Midea stellt Sechsarm-Roboter MIRO U vor: Abkehr vom rein anthropomorphen Design
Bearbeitet von: Svetlana Velgush
Der chinesische Industriekonglomerat Midea Group präsentierte am 5. Dezember 2025 im Rahmen des Forums der Neuen Wirtschaft des Großen Gürtels in Guangzhou seinen humanoiden Roboter MIRO U. Midea positioniert diese Neuentwicklung bewusst als einen „Superhumanoiden“, der bewusst von einer exakten Nachbildung menschlicher Anatomie abrückt. Stattdessen liegt der Fokus auf einer multidimensionalen operativen Effizienz, die speziell für industrielle Umgebungen konzipiert wurde. Der MIRO U stellt bereits die dritte Generation der Roboterentwicklungslinie von Midea dar.
Das herausragende Merkmal des MIRO U ist seine Ausstattung mit sechs bionischen Armen. Diese Konfiguration ermöglicht es dem Roboter, komplexe Aufgaben simultan und multithreaded zu bearbeiten. Die Konstruktion verfolgt eine klare Funktionsaufteilung: Die unteren Gliedmaßen sind primär für die Gewährleistung einer stabilen Basis und den Transport schwerer Komponenten zuständig. Im Gegensatz dazu konzentrieren sich die oberen Arme auf hochpräzise Montagearbeiten. Um Flexibilität zu gewährleisten, verfügt der Roboter über modulare Endeffektoren, die je nach Fertigungsanforderung schnell ausgetauscht werden können.
Anstelle einer rein zweibeinigen Fortbewegung setzt Midea beim MIRO U auf ein Rad-Bein-Hybridfahrwerk. Dieses System bietet nicht nur eine robuste vertikale Stabilität beim Heben, sondern ermöglicht dem Roboter auch eine vollständige 360-Grad-Drehung an Ort und Stelle. Diese Manövrierfähigkeit ist ein entscheidender Vorteil, um sich effizient in beengten Produktionsbereichen bewegen zu können.
Wei Chang, der technische Leiter von Midea, betonte, dass der eigentliche Mehrwert des MIRO U in der Erzielung eines signifikanten Sprungs in der operativen Leistung im Vergleich zu herkömmlichen Arbeitssystemen liegt. Das Unternehmen prognostiziert, dass eine vollständige Implementierung des Roboters die Effizienz bei der Umrüstung von Fertigungslinien und der Prozessanpassung um beeindruckende 30 Prozent steigern könnte. Die ersten Pilotversuche dieser Spitzentechnologie sind für Ende Dezember 2025 auf dem hochmodernen Waschmaschinenproduktionswerk von Midea in Wuxi, Provinz Jiangsu, angesetzt.
Die Fortschritte in der Robotik bei Midea sind eng mit der Unternehmensstrategie verknüpft, die ihren Ursprung in den Investitionen in den deutschen Industrieroboterhersteller KUKA im Jahr 2015 hatte. Bis 2017 erwarb Midea die Mehrheitsbeteiligung an KUKA, und die vollständige Übernahme wurde bis 2022 abgeschlossen. Wei Chang hatte zuvor eine dreistufige Forschungs- und Entwicklungsstrategie dargelegt: Erstens die Steigerung der Intelligenz von Industrierobotern durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, zweitens die Robotisierung von Haushaltsgeräten und drittens die Entwicklung humanoider Roboter, zu denen auch „Superhumanoide“ wie der MIRO U zählen.
Ergänzend zur industriellen MIRO-Serie arbeitet Midea parallel an der Entwicklung der „Meila“-Serie, die für den kommerziellen und privaten Sektor vorgesehen ist und deren Markteinführung für das Jahr 2026 geplant ist. Die Vorstellung des MIRO U findet vor dem Hintergrund eines regionalen Trends statt, der im 15. Fünfjahresplan verankert ist und die Beschleunigung der Einführung von Robotik unter dem Schlagwort „Neue Qualitäten der Produktionskräfte“ hervorhebt. Der technische Ansatz, der bewusst auf strikte Anthropomorphie zugunsten funktionaler Vielarmigkeit verzichtet, wird von Experten als Zeichen einer gewissen Reife gewertet, da er direkt auf die Maximierung des Durchsatzes im Kontext der Industrie 4.0 abzielt.
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Quellen
اليوم السابع
TechEBlog
Humanoids Daily
South China Morning Post
Intimedia
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