Neue Forschung interpretiert Einstein-Rosen-Brücken als temporale Verbindungen zur Lösung des Schwarzen-Loch-Paradoxons

Bearbeitet von: Irena I

Die populäre Vorstellung von Wurmlöchern als bloße Abkürzungen durch den Raum oder die Zeit basiert auf einer Fehlinterpretation der bahnbrechenden Arbeit von Albert Einstein und Nathan Rosen aus dem Jahr 1935. Diese Forscher führten die Einstein-Rosen-Brücke ein, die ursprünglich ein rein mathematisches Konstrukt darstellte, konzipiert zur Gewährleistung der Konsistenz zwischen der Allgemeinen Relativitätstheorie und der Quantenphysik, nicht jedoch als physisches Reisemittel. Klassische Analysen bestätigten, dass die ursprünglichen Brücken zu schnell kollabieren, als dass Materie sie durchqueren könnte, was sie als instabil und nicht begehbar kennzeichnete.

Aktuelle Forschung postuliert nun eine moderne Quanteninterpretation, welche die Brücke als zwei komplementäre Bestandteile eines Quantenzustands betrachtet. Diese Sichtweise ist für eine vollständige, reversible Quantenbeschreibung in der Nähe von Schwarzen Löchern unerlässlich. Die Forschung geht davon aus, dass diese Brücke ein Spiegelbild in der Raumzeit darstellt, das zwei mikroskopische Zeitpfeile miteinander verknüpft. Dieser Ansatz zielt darauf ab, die Herausforderung der Vereinigung von Quantenmechanik und Allgemeiner Relativitätstheorie anzugehen.

Diese temporale Struktur löst auf natürliche Weise das 1974 von Stephen Hawking formulierte Informationsparadoxon Schwarzer Löcher, da die Information ihre Vollständigkeit bewahrt, indem sie entlang entgegengesetzter zeitlicher Richtungen evolviert. Die Autoren Enrique Gaztañaga, K. Sravan Kumar und João Marto stellten diese Sichtweise in einer im Dezember 2025 eingereichten Arbeit dar, die sich mit der Quantenfeldtheorie in gekrümmter Raumzeit auseinandersetzt. Die ursprüngliche ER-Vision von Einstein und Rosen beinhaltete bereits zwei Zeitpfeile, was durch die jüngst vorgeschlagene Direktsummen-Quantentheorie versöhnt wird.

Überzeugende Belege für diese neuartige Struktur könnten in der Kosmischen Mikrowellenhintergrundstrahlung (CMB) verborgen sein. Eine Analyse Anfang 2026 ergab, dass ein Zeitumkehrsymmetrie-Modell die CMB-Dipolanomalie 650-mal besser erklärt als das Standardmodell. Diese statistische Überlegenheit liefert einen wichtigen Anhaltspunkt für die neue Theorie und knüpft an die kosmologische Möglichkeit an, dass der Urknall ein Quanten-'Bounce' zwischen zwei zeitlich umgekehrten kosmischen Phasen war.

Im Rahmen dieses 'Black Hole Universe'-Modells könnte unser Universum das Innere eines Schwarzen Lochs aus einem Elternkosmos sein, was möglicherweise Relikte der Dunklen Materie erklärt. Professor Enrique Gaztañaga von der Universität Portsmouth argumentiert, dass Quanteneffekte bei extremen Dichten eine Umkehrung des Kollapses bewirken können. Dieses Modell umgeht die Notwendigkeit hypothetischer Komponenten wie Dunkle Energie oder kosmische Inflation, da die Physik des Bounces die beobachteten beschleunigten Expansionsphasen auf natürliche Weise erzeugt. Die Konsequenz ist eine Verschiebung des Fokus von der räumlichen Reise hin zu einem zeitlichen Tor, was impliziert, dass Zeit auf der tiefsten Quantenebene bidirektional fließt.

11 Ansichten

Quellen

  • Mirage News

  • The Conversation

  • Mirage News

  • Dark Cosmos

  • University of Portsmouth

  • Indico Global

  • Menafn

  • arXiv

  • vertexaisearch.cloud.google.com

  • Space

  • Science News

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