Nachhaltigkeit früher und heute: Ein Blick auf wiederverwendbare Verpackungen

Bearbeitet von: Olga Samsonova

In einer Zeit vor der Dominanz von Online-Bestellungen und übermäßiger Verpackung war das Leben in Jugoslawien einfacher und Nachhaltigkeit ein integraler Bestandteil des Alltags. Die Menschen verstanden es, die Lebensdauer von Gebrauchsgegenständen zu verlängern, und das, was wir heute als 'Zero Waste' kennen, war damals eine Selbstverständlichkeit, keine Modeerscheinung.

Ein bemerkenswertes Beispiel aus dieser Ära waren Waschmittel, die in Baumwollbeuteln verkauft wurden. Diese weichen Stoffhüllen wurden sorgfältig gewaschen und aufbewahrt, um als Küchentücher, Staubtücher, Brotverpackungen oder sogar als kleine Tragetaschen ein zweites Leben zu finden. Dies war gelebte Nachhaltigkeit, lange bevor der Begriff zu einem Slogan der Unternehmen wurde. Solche Verpackungen waren nicht nur praktisch, sondern auch umweltfreundlicher als die heutigen, schwer zu recycelnden Kunststoffbehälter. Vor allem aber hatten sie eine zweite Bestimmung, verkörperten sie das Prinzip, dass alles, was wiederverwendet werden kann, auch wiederverwendet werden sollte.

Eine weitere, mit gemischten Gefühlen erinnerte Praxis war der Verkauf von Milch in dünnen, transparenten Plastiktüten. Das Öffnen dieser Beutel, oft mit einem Messer oder einer Schere, barg ein ständiges Risiko von Verschüttungen. Ein Beitrag in sozialen Medien, der die Entdeckung einer Packung Milch in einer Plastiktüte aus den 70er oder 80er Jahren thematisierte, löste zahlreiche Kommentare aus und unterstrich, wie sehr dieses Produkt in vielen Erinnerungen verankert ist. Einige Nutzer äußerten Nostalgie für die vermeintlich höhere Qualität der damaligen Milch, die sie mit heutigen Produkten verglichen. Obwohl die Verpackung unpraktisch gewesen sein mag, wurde die Milchqualität positiv in Erinnerung behalten. Viele erinnerten sich an die Herausforderungen beim Transport der Milchbeutel, ohne dass diese rissen. Die ständige Sorge, den Beutel auf dem Heimweg vom Geschäft zu durchstoßen, war eine verbreitete Kindheitsangst.

Diese nostalgischen Rückblicke auf frühere umweltfreundliche Praktiken unterstreichen die Bedeutung der Wiederverwendbarkeit im täglichen Leben. Auch wenn sich Verpackungen und Gewohnheiten geändert haben, bleiben die Werte der Ressourcenschonung und Abfallvermeidung auch heute noch von großer Relevanz. Die Erkenntnisse aus der Vergangenheit können als Inspiration dienen, unsere gegenwärtigen Gewohnheiten zu überdenken und bewusstere, nachhaltigere Entscheidungen zu treffen. Die Praxis der Wiederverwendung, die einst tief in der jugoslawischen Kultur verwurzelt war, zeigt auf, wie wir mit Bedacht und Kreativität mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln umgehen können, um eine harmonischere Beziehung zu unserer Umwelt zu pflegen.

Dies spiegelt sich auch in der modernen 'Zero Waste'-Bewegung wider, die in vielen europäischen Städten, wie beispielsweise in Ljubljana, Slowenien, durch fortschrittliche Abfallmanagementzentren, die auf Recycling und Wiederverwertung setzen, an Bedeutung gewinnt. Ljubljana wurde 2014 zur ersten europäischen Hauptstadt, die sich ein Zero-Waste-Ziel gesetzt hat und konnte bis 2018 seine Recyclingquote um über 10 % steigern. Die Stadt Prelog in Kroatien ist ein weiteres Beispiel, das durch die Verdreifachung der getrennt gesammelten Abfälle innerhalb von fünf Jahren zu einer Vorzeigestadt für 'Zero Waste' wurde und im Jahr 2019 eine getrennte Sammlung von 57,25 % des gesamten Abfalls erreichte.

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Quellen

  • Dnevno.hr

  • Retroteka

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