László Krasznahorkai erhält den Literaturnobelpreis 2025: Eine Würdigung der Kunst inmitten apokalyptischer Schrecken
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Die Schwedische Akademie hat den Literaturnobelpreis des Jahres 2025 an den herausragenden ungarischen Schriftsteller László Krasznahorkai verliehen. Die Auszeichnung würdigt sein „überzeugendes und weitsichtiges Schaffen, das inmitten apokalyptischen Schreckens die Kraft der Kunst bekräftigt“. Zum Zeitpunkt der Bekanntgabe ist der am 5. Januar 1954 geborene Preisträger 71 Jahre alt. Die feierliche Übergabe des Preises findet traditionsgemäß am 10. Dezember 2025 in Stockholm statt. Das Preisgeld beläuft sich auf 11 Millionen Schwedische Kronen, was einem Gegenwert von ungefähr 1,7 Millionen US-Dollar entspricht.
Krasznahorkais literarisches Werk, das oft in einem Atemzug mit Meistern wie Franz Kafka und Thomas Bernhard genannt wird, widmet sich der tiefgründigen Erforschung von Themen wie Verfall, existenzieller Verzweiflung und dem Grotesken Dasein in isolierten Welten. Seine monumentalen Romane, darunter das wegweisende *Satanstango* (1985) und *Die Melancholie des Widerstands* (1989), sind zu Schlüsselwerken für das Verständnis komplexer gesellschaftlicher Umbrüche avanciert. Obwohl diese Schriften von Düsternis und der Vorahnung einer Katastrophe durchdrungen sind, behaupten sie paradoxerweise den unzerstörbaren Wert des menschlichen Geistes und der Kreativität. Die Akademie hebt hervor, dass seine Prosa trotz der Schwere der Sujets einen eher kontemplativen und bedachten Rhythmus pflegt, der möglicherweise von östlichen Traditionen beeinflusst ist und seinen Arbeiten eine einzigartige Vielschichtigkeit verleiht.
Krasznahorkai ist nach Imre Kertész, der 2002 ausgezeichnet wurde, erst der zweite ungarische Autor, dem diese Ehre zuteilwird. Seine produktive Laufbahn wurde bereits mit zahlreichen weiteren hochrangigen Preisen bedacht. Dazu zählt insbesondere der Internationale Booker-Preis, den er 2015 erhielt. Ebenfalls in seiner Vita finden sich der Kossuth-Preis (2004) und der National Book Award for Translated Literature (2019). Seine erste Erzählung publizierte er bereits Ende der 1970er Jahre, doch der Debütroman *Satanstango* verschaffte ihm weltweite Anerkennung und wurde in zahlreiche Sprachen, darunter auch Chinesisch, übersetzt.
Einen besonderen Stellenwert in seinem Schaffen nimmt die langjährige Kooperation mit dem Regisseur Béla Tarr ein. Tarr verfilmte nicht nur *Satanstango* und *Die Melancholie des Widerstands*, sondern auch den Film *Das Turiner Pferd*. Es ist bekannt, dass der Autor sich für ein freiwilliges Exil in Triest entschieden hat, um sich von der aktuellen politischen Landschaft Ungarns zu distanzieren. Die Verleihung des Nobelpreises bekräftigt, dass die Fähigkeit, die Komplexität des Seins zu erkennen und zu beschreiben, in einer Ära ständiger Transformationen ein höchster Akt der Schöpfung und der Widerstandsfähigkeit bleibt.
Quellen
Deutsche Welle
Euronews
The Washington Post
The Irish Times
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