Kuba im Dunkeln: US-Ölblockade bringt Stromnetz zum Einsturz und entfacht massive Proteste

Autor: Aleksandr Lytviak

Am 16. März erlebte Kuba einen totalen Zusammenbruch seines Energienetzes, der zehn Millionen Menschen in völlige Dunkelheit stürzte. Dies markiert bereits den dritten vollständigen Blackout innerhalb von nur vier Monaten und den ersten, seit die USA die Ölversorgung faktisch unterbunden haben.

Die aktuelle Krise ist das Resultat einer Kette von Ereignissen, die bereits im Januar ihren Lauf nahm. Nachdem US-Truppen zu Beginn des Jahres den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro gestürzt hatten, versiegten die lebenswichtigen Öllieferungen aus Venezuela umgehend.

Am 29. Januar verschärfte Donald Trump die Situation durch ein Dekret, das jedem Land mit massiven Zöllen droht, das Kuba mit Treibstoff versorgt. In der Folge stellte auch das mexikanische Staatsunternehmen Pemex seine Lieferungen an die Insel ein.

Laut Berichten der Nachrichtenagentur Reuters haben seit dem 9. Januar lediglich zwei kleinere Tanker mit Öl die kubanischen Häfen erreicht. Präsident Miguel Díaz-Canel räumte am vergangenen Freitag ein, dass das Land bereits seit drei Monaten ohne neue Öllieferungen auskommen muss.

Die nationale Energieversorgung stützt sich derzeit mühsam auf Erdgas, Solarenergie und veraltete Wärmekraftwerke. Laut Professor William LeoGrande von der American University haben diese Anlagen ihre technische Lebensdauer längst überschritten.

Die Auswirkungen dieser massiven Knappheit sind im Alltag auf jeder Straße spürbar. Auf dem Schwarzmarkt kostet ein Liter Benzin mittlerweile bis zu 9 Dollar, was die Kosten für eine Tankfüllung auf über 300 Dollar treibt.

Diese Summe übersteigt das durchschnittliche Monatseinkommen eines Kubaners bei weitem. Während der Internetverkehr laut Kentik massiv einbrach, verrottet der Müll in den Straßen, da die Entsorgungsfahrzeuge keinen Treibstoff mehr haben.

Zudem haben Fluggesellschaften wie Air Canada, American Airlines und Delta ihre Flüge eingestellt. Inmitten dieses Chaos entlud sich in der Nacht zum 14. März in der Stadt Morón ein seltener Ausbruch zivilen Zorns.

Hunderte Einwohner gingen auf die Straßen, schlugen auf Töpfe und skandierten Parolen wie „Freiheit!“ und „Nieder mit Díaz-Canel!“. Die Situation eskalierte, als Teile der Menge in das Hauptquartier der Kommunistischen Partei eindrangen und dort Möbel in Brand steckten.

Die Organisation Cubalex berichtet von einer drastischen Zunahme der Proteste im ganzen Land, deren Zahl von 130 Fällen in der ersten Märzhälfte bis zu diesem jüngsten Ereignis anstieg. Als Reaktion darauf hat die Armee damit begonnen, Regierungsgebäude abzuriegeln.

Parallel dazu bestätigte Díaz-Canel am 13. März erstmals öffentlich Verhandlungen mit der Trump-Administration. Als Geste des guten Willens wurden bereits 54 politische Gefangene aus der Haft entlassen, um den Dialog zu fördern.

Donald Trump erklärte unterdessen im Oval Office, er hoffe auf die „Ehre, Kuba zu übernehmen“ – sei es freiwillig oder nicht. Die New York Times berichtet unter Berufung auf Insider, dass Washington den Rücktritt von Díaz-Canel als Bedingung fordert.

Sollte die Blockade nicht fallen, prognostiziert LeoGrande den vollständigen Zusammenbruch der kubanischen Wirtschaft. Während die UNO vor einem humanitären Kollaps warnt, hielten die Stromausfälle am heutigen 17. März 2026 im ganzen Land weiter an.

17. März 2026

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Quellen

  • time

  • NRP

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