Rodríguez Castro, der als einflussreiche Figur innerhalb des Umfelds gilt, gilt als ein wichtiger Kontaktpunkt für Washington, obwohl er keine formelle Regierungsposition innehat. Parallel dazu bestätigte die kubanische Regierung Anfang März die Erhebung von Terrorismusanklagen im Zusammenhang mit einem Grenzvorfall vom 25. Februar 2026, bei dem ein in Florida registriertes Schnellboot mit dem Kennzeichen FL7726SH auf kubanische Truppen feuerte, was zu vier Toten und sechs Verletzten auf Seiten der Angreifer führte. Díaz-Canel teilte zudem mit, dass FBI-Beamte zur Informationsaustausch über diesen Schusswechsel in Kürze Kuba besuchen werden.
Das US-Außenministerium erwägt Berichten zufolge eine Reduzierung der Personalstärke in der US-Botschaft in Havanna aufgrund der Treibstoffknappheit, was eine spiegelbildliche Reduzierung der kubanischen Botschaft in Washington nach sich ziehen könnte. Brian Fonseca von der Florida International University merkte an, dass weniger diplomatisches Personal das Verständnis der USA für die Lage vor Ort erschweren würde. Die US-Botschaft in Havanna operiert bereits seit März 2018 mit reduzierter Belegschaft aufgrund von Gesundheitsproblemen bei Mitarbeitern.
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Quellen
Japan Today
The Guardian
CP24
PBS NewsHour
Axios
CBS News
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