Die Handelsminister der G7-Staaten haben bei ihrem Treffen am 6. Mai 2026 die Einrichtung einer Arbeitsgruppe beschlossen, um die Versorgung mit kritischen Mineralien abzusichern. Dies geschah in einer Phase, in der Zollstreitigkeiten zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union den Zusammenhalt des Bündnisses strapazieren. Laut Kreisen, die den Verhandlungen nahestehen, ist das Hauptziel eine Reduzierung der Abhängigkeit von Importen aus China.
Kritische Mineralien wie Lithium, Nickel und Seltenerdelemente sind für die Produktion von Batterien, Elektronikgeräten und Anlagen für erneuerbare Energien unverzichtbar. Die Teilnehmer der Konferenz berieten über Maßnahmen zur Förderung des Abbaus in Partnerländern wie Australien und Kanada sowie über eine Ausweitung der Verarbeitungskapazitäten innerhalb der G7-Staaten. Man rechnet damit, dass die gemeinsamen Investitionen in den kommenden Jahren mehrere Milliarden Dollar erreichen werden.
Dennoch wurde die Stimmung der Gespräche durch Handelskonflikte getrübt. Die USA haben kürzlich die Zölle auf europäische Autos und Stahlprodukte angehoben und dies mit der Notwendigkeit begründet, die heimische Industrie zu schützen. Im Gegenzug drohte die EU mit Vergeltungszöllen auf US-Waren, die Exportwerte von mehr als 10 Milliarden Euro betreffen könnten.
EU-Vertreter unterstrichen beim G7-Treffen, wie wichtig die Einhaltung internationaler Handelsregeln sei, und forderten einen Dialog zur Beilegung der Differenzen. Gleichzeitig betonte die US-amerikanische Seite, dass nationale Sicherheitsinteressen bei der Gestaltung der Lieferketten für Mineralien Vorrang haben müssten. Diese Standpunkte verdeutlichen die unterschiedlichen Ansätze in der globalen Handelspolitik.
Analysten zufolge könnte die Abstimmung im Mineraliensektor als Vorbild für andere Bereiche der Kooperation dienen. Die G7-Staaten planen beispielsweise einen Datenaustausch über Lagerbestände und Veredelungstechnologien. Dadurch sollen Risiken für Lieferunterbrechungen minimiert werden, wie sie zwischen 2022 und 2025 aufgrund der Pandemie und geopolitischer Krisen auftraten.
Zu den konkreten Maßnahmen gehört der Start eines Programms zur Förderung des Recyclings von Mineralien aus gebrauchten Batterien und Elektronikschrott. Experten gehen davon aus, dass so bis 2035 bis zu 20 Prozent des Bedarfs innerhalb der G7 gedeckt werden könnten. Zudem steht die Bildung strategischer Reserven in den einzelnen Mitgliedsländern zur Debatte.
Trotz der internen Spannungen arbeitet die G7 somit weiter an der Stärkung der wirtschaftlichen Sicherheit in Schlüsselbranchen, was für den technologischen Fortschritt und die Energiewende des nächsten Jahrzehnts von zentraler Bedeutung ist.



