Neubewertung der Einstein-Rosen-Brücke: Fundamentale Quantenverbindung statt Raumzeit-Tunnel
Bearbeitet von: Vera Mo
Aktuelle Forschungsergebnisse aus dem Jahr 2026 stellen die populäre Auffassung der Einstein-Rosen-Brücke (ER-Brücke) als reinen räumlichen Tunnel oder eine kosmische Abkürzung fundamental infrage. Die ursprüngliche Konzeption, die Albert Einstein und Nathan Rosen bereits 1935 formulierten, basierte auf einem mathematischen Konstrukt zur Harmonisierung der Allgemeinen Relativitätstheorie mit den Prinzipien der Quantenphysik, nicht auf der Beschreibung schneller interstellaren Übertragungen. Die ER-Brücke war demnach eine mathematische Verbindung zwischen zwei identischen Raumzeitregionen, die darauf abzielte, Singularitäten aus den Feldgleichungen zu eliminieren, wie es beispielsweise bei der Schwarzschild-Lösung der Fall ist.
Die Assoziation der ER-Brücke mit einem durchquerbaren Wurmloch für Reisen setzte erst in den 1980er Jahren ein, obwohl die ursprünglichen Autoren diese Funktion nicht beabsichtigten. Die jüngste wissenschaftliche Interpretation, die auf neuen quantenmechanischen Deutungen beruht, sieht die Einstein-Rosen-Brücke als zwei komplementäre Komponenten eines Quantenzustandes. In dieser Sichtweise bewegt sich eine Komponente vorwärts in der Zeit, während die andere sich rückwärts von ihrem Spiegelbild aus bewegt, was die ursprüngliche Absicht der Autoren, die Vereinbarkeit mit der Quantenmechanik zu fördern, unterstützt.
Diese Perspektive ermöglicht eine Neubewertung des kosmologischen Anfangs: Der Urknall könnte demnach nicht als absoluter Beginn, sondern als ein quantenmechanischer „Rebound“ interpretiert werden – ein Übergang zwischen zwei Phasen der kosmischen Entwicklung, wobei die Zeitrichtungen entgegengesetzt verlaufen. Diese Interpretation vermeidet rechnerische Nebenwirkungen wie den scheinbaren Informationsverlust, der in Modellen mit erzwungener Zeitrichtung auftritt. Die Unterscheidung zwischen der ursprünglichen mathematischen Formulierung und den späteren populären Interpretationen als Reisemöglichkeit ist für das Verständnis des wissenschaftlichen Kontexts von zentraler Bedeutung.
Innerhalb des Rahmens der Allgemeinen Relativitätstheorie ist eine Überlichtgeschwindigkeit durch solche Strukturen untersagt, da dies die Entstehung eines klassischen Schwarzen Loch-Tunnels implizieren würde, was durch die Notwendigkeit exotischer Materie mit negativer Energiedichte erschwert wird, deren Existenz nicht bewiesen ist. Die Forschung von 2026 deutet auf weiterführende theoretische Arbeiten hin, wie das sogenannte Selection-Stitch Model (SSM) und die Idee der „kollektiven Expansion“ von Informationen jenseits des Schwarzen Loch-Horizonts.
Physiker wie Kip Thorne haben durch ihre Arbeit zur Gravitationswellenforschung und ihre Beiträge zur populären Wissenschaft, etwa durch den Film Interstellar, die Diskussion um Wurmlöcher befeuert, wobei Thorne und Michael Morris bereits 1988 theoretische Voraussetzungen für durchquerbare Wurmlöcher skizzierten, die exotische Materie erfordern. Die ER=EPR-Vermutung von Maldacena und Susskind aus dem Jahr 2013 verbindet die klassische Einstein-Rosen-Brücke direkt mit der Quantenverschränkung (EPR-Zustand) und untermauert die tiefere Verbindung zwischen Geometrie und Quanteninformation. Die Implikationen dieser Neuausrichtung berühren die Grundfesten der Physik, indem sie eine mögliche Brücke zwischen der Allgemeinen Relativitätstheorie und der Quantenmechanik schlagen.
Obwohl experimentelle Beweise für die Existenz von Wurmlöchern fehlen, wurden Fortschritte in der Simulation erzielt, wie das erstmalige Erschaffen eines „Baby-Wurmloches“ als realistische Simulation auf Quantenhardware, was die weitere Laborerforschung dieser Konzepte ermöglicht.
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Quellen
ФОКУС
PR Newswire
Preprints.org
Physical Review Letters
openPR.com
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