Rätsel um das Bermuda-Dreieck gelöst: "Rogue Waves" als Ursache für Schiffsverschwinden

Bearbeitet von: Tetiana Martynovska 17

Das Bermuda-Dreieck, eine Region des Atlantischen Ozeans zwischen Florida, Bermuda und Puerto Rico, ist seit Jahrzehnten Schauplatz von Mythen und Spekulationen über mysteriöse Schiffs- und Flugzeugverschwinden. Eine neue wissenschaftliche Erklärung, die in der Dokumentation "Secrets of the Bermuda Triangle" des britischen Senders Channel 5 vorgestellt wird, rückt nun die sogenannten "Rogue Waves" in den Fokus.

Der Ozeanograph Simon Boxall von der University of Southampton erklärt, dass extrem hohe Wellen, sogenannte "Rogue Waves", die Ursache für viele der angeblichen Mysterien sein könnten. Diese Wellen können entstehen, wenn Stürme aus verschiedenen Richtungen in einem Gebiet aufeinandertreffen, was im Bermuda-Dreieck aufgrund seiner ausgeprägten meteorologischen Aktivität häufig vorkommt. Boxall beschreibt, dass eine Kombination von Stürmen aus dem Süden, Norden und von Florida eine "tödliche Formation" von bis zu 30 Meter hohen Wellen erzeugen kann. Solche Wellen sind in der Lage, selbst große Schiffe innerhalb weniger Sekunden zu versenken.

In Simulationen, bei denen ein Modell der USS Cyclops, einem Schiff, das 1918 im Bermuda-Dreieck verschwand, nachgestellt wurde, zeigte sich, dass solche Wellen ein Schiff in der Mitte brechen und zerstören können. Die USS Cyclops, ein Kohlentransporter der US Navy, verschwand im März 1918 spurlos mit 306 Besatzungsmitgliedern an Bord. Die Ursache ihres Verschwindens ist bis heute ungeklärt, und verschiedene Theorien reichen von strukturellem Versagen bis hin zu übermäßiger Beladung.

Entgegen der populären Vorstellung, dass das Bermuda-Dreieck ein ungewöhnlich gefährlicher Ort sei, deuten Statistiken darauf hin, dass die Anzahl der Vorfälle in dieser Region nicht höher ist als in anderen stark befahrenen Meeresgebieten. Bereits 1975 entlarvte der Forscher Larry Kusche in seinem Buch "The Bermuda Triangle Mystery - Solved" viele der angeblichen Mysterien als übertriebene, falsch interpretierte oder gar erfundene Berichte. Kusche stellte fest, dass viele Autoren Fakten ignorierten oder verdrehten, indem sie beispielsweise ungünstige Wetterbedingungen in ihren Erzählungen ausließen.

Die Faszination für das Bermuda-Dreieck speist sich aus einer Mischung aus Nostalgie, kommerziellem Interesse und der menschlichen Neigung zu Geschichten über das Unbekannte, wie Simon Boxall anmerkt: "Die Wahrheit ist vielleicht nicht besonders aufregend, aber sie ist logisch. Die Menschen bevorzugen jedoch immer noch Geschichten über Aliens und Monster gegenüber realen meteorologischen Phänomenen." Die wissenschaftliche Erklärung durch "Rogue Waves" bietet eine nachvollziehbare Ursache für die dramatischen Ereignisse, die über Jahrzehnte hinweg die Fantasie beflügelten und das Bermuda-Dreieck zu einem Symbol des Unerklärlichen machten.

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Quellen

  • slobodna-bosna.ba

  • tportal

  • Večernji list

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