Der UN-Sicherheitsrat hat einstimmig beschlossen, die Mission der Vereinten Nationen zur vorübergehenden Truppe im Libanon (UNIFIL) bis Ende Dezember 2026 zu beenden. Diese Entscheidung, die durch anhaltenden Druck der Vereinigten Staaten und Gespräche mit europäischen Verbündeten beeinflusst wurde, markiert das Ende einer fast fünf Jahrzehnte langen Präsenz im Südlibanon.
Die Resolution sieht einen geordneten und sicheren Abzug der rund 10.800 UNIFIL-Kräfte innerhalb des folgenden Jahres vor, wobei die libanesischen Streitkräfte (LAF) die volle Verantwortung für die Sicherheit in der Region übernehmen sollen. UNIFIL wurde 1978 nach der israelischen Invasion im Libanon aufgestellt und sein Mandat wurde nach dem Krieg zwischen Israel und der Hisbollah im Jahr 2006 erweitert, um bei der Überwachung von Waffenstillständen zu helfen und die LAF zu unterstützen. Die Mission war maßgeblich an der Aufrechterhaltung eines gewissen Maßes an Stabilität beteiligt, indem sie die sogenannte Blaue Linie entlang der Grenze patrouillierte und zur Deeskalation beitrug.
Die USA argumentieren seit langem, dass die Mission ineffektiv und kostspielig geworden sei, und fordern deren Beendigung. Israel teilt diese Ansicht und erklärt, UNIFIL habe die militärische Aufrüstung der Hisbollah nicht wirksam eingedämmt. Die Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die LAF stellt einen entscheidenden Moment dar. Libanesische Beamte äußerten Bedenken, dass die LAF erhebliche internationale Unterstützung, einschließlich Finanzierung und Ausrüstung, benötigen könnten, um die Sicherheit im Südlibanon eigenständig zu gewährleisten. Diese Einschätzung wird von einigen Analysten geteilt, die darauf hinweisen, dass die LAF möglicherweise noch nicht über die volle Kapazität verfügt, um das durch den Abzug von UNIFIL entstehende Vakuum zu füllen, insbesondere angesichts des komplexen Sicherheitsumfelds.
Parallel zum Abzug von UNIFIL laufen Initiativen zur Förderung der Stabilität. Saudi-Arabien und Katar haben Berichten zufolge angeboten, in eine neue Wirtschaftszone im Südlibanon zu investieren. Dieser Vorschlag ist mit Bemühungen verbunden, die Entwaffnung von Hisbollah-Mitgliedern zu fördern, indem ihnen alternative Lebensgrundlagen geboten werden. Die Führung der Hisbollah hat den Entwaffnungsplan jedoch Berichten zufolge abgelehnt, was die komplexen politischen und sicherheitspolitischen Dynamiken unterstreicht. Der Erfolg solcher Wirtschaftsinitiativen hängt von einem breiteren politischen Konsens und der Bereitschaft aller Parteien zur konstruktiven Zusammenarbeit ab.
Die Entscheidung zur Beendigung von UNIFIL spiegelt eine breitere Verlagerung der internationalen Friedenssicherung wider, mit einem wachsenden Fokus auf lokale Verantwortung. Während der Abzug die libanesische Souveränität stärken soll, wirft er auch Fragen hinsichtlich eines möglichen Sicherheitsvakuums und der Auswirkungen auf die regionale Stabilität auf. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um die Kapazität der LAF zur Aufrechterhaltung der Sicherheit zu bewerten und den komplexen Weg zu einem dauerhaften Frieden im Südlibanon zu gestalten. Die fortgesetzte Beteiligung der internationalen Gemeinschaft, insbesondere durch finanzielle und technische Unterstützung für die LAF, wird für eine stabile Übergangsphase von entscheidender Bedeutung sein.