Thailand und Kambodscha vereinbaren 72-stündige Waffenruhe nach wochenlangen schweren Grenzgefechten

Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich

Am Samstag, dem 27. Dezember 2025, haben die Verteidigungsminister Thailands und Kambodschas offiziell ein Abkommen zur sofortigen Beendigung aller Kampfhandlungen entlang ihrer rund 800 Kilometer langen gemeinsamen Grenze besiegelt. Die feierliche Unterzeichnung fand am Grenzübergang zwischen der kambodschanischen Provinz Pailin und der thailändischen Provinz Chanthaburi statt.

Das gemeinsam verfasste Dokument, das von dem kambodschanischen Verteidigungschef Tea Banh und seinem thailändischen Amtskollegen Natthaphon Nakphanit unterzeichnet wurde, trat um 12:00 Uhr Ortszeit in Kraft und deckt das gesamte Spektrum militärischer Aktionen ab. Die Vereinbarung schreibt die unverzügliche Einstellung jeglicher Waffengewalt vor. Dies beinhaltet ein striktes Verbot von Angriffen auf zivile Einrichtungen, Infrastruktur und die Zivilbevölkerung auf beiden Seiten. Darüber hinaus verpflichteten sich die Vertragsparteien, jegliche Truppen- und Patrouillenbewegungen einzufrieren und die derzeitige Aufstellung der Streitkräfte beizubehalten.

Die Eskalation, die am 7. Dezember 2025 erneut aufflammte, stellte die schwerwiegendste militärische Zuspitzung der letzten Jahre dar. Sie wurzelt in einem langjährigen Gebietsstreit, der auf kolonialen Karten und Verträgen beruht und insbesondere die Regionen um die alten Tempelanlagen Preah Vihear und Ta Muen Thom betrifft. Während dieser Gefechte, die als die heftigsten seit Langem gelten, kamen mindestens 101 Menschen ums Leben, darunter auch Zivilisten. Über eine halbe Million Anwohner auf beiden Seiten der Grenze sahen sich gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Die thailändische Seite meldete 26 getötete Soldaten und 44 zivile Opfer, während Kambodscha 30 Todesfälle und 90 verletzte Zivilisten verzeichnete.

Ein zentrales Element zur Sicherstellung langfristiger Stabilität ist die Klausel zur Freilassung von 18 kambodschanischen Soldaten, die nach den Vorfällen im Juli festgenommen worden waren. Ihre Übergabe soll jedoch erst erfolgen, nachdem die Waffenruhe für einen Zeitraum von 72 Stunden lückenlos eingehalten wurde. Die Überwachung der Einhaltung dieser Vereinbarungen wurde der Beobachtermission des regionalen Blocks ASEAN übertragen. Dieser hatte zuvor am 22. Dezember eine Sondersitzung der Außenminister in Kuala Lumpur abgehalten. Das neue Abkommen sieht ferner die Wiederaufnahme der Bemühungen zur offiziellen Abgrenzung der strittigen Grenzabschnitte vor.

Der thailändische Premierminister Anutin Charnvirakul, der sein Amt im September 2025 angetreten hatte, wertete die diplomatischen Anstrengungen, die zu dieser gemeinsamen Erklärung führten, als Erfolg. Frühere Versuche der Versöhnung, einschließlich einer im Juli unter Vermittlung des US-Präsidenten Donald Trump erzielten Einigung, erwiesen sich als nicht von Dauer, was die Zerbrechlichkeit des aktuellen Waffenstillstands verdeutlicht. Die militärische Führung Thailands, repräsentiert durch General Natthaphon Nakphanit, bleibt wachsam und hat vor schnellen Gegenmaßnahmen gewarnt, sollte Kambodscha die vereinbarten Bedingungen verletzen.

7 Ansichten

Quellen

  • Bild

  • Bloomberg Business

  • CBS News

  • The Guardian

  • Reuters

  • GMX.AT

  • The Associated Press

  • The Guardian

  • Reuters

  • CBS News

  • Al Jazeera

  • Britannica

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