Ölpreisschock und politische Eskalation führen zu Einbrüchen an asiatischen Börsen

Bearbeitet von: Aleksandr Lytviak

Die Börsen in Tokio und Seoul erlebten am Montag, dem 9. März 2026, erhebliche Kursverluste. Auslöser war eine deutliche Steigerung der internationalen Rohölpreise, die mit der Eskalation der Spannungen im Nahen Osten in direktem Zusammenhang steht. Der japanische Leitindex Nikkei 225 fiel um mehr als sieben Prozent und unterschritt kurzzeitig die Marke von 52.000 Punkten, was dem niedrigsten Stand seit zwei Monaten entspricht. Diese Marktreaktion verdeutlicht die starke Abhängigkeit der ostasiatischen Volkswirtschaften von Ölimporten; Japan beispielsweise bezieht rund 95 Prozent seines Öls aus dem Nahen Osten, wobei etwa 70 Prozent die Straße von Hormus passieren.

Die unmittelbare Kette von Ereignissen begann mit israelischen Luftangriffen auf iranische Ölanlagen am Samstag, dem 7. März 2026, welche die Schifffahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus massiv beeinträchtigten. Als direkte Folge stiegen die US-Rohöl-Futures auf eine Spanne zwischen 114 und 119 US-Dollar pro Barrel, während Brent-Rohöl die Marke von 114 US-Dollar überschritt, was Steigerungen von 20 bis 25 Prozent gegenüber dem Vortag bedeutete. Analysten von JPMorgan, darunter Chefvolkswirt Bruce Kasman, hatten kurz zuvor bei anhaltenden Störungen ein kurzfristiges Ansteigen des Ölpreises auf bis zu 120 US-Dollar je Barrel prognostiziert. Citigroup-Analysten schätzten, dass dem Markt täglich zwischen sieben und elf Millionen Barrel Rohöl sowie vier bis fünf Millionen Barrel raffinierter Ölprodukte aufgrund der blockierten Straße von Hormus fehlen könnten.

Zusätzlich zur Energiekrise wurde die Instabilität durch die Ernennung von Mojtaba Khamenei zum neuen Obersten Führer des Iran am selben Montag verstärkt, was auf eine Fortsetzung der harten Linie der Hardliner hindeutet. Die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) bestätigte umgehend ihre Loyalität zu dem 56-jährigen Sohn des verstorbenen Ayatollah Ali Khamenei. Diese politische Entwicklung im Iran, während der Konflikt bereits seinen zehnten Tag erreichte, erhöhte die Risikovermeidung der Anleger hinsichtlich einer langwierigen Auseinandersetzung.

Südkorea verzeichnete mit dem KOSPI-Index einen besonders starken Einbruch, der zeitweise die Acht-Prozent-Marke überschritt und um 10:31 Uhr Ortszeit einen 20-minütigen automatischen Handelsstopp, einen sogenannten Circuit Breaker, auslöste. Dies war der zweite Handelsstopp innerhalb von vier Handelstagen, nachdem der Index in der Vorwoche bereits einen Tagesverlust von über zwölf Prozent verzeichnet hatte. Schwergewichte der südkoreanischen Industrie, darunter Samsung Electronics und SK Hynix, verzeichneten Kursverluste zwischen zehn und zwölf Prozent. Die Konsequenzen zeigten sich auch auf den Devisenmärkten, wo der US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen auf Niveaus von 158,68 bis 158,69 Yen notierte, was Tiefstände für den Yen markierte, die zuletzt im Jahr 2009 beobachtet wurden.

Als Reaktion auf die akute Bedrohungslage verwiesen die Regierungen in Tokio und Seoul auf ihre nationalen Ölreserven, um selbst Lieferunterbrechungen von mehreren Wochen überbrücken zu können. Die G7-Finanzminister berieten sich am Montag in einer Telefonkonferenz, koordiniert von der Internationalen Energieagentur (IEA) unter ihrem Chef Fatih Birol, über eine mögliche Freigabe strategischer Ölreserven zur Abmilderung der Angebotsverknappung. Auch der Hang Seng in Hongkong und der Shanghai Composite verzeichneten Verluste, wenn auch in geringerem Umfang.

4 Ansichten

Quellen

  • Adnkronos

  • 日本経済新聞

  • 1News

  • Midland Daily News

  • CityNews Toronto

  • The Guardian

  • PBS News

  • The Hindu

  • Malay Mail

  • TribLIVE

  • Kpler

  • The Washington Post

  • The Times of Israel

  • Texas Public Radio

  • Trading Economics

  • The Guardian

  • Xinhua

  • Wikipedia

  • NIESR

  • Reddit

  • TradingKey

  • Google Search

  • Investing.com

  • 第一生命経済研究所

  • ChosunBiz

  • BeInCrypto Japan

  • TradingKey

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