Prada Herbst/Winter 2026: Die Verschmelzung von Zeit und Form auf der Mailänder Modewoche

Bearbeitet von: Katerina S.

Am 18. Januar 2026 setzte das renommierte italienische Modehaus Prada ein markantes Zeichen im Rahmen der Mailänder Modewoche. In einer mit Spannung erwarteten Show präsentierten Miuccia Prada und Raf Simons die neue Herrenkollektion für die Saison Herbst/Winter 2026. Das kreative Duo wählte für diese Präsentation das tiefgründige Motto „Before and Next“ (Vorher und Danach), welches als konzeptioneller Leitfaden für die gesamte Kollektion diente und die Brücke zwischen modischer Historie und futuristischer Vision schlug.

Die ästhetische Ausrichtung der gezeigten Entwürfe war geprägt von einer konsequenten Suche nach der Reinheit der Form und einer gleichzeitigen Lust an der Dekonstruktion. Die Silhouetten präsentierten sich in einer bemerkenswerten Länge und mit einer fast schon mathematischen Präzision, die die physische Haltung der Träger in den Vordergrund rückte. Mit diesen Entwürfen forderten Prada und Simons die etablierten Kanons der zeitgenössischen Männermode heraus. Zu den prägenden Elementen gehörten dabei Mäntel mit einer markant hohen Knopfleiste sowie klassische Trenchcoats, die durch die Kombination mit farbintensiven, fließenden Capes eine völlig neue Dynamik erhielten.

Besondere Aufmerksamkeit erregten die dekorativen Details, die eine Geschichte von Vergänglichkeit und Wandel erzählten. Die Designer arbeiteten mit Texturen, die bewusst abgenutzt wirkten, sowie mit Hemdenmanschetten in einer „Dirty“-Optik und tief ausgeschnittenen Strickwaren. Ein zentrales künstlerisches Element war die Anwendung des sogenannten Pentimento-Prinzips. Dieser Begriff aus der Kunstgeschichte, abgeleitet vom italienischen „pentimento“ für Reue oder Änderung, beschreibt das Sichtbarwerden früherer Malschichten unter der Oberfläche eines Gemäldes. In der Kollektion wurde dieser Effekt genutzt, um den Anschein zu erwecken, als würde die äußere Stoffschicht langsam abblättern, um darunter liegende Materialien und verborgene Details freizugeben.

Trotz der positiven Resonanz in Fachkreisen sah sich Prada in den sozialen Medien auch mit deutlicher Kritik konfrontiert. Viele Nutzer und Modeblogger bemängelten die Auswahl extrem schmaler Models und die sehr körperbetonte Schnittführung der Kleidungsstücke. In ironischen Kommentaren wurde gescherzt, dass zu den Outfits eigentlich ein Kurs des Medikaments Ozempic mitgeliefert werden müsse, um den geforderten Körpermaßen zu entsprechen. Diese Diskussionen spiegeln die anhaltende Debatte über Körperbilder in der Luxusmode wider, wobei Prada bisher auf eine offizielle Stellungnahme verzichtet hat.

Branchenkenner gehen jedoch davon aus, dass diese kontroversen Diskussionen den kommerziellen Erfolg der Herbst/Winter-Kollektion 2026 kaum schmälern werden. Die Kombination aus intellektuellem Designanspruch und der starken Markenidentität von Prada sorgt weiterhin für eine hohe Begehrlichkeit auf dem globalen Markt. Letztlich unterstreicht die Show einmal mehr die Fähigkeit von Miuccia Prada und Raf Simons, gesellschaftliche Diskurse anzustoßen und gleichzeitig die Grenzen des männlichen Kleidungsstils durch innovative Techniken und mutige Silhouetten immer wieder neu zu definieren.

36 Ansichten

Quellen

  • HYPEBEAST

  • Tgcom24

  • FashionNetwork.com

  • Hypebeast

  • L'OFFICIEL Italia

  • FashionNetwork USA

  • Vogue Runway

  • The New York Times

  • Tgcom24

  • Il Fatto Quotidiano

  • Milano Post

  • YouTube

  • Wallpaper*

  • Sortiraparis

  • FashionCouncil

  • Chicmi

  • Fédération de la Haute Couture

  • FashionNetwork

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