Anthropic stellt Cowork vor: Die Automatisierung lokaler Arbeitsabläufe für Claude
Bearbeitet von: Veronika Radoslavskaya
Am 12. Januar 2026 gab Anthropic offiziell die Einführung von Cowork bekannt. Hierbei handelt es sich um eine Forschungs-Preview für die Claude Desktop-Anwendung, welche die KI von einem reinen Chatbot zu einem autonomen „Kollegen“ weiterentwickelt. Cowork basiert auf derselben agentenbasierten Architektur wie das bereits für Entwickler konzipierte Tool Claude Code und zielt darauf ab, alltägliche Wissensarbeit durch die direkte Interaktion mit lokalen Dateien zu übernehmen.
Das entscheidende Merkmal von Cowork liegt in seinem hohen Grad an Handlungsfähigkeit (Agency). Im Gegensatz zu herkömmlichen Chat-Interfaces, bei denen die KI auf einzelne Anweisungen reagiert, ermöglicht Cowork dem Nutzer, umfassendere Zielvorgaben zu delegieren. Sobald eine Aufgabe definiert ist, erstellt Claude selbstständig einen mehrstufigen Plan, führt diesen im Hintergrund aus und liefert kontinuierlich Fortschrittsberichte in Echtzeit.
Von der Konversation zur autonomen Agentur
Diese Verschiebung markiert einen Paradigmenwechsel. Während frühere Versionen primär auf Textgenerierung fokussiert waren, erlaubt Cowork Claude nun, „praktische“ Aufgaben innerhalb der lokalen Umgebung des Nutzers zu erledigen. Dies ist ein großer Schritt in Richtung echter digitaler Assistenz.
Kernfunktionen und Leistungsmerkmale
Cowork stattet Claude mit der Fähigkeit aus, über reine Textausgabe hinauszugehen und konkrete Aktionen durchzuführen. Zu den wichtigsten Funktionen zählen:
- Direkter Zugriff auf lokale Dateien: Anwender können Claude die explizite Erlaubnis erteilen, Dateien in einem festgelegten Ordner auf ihrem Rechner zu lesen, zu bearbeiten und neu zu erstellen. Dies eröffnet Möglichkeiten für komplexe Operationen, wie das Stapelumbenennen von Dateien, die Sortierung unstrukturierter Downloads oder die Erstellung eines detaillierten Berichts aus einer Sammlung verstreuter Notizen.
- Professionelle Arbeitsergebnisse: Das Tool bringt eine anfängliche Auswahl an „Skills“ mit, welche die Fähigkeit von Claude verbessern, qualitativ hochwertige Geschäftsdokumente, Tabellenkalkulationen mit funktionierenden Formeln und Präsentationsunterlagen zu erstellen.
- Parallele Ausführung: Cowork unterstützt Multitasking. Nutzer können mehrere Aufgaben gleichzeitig in die Warteschlange stellen. Claude bearbeitet diese im Hintergrund, agiert somit als asynchroner Mitarbeiter, der dem Nutzer den Rücken freihält.
- Ökosystem-Integration: Die Anwendung funktioniert nahtlos mit den bestehenden Claude Connectors, welche die Verknüpfung zu externen Datenquellen ermöglichen. Zudem kann Cowork mit der Claude in Chrome Erweiterung kombiniert werden, um Aufgaben zu bewältigen, die Webzugriff erfordern.
Sicherheit und das „Sandbox“-Prinzip
Angesichts der Sensibilität, die mit der Gewährung von Zugriff auf das lokale Dateisystem verbunden ist, hat Anthropic strenge Sicherheitsmechanismen implementiert. Diese Vorkehrungen sind essenziell, um das Vertrauen der Nutzer zu gewinnen.
- Abgeschottete Umgebung (Sandbox): Claude ist strikt auf die Ordner beschränkt, die der Nutzer explizit freigegeben hat. Es besteht keine Möglichkeit für die KI, System- oder andere Benutzerdateien außerhalb dieser definierten Bereiche zu lesen oder zu verändern.
- Explizite Bestätigungspflicht: Die KI ist so programmiert, dass sie vor potenziell weitreichenden oder destruktiven Aktionen, wie dem Löschen oder Überschreiben von Dateien, die Zustimmung des Nutzers einholen muss.
- Vorsicht im Forschungsstadium: Anthropic rät Anwendern, Cowork zunächst nur mit nicht sensiblen Daten zu testen und stets Backups vorzuhalten. Dies ist ratsam, da agentenhafte Aktionen bei unpräzisen Anweisungen gelegentlich zu unerwünschten Ergebnissen führen können.
Verfügbarkeit und Plattformunterstützung
Aktuell ist Cowork als Forschungs-Preview ausschließlich für Abonnenten von Claude Max verfügbar, die die macOS Desktop-Anwendung nutzen. Obwohl der anfängliche Rollout auf Mac-Nutzer beschränkt ist, hat Anthropic bereits angekündigt, die Unterstützung auf Windows und weitere Abonnementstufen im Laufe des Jahres 2026 auszuweiten. Diese Erweiterungen erfolgen parallel zur Sammlung von Nutzerfeedback, um die Leistung des Agenten kontinuierlich zu optimieren.
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Quellen
ITProUK
MLQ.ai
Engadget
Medium
AI
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