Karibische Korallenriffe kämpfen gegen steigende Meeresspiegel

Bearbeitet von: Tetiana Martynovska 17

Karibische Korallenriffe, die für den Küstenschutz und die Artenvielfalt von entscheidender Bedeutung sind, sehen sich einer ungewissen Zukunft gegenüber, da ihre Wachstumsrate im Angesicht des beschleunigten Meeresspiegelanstiegs nachlässt.

Ein internationales Expertenteam hat gewarnt, dass diese wichtigen Ökosysteme nicht mehr vertikal schnell genug wachsen, um mit der zunehmenden Meerestiefe Schritt zu halten. Die Forschungsergebnisse, die in Nature veröffentlicht wurden, zeigen einen signifikanten Rückgang des vertikalen Wachstums karibischer Riffe. Während das historische Wachstum im Durchschnitt 4 bis 5 Millimeter pro Jahr betrug, ist es auf unter 1 Millimeter pro Jahr gesunken. Experten führen diese Verlangsamung auf jahrzehntelange Überfischung, Krankheiten und Umweltverschmutzung zurück, die durch die Auswirkungen der globalen Erwärmung noch verschärft werden. Diese reduzierte Wachstumsrate bedeutet, dass bis 2040 über 70 % der karibischen Riffe von Erosion betroffen sein werden. Sollte die globale Erwärmung 2°C über dem vorindustriellen Niveau überschreiten, könnte dieser Anteil bis 2100 auf 99 % ansteigen. Die Studie unterstreicht einen direkten Zusammenhang zwischen den globalen Emissionen und der Fähigkeit der Riffe, ihre Höhe zu halten, was ihre Kapazität zur Pufferung der Küsten vor Wellenenergie beeinträchtigt und nahegelegene Lebensräume bedroht.

Studien deuten darauf hin, dass die Korallenwachstumsraten in der Karibik mit 3,36 Millimetern pro Jahr am unteren Ende der Prognosen des Weltklimarats (IPCC) für den Meeresspiegelanstieg bis 2100 liegen. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf tropische Inselstaaten, die auf Korallenriffe angewiesen sind oder durch sie geschützt werden. Die Forschung bestätigt einen drastischen Rückgang lebender Korallen in der Karibik, wobei viele Riffe zunehmend von Algen und schnell wachsenden Korallenarten dominiert werden. Historische Analysen von Bohrkernen zeigen, dass in der Vergangenheit stressresistentere, riffbildende Korallenarten vorherrschten.

Die gegenwärtige Situation ist besorgniserregend, da die Korallenbleiche, ausgelöst durch steigende Meerestemperaturen, die Symbiose zwischen Korallen und Algen stört. Dies führt dazu, dass Korallen ihre Farbe verlieren und anfälliger für Krankheiten und Erosion werden. Bereits 1997/98 kam es weltweit zu einer verstärkten Korallenbleiche, bei der 16 % der riffbildenden Korallen abstarben. Die jüngste vierte globale Korallenbleiche, die 2024 bestätigt wurde, hat über die Hälfte aller Riffgebiete betroffen, wobei die Karibik eine der am stärksten betroffenen Regionen ist. Die Ursachen sind vielfältig und umfassen neben dem Klimawandel auch lokale Belastungen wie Küstenverschmutzung und Bebauung. Die Erwärmung der Ozeane gefährdet selbst widerstandsfähige Korallenarten, da die Perioden höherer Temperaturen zunehmen und die kühleren Erholungsphasen kürzer werden. Darüber hinaus können stärkere und intensivere Hurrikans physische Zerstörungen an den Riffen verursachen.

Die wissenschaftliche Gemeinschaft betont, dass das Schicksal der karibischen Korallenriffe nicht außerhalb unserer Kontrolle liegt. Konkrete Schutzmaßnahmen, wie die Förderung von Papageifisch- und Seeigelpopulationen, die als wichtige Weidegänger für Korallen gelten, könnten zur Erholung beitragen. Diese Tiere helfen, Algen zu kontrollieren, die sonst die Korallen überwuchern könnten. Der Schutz von Riffgebieten vor Überfischung ist ein entscheidender Schritt, um die Widerstandsfähigkeit dieser fragilen Ökosysteme zu stärken und ihre Zukunft zu sichern.

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Quellen

  • infobae

  • Infobae

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