OpenAI startet ChatGPT Health: Integration von Langzeit-Patientenakten über b.well
Bearbeitet von: Veronika Radoslavskaya
Am 7. Januar 2026 gab OpenAI bekannt, dass das Unternehmen b.well Connected Health als Infrastrukturanbieter für die sichere Datenhaltung einer neuen, spezialisierten Funktion namens ChatGPT Health ausgewählt hat. Diese Kooperation stellt einen bedeutenden Vorstoß in den Gesundheitssektor für Verbraucher dar. Sie ermöglicht es Nutzern, ihre persönlichen medizinischen Unterlagen direkt und sicher mit ChatGPT zu verknüpfen, um dadurch hochgradig personalisierte und kontextuell präzise Gesundheitsinformationen zu erhalten.
Dank des weitreichenden Netzwerks von b.well, das über 2,2 Millionen Leistungserbringer und 320 Krankenversicherungen umfasst, können Anwender ChatGPT nun die Erlaubnis erteilen, auf ihre gesamte longitudinale Gesundheitsgeschichte zuzugreifen. Dies schließt Laborergebnisse, die vollständige Medikationshistorie sowie Versicherungsdetails ein. Anstatt allgemeine medizinische Auskünfte zu liefern, kann die Künstliche Intelligenz ihre Antworten nun auf der tatsächlichen klinischen Historie des Nutzers fundieren. Dies unterstützt beispielsweise bei der Vorbereitung auf Arztbesuche oder dem besseren Verständnis individueller Gesundheitstrends.
Direkter Zugriff auf medizinische Daten und Datenschutz
Ein zentraler Pfeiler dieser Ankündigung ist die Einführung von ChatGPT Health als einen eigenständigen, dedizierten Bereich innerhalb der Anwendung. Angesichts der hochsensiblen Natur medizinischer Daten hat OpenAI mehrere strikte Datenschutzprotokolle implementiert, um höchste Sicherheit zu gewährleisten.
- Datenisolierung: Gespräche, die den Gesundheitsbereich betreffen, werden verschlüsselt und in einem abgeschotteten Speichersystem aufbewahrt. Dieses System ist strikt von den Standard-Interaktionen mit ChatGPT getrennt.
- Kein Training der Modelle: OpenAI hat unmissverständlich bestätigt, dass persönliche Gesundheitsdaten und die Korrespondenz innerhalb des Health-Portals nicht zur Schulung der zugrundeliegenden KI-Modelle verwendet werden.
- Zustimmung als Grundlage: Der Zugriff auf die Krankenakten erfolgt ausschließlich über die Kontrolle des Verbrauchers. Das bedeutet, dass keinerlei Daten ohne die explizite, bei jeder einzelnen Nutzung erforderliche Autorisierung des Nutzers abgerufen werden.
Über die reine Beantwortung von Fragen hinaus eröffnet die Anbindung an b.well ChatGPT neue Möglichkeiten im Bereich des administrativen Managements und der Koordination der Patientenversorgung. Durch die Analyse der Gesundheitsakte kann die KI Muster bei chronischen Erkrankungen erkennen, komplexe klinische Notizen in verständliche Alltagssprache übersetzen und bei der Durchdringung von Versicherungsleistungen helfen. OpenAI betonte dabei nachdrücklich, dass dieses Werkzeug zwar die Patientenvertretung und Gesundheitskompetenz fördert, jedoch keinesfalls zur Diagnose oder Behandlung medizinischer Leiden konzipiert wurde.
Die Einführung von ChatGPT Health beginnt zunächst mit einer Testphase für eine ausgewählte Nutzergruppe in den Vereinigten Staaten. In den darauffolgenden Wochen sind Erweiterungen für alle Web- und iOS-Nutzer geplant. Während die Integration der Krankenakten momentan auf die USA beschränkt ist, besteht für Nutzer die Möglichkeit, auch globale Wellness-Anwendungen wie Apple Health, Function und MyFitnessPal zu verbinden. Dies dient dazu, die KI-Erkenntnisse zusätzlich mit täglichen Aktivitäts- und biometrischen Daten anzureichern, um ein noch umfassenderes Bild zu erhalten.
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Quellen
IT News Online
PR Newswire
MobiHealthNews
OpenAI
b.well Connected Health
The AI Journal
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