Die NBA-Playoffs 2026 sind ohne die übliche Anlaufphase gestartet. Wer gehofft hatte, dass die Routiniers aus Phoenix oder Philadelphia den jungen Favoriten dank ihrer Playoff-Erfahrung Paroli bieten könnten, wurde durch die Partien am Sonntag eines Besseren belehrt. Wir erlebten keine gewöhnlichen Siege, sondern eine systematische Demontage der Gegner.
Der amtierende Champion Oklahoma City Thunder stellte unter Beweis, dass ihr Titelgewinn im Vorjahr kein Zufall war. Ein Vorsprung von 35 Punkten gegen die Suns gleicht einem Todesurteil für eine zu langsame Defensive. Shai Gilgeous-Alexander lieferte ein Lehrstück ab, wie man unter massivem Druck besteht. Selbst als seine Würfe nicht fielen – mit einer Quote von nur 27 Prozent aus dem Feld –, zwang er die Gegner zu Fouls und verwandelte 15 Freiwürfe. Es zeugt von der Reife eines MVP-Kalibers, Wege zum Erfolg zu finden, wenn der eigentliche Matchplan nicht aufgeht.
Im Osten bietet sich ein identisches Bild. Boston ließ Philadelphia wie eine Mannschaft aus einer tieferen Liga aussehen. Das Defensivkonzept der Celtics verwandelte den Auftritt von Sixers-Star Tyrese Maxey in einen Albtraum: 12 Fehlwürfe bei 20 Versuchen. Wenn systematischer Basketball auf ein derartiges Maß an Athletik trifft, erstickt das individuelle Talent der Stars aus der vergangenen Generation förmlich.
Welchen Nutzen zieht die Liga aus dieser Dominanz? Langfristig erleben wir den endgültigen Übergang der NBA in die Ära der universellen Spieler. Chet Holmgren und Jalen Williams in Oklahoma fungieren als Prototypen der Basketballer der Zukunft, die jede Position besetzen können. Dies dürfte die Gesamtdynamik des Spiels verbessern, indem es schneller und weniger abhängig von wuchtigen Centern wird.
Werden die „Alten“ in der Lage sein, sich bis Ende der Woche an dieses Tempo anzupassen? Bislang wirkt es so, als sei das Defizit in der körperlichen Fitness bereits zu groß, um noch durch taktische Kniffe ausgeglichen werden zu können.



