Dreiseitige Verhandlungen zwischen der Ukraine, Russland und den USA in Abu Dhabi eröffnet
Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich
Am Freitag, dem 23. Januar 2026, begann in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, die erste offizielle zweitägige Runde trilateraler Verhandlungen unter Beteiligung von Delegationen aus der Ukraine, der Russischen Föderation und den Vereinigten Staaten von Amerika. Dieses Ereignis markiert einen entscheidenden Wendepunkt, da es den Übergang von vorbereitenden Sondierungsgesprächen zu einem direkten Dialog zwischen allen drei Parteien darstellt. Nach Angaben des Außenministeriums der VAE spiegelt diese Initiative das große Vertrauen der internationalen Gemeinschaft in die diplomatische Vermittlungskompetenz der Emirate wider.
Die Gespräche werden im Rahmen einer Arbeitsgruppe für Sicherheitsfragen geführt, was die zentrale Bedeutung militärischer Belange und langfristiger Garantien für eine Beendigung des seit Februar 2022 schwelenden Konflikts unterstreicht. Diesem Gipfel gingen intensive diplomatische Aktivitäten voraus: In der Nacht zum 22. Januar 2026 fanden in Moskau Gespräche zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und den US-Gesandten Steven Witkoff und Jared Kushner statt, die von Juri Uschakow als „äußerst substanziell“ bewertet wurden. Parallel dazu traf der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am 22. Januar in Davos mit US-Präsident Donald Trump zusammen. Selenskyj bezeichnete den Austausch als „produktiv und bedeutsam“ und verwies auf ein nahezu fertiges Friedensabkommen sowie umfassende Sicherheitsgarantien seitens der USA.
Ein wesentlicher Streitpunkt bleibt jedoch die territoriale Integrität. Die russische Führung, vertreten durch Kreml-Sprecher Dmitri Peskow, beharrt auf dem Abzug ukrainischer Truppen aus dem gesamten Donbas als Grundvoraussetzung für eine dauerhafte Vereinbarung und beruft sich dabei auf die sogenannte „Anchorage-Formel“. Juri Uschakow, Berater des russischen Präsidenten, bekräftigte, dass eine langfristige Lösung ohne eine Klärung der territorialen Fragen auf Basis dieser Formel nicht realisierbar sei.
Die hochrangige Besetzung der Delegationen verdeutlicht die Tragweite der besprochenen Themen. Die ukrainische Delegation wird von Rustem Umjerow, dem Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats, geleitet; ihr gehören zudem Kyrylo Budanow, Leiter des Präsidialamtes (der in Listen des Rosfinmonitoring geführt wird), und Generalstabschef Andrij Hnatow an. Die russische Gruppe wird von Admiral Igor Kostjukow, dem Chef des Militärgeheimdienstes GRU, angeführt, unterstützt vom Sonderbeauftragten für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Kirill Dmitrijew. Die US-Delegation setzt sich aus dem Gesandten Steve Witkoff, dem Berater Jared Kushner und dem Staatssekretär des Heeres, Dan Driscoll, zusammen. Ein separates bilaterales Treffen zwischen Witkoff und Dmitrijew zu Wirtschaftsfragen deutet auf die Vielschichtigkeit der Verhandlungsagenda hin.
Zu Beginn des Jahres 2026 kontrolliert Russland schätzungsweise 20 % des ukrainischen Staatsgebiets. Die VAE, deren Rolle als Gastgeber von Außenminister Scheich Abdullah bin Sajid Al Nahyan bestätigt wurde, verfügen über umfangreiche Erfahrung in der Mediation, darunter die erfolgreiche Vermittlung bei der Freilassung von 4.641 Gefangenen in insgesamt 17 Austauschrunden. Der Präsident der VAE, Scheich Muhammad bin Zayid Al Nahyan, sprach den Delegationen seine besten Wünsche für einen erfolgreichen Verlauf der Gespräche aus.
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Quellen
Deutsche Welle
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