Chinas Handelsbeauftragter Li Chenggang in Washington zu Wirtschaftsgesprächen

Bearbeitet von: S Света

Li Chenggang, Chinas internationaler Handelsbeauftragter und Vizehandelsminister, hat Washington D.C. vom 27. bis 29. August 2025 besucht, um Gespräche über die bilateralen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zu führen. Dieser Besuch fand im Rahmen eines bestehenden Zollfriedens statt, der eine Phase der Entspannung im Handelsstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt markiert.

Während seines Aufenthalts traf Li Chenggang mit Vertretern des US-Finanzministeriums, des Handelsministeriums und des Büros des US-Handelsbeauftragten zusammen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Überprüfung bestehender Vereinbarungen, die Erörterung von Wegen zur Bewältigung von Differenzen und die Ausweitung der Zusammenarbeit durch gleichberechtigten Dialog und Konsultationen. Eine Sprecherin der US-Regierung betonte, dass der Besuch nicht Teil formeller Verhandlungen sei, sondern eher informellen Gesprächen und dem Beziehungsaufbau diene.

Der Besuch fand vor dem Hintergrund eines Zollfriedens statt, der ursprünglich im Mai 2025 vereinbart und seitdem mehrfach verlängert wurde. Die aktuelle Vereinbarung sieht vor, dass die gegenseitigen Zölle bis zum 9. November 2025 ausgesetzt bleiben. Dies bedeutet, dass die US-Zölle auf chinesische Importe bei 30 Prozent und die chinesischen Zölle auf US-Exporte bei 10 Prozent liegen, eine deutliche Reduzierung gegenüber den zuvor geltenden Höchstsätzen, die teilweise über 100 Prozent lagen.

Wirtschaftsexperten wie Alicia Garcia Herrero von Natixis sehen in diesem Zollfrieden zwar eine Atempause, weisen jedoch darauf hin, dass grundlegende Probleme ungelöst bleiben und die Volatilität wieder zunehmen könnte. Die fortlaufenden Gespräche, auch wenn sie nicht als formelle Verhandlungen gelten, werden als wichtiger Schritt zur Stabilisierung der Beziehungen und potenziell als Vorbereitung für zukünftige Gipfeltreffen betrachtet.

Die Verlängerung des Zollfriedens hat spürbare Auswirkungen auf die Wirtschaft. US-Einzelhändler nutzen die Periode der relativen Ruhe, um ihre Lagerbestände für die bevorstehende Feiertagssaison aufzufüllen. Für chinesische Produzenten, die mit geringerer Nachfrage auf ihrem Hauptmarkt konfrontiert sind, ist die Suche nach alternativen Absatzmärkten eine anhaltende Herausforderung. Die Experten warnen zudem, dass höhere Zölle, sollten sie wieder eingeführt werden, die Inflation für amerikanische Verbraucher weiter anheizen könnten. Auch die Lieferkettenplanung profitiert von der aktuellen Stabilität, birgt aber weiterhin Risiken.

Das chinesische Handelsministerium hat seine Bereitschaft bekundet, mit den Vereinigten Staaten zusammenzuarbeiten, um den Mechanismus für bilaterale Wirtschafts- und Handelskonsultationen zu nutzen. Ziel sei es, Differenzen durch gleichberechtigten Dialog zu lösen und gemeinsam die gesunde, stabile und nachhaltige Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen zu fördern. Trotz der positiven Entwicklung bleiben Spannungen bestehen, wie anhaltende Diskussionen über US-Sojabohnenimporte nach China und die Überprüfung chinesischer Stahl-, Kupfer- und Lithiumimporte aufgrund von Vorwürfen der Zwangsarbeit zeigen. Diese Herausforderungen werden jedoch als Teil des kontinuierlichen Dialogs betrachtet, der Möglichkeiten für Wachstum und gegenseitiges Verständnis bietet.

Quellen

  • Reuters

  • China's trade envoy meets US officials to discuss economic ties

  • Chinese commerce ministry confirms Washington visit by trade envoy

  • Chinese official's U.S. visit not a prelude to future talks, source says

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