Azoren treten NESOI Plus bei, um die Energiewende in der Inselregion zu beschleunigen
Bearbeitet von: an_lymons
Im Januar 2026 hat die Regionalregierung der Azoren offiziell ihren Beitritt zum europäischen Förderungsmechanismus NESOI Plus bekannt gegeben. Diese strategische Entscheidung zielt darauf ab, den energetischen Wandel in den peripheren Inselregionen massiv zu unterstützen. Die Initiative wird von der Exekutivagentur der Europäischen Kommission für Klima, Infrastruktur und Umwelt (CINEA) koordiniert und stellt dem Archipel eine gezielte Finanzierung in Höhe von 117.000 Euro zur Verfügung, um die notwendigen Schritte zur Dekarbonisierung der lokalen Wirtschaft und Infrastruktur zu beschleunigen.
Das Projekt NESOI Plus, ein Akronym für „New Energy Solutions Optimized for Islands“, ist auf eine Laufzeit bis August 2028 ausgelegt und verfügt über ein Gesamtbudget von etwa 1,7 Millionen Euro, welches maßgeblich durch das LIFE-Programm der EU kofinanziert wird. Die übergeordnete Mission dieses Mechanismus besteht darin, den am weitesten entfernten Regionen der Europäischen Union dabei zu helfen, die strukturellen Hürden ihrer geografischen Isolation zu überwinden. Ziel ist es, einen nachhaltigen und autarken energetischen Fortschritt zu gewährleisten. Dabei stützt sich NESOI Plus auf die fundierten Erfahrungen seines Vorgängerprojekts NESOI, das in der Vergangenheit bereits mehr als 70 erfolgreiche Energiewendeprojekte auf verschiedenen europäischen Inseln initiiert und begleitet hat.
Der Mechanismus sieht die Bereitstellung einer ganzheitlichen Unterstützung vor, die Schulungsprogramme, technisches Fachwissen und direkte finanzielle Zuschüsse kombiniert. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf der Transformation von Aktionsplänen für nachhaltige Energie in greifbare und realisierbare Projekte vor Ort. Zu den geplanten Maßnahmen gehören die Errichtung neuer Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energiequellen, die umfassende Modernisierung der bestehenden Netzinfrastruktur sowie die spürbare Reduzierung der Stromrechnungen für die Endverbraucher. Als Koordinator dieser neuen Phase fungiert das italienische Unternehmen Sinloc, das über eine ausgewiesene Expertise in der technischen Begleitung von Transformationsprozessen im Energiesektor verfügt.
Im NESOI-Plus-Konsortium bündeln neun Partner aus sechs europäischen Nationen – Italien, Belgien, Spanien, Griechenland, Frankreich und Portugal – ihre Kompetenzen. Die Azoren wurden gemeinsam mit den Kanarischen Inseln (Spanien) und Martinique (Frankreich) als eine von drei Pilotregionen ausgewählt, um das innovative „One-Stop-Shop“-Modell für eine nachhaltige Energieversorgung auf Inseln zu erproben. Im Rahmen dieser Pilotphase werden zwei offene Ausschreibungen durchgeführt, um bis zu 30 lokale Initiativen zu identifizieren und zu fördern. Dieser Prozess ermöglicht es, die angebotenen Dienstleistungen kontinuierlich zu optimieren und an die spezifischen Anforderungen unterschiedlicher geografischer Gegebenheiten anzupassen. Der feierliche Auftakt der Initiative fand bereits am 7. und 8. Oktober 2025 in Venedig statt.
Nach Angaben des Regionalsekretariats für Tourismus, Mobilität und Infrastruktur der Azoren stellt die zugesagte Finanzierung ein entscheidendes Instrument dar, um die Resilienz des Archipels gegenüber globalen Energiepreisschwankungen und klimatischen Veränderungen zu stärken. Die aktive Beteiligung an NESOI Plus verdeutlicht den festen Willen der Azoren, innovative und zukunftssichere Energielösungen zu entwickeln, die im Einklang mit den ehrgeizigen Zielen des Europäischen Grünen Deals stehen. Damit festigt die Region ihre Rolle als lebendiges Labor für nachhaltige Entwicklung und ökologische Verantwortung innerhalb der europäischen Gemeinschaft.
7 Ansichten
Quellen
Açoriano Oriental
RTP Açores
SIC Notícias
Açoriano Oriental
Governo dos Açores | Secretaria Regional do Turismo, Mobilidade e Infraestruturas
CPMR Islands Commission
Weitere Nachrichten zu diesem Thema lesen:
Haben Sie einen Fehler oder eine Ungenauigkeit festgestellt?Wir werden Ihre Kommentare so schnell wie möglich berücksichtigen.
