Japanische Studie belegt: Ikigai reduziert Demenz- und Behinderungsrisiko

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Japanische Studie belegt: Ikigai reduziert Demenz- und Behinderungsrisiko-1

Das aus Japan stammende Konzept des Ikigai, sinngemäß als „Grund für das Sein“ übersetzt, erfährt weltweit Anerkennung für seinen positiven Einfluss auf Langlebigkeit und Vitalität im Alter. Aktuelle Forschungsergebnisse belegen eine signifikante Korrelation zwischen einem ausgeprägten Gefühl von Ikigai und substanziellen Gesundheitsvorteilen bei älteren Erwachsenen. Diese psychologische Verankerung des Lebenssinns wird von Wissenschaftlern als entscheidender Faktor für die Aufrechterhaltung der körperlichen Funktion angesehen, dessen Wirkung teilweise sogar die alleinige Bedeutung einer Diät übertreffen kann.

Eine spezifische, breit angelegte Längsschnittstudie, die Daten japanischer Erwachsener ab 65 Jahren analysierte, lieferte quantitative Belege für diese These. Teilnehmer, die im Jahr 2013 ein starkes Ikigai berichteten, wiesen über einen dreijährigen Beobachtungszeitraum ein um 36 Prozent reduziertes Risiko auf, an Demenz zu erkranken. Darüber hinaus zeigten diese Probanden ein um 31 Prozent geringeres Risiko, eine funktionale Behinderung zu entwickeln. Die Untersuchung wurde im Rahmen der Japan Gerontological Evaluation Study (JAGES) durchgeführt und berücksichtigte sozio-demografische Merkmale sowie frühere Gesundheitswerte aus dem Jahr 2010.

Ikigai ist ein vielschichtiges Konstrukt, das die harmonische Integration von Leidenschaft, Berufung, Beruf und dem, was die Welt benötigt, fördert. Es geht über das bloße Streben nach Glück hinaus und fokussiert auf die Schaffung von Einklang zwischen dem, was man liebt, worin man kompetent ist, und dem, was die Gemeinschaft als notwendig erachtet. Der Neurobiologe Ken Mogi definiert Ikigai als „den Grund, morgens aufzustehen“ und sieht es als ein Spektrum, das sich aus vielen kleinen, täglichen Freuden speist.

Die fortlaufende Beschäftigung mit dem eigenen Ikigai motiviert zu Aktivität und sozialer Interaktion, welche als fundamentale Säulen für die Verlängerung der sogenannten Gesundheitsspanne gelten. Die Forschung zeigt, dass ein ausgeprägtes Ikigai nicht nur die Lebenszufriedenheit und das Glücksempfinden steigert, sondern auch Hoffnungslosigkeit und depressive Symptome reduziert. Diese positiven psychologischen Effekte, die sich in einer erhöhten Teilnahme an Freizeitaktivitäten wie Hobbyclubs widerspiegeln, unterstreichen die salutogene Wirkung dieses Lebensprinzips.

Die Bedeutung psychosozialer Faktoren für die Langlebigkeit wird durch Vergleiche mit den sogenannten „Blue Zones“ untermauert, zu denen auch die japanische Insel Okinawa zählt. Während Ernährung und Genetik wichtige, aber begrenzte Faktoren darstellen, sehen Forscher wie die Altersforscherin Sabina Misoch von der OST – Ostschweizer Fachhochschule die psychosozialen Komponenten, insbesondere das gelebte Ikigai, als wesentlichen Beitrag zur außergewöhnlichen Vitalität der Okinawaner. Dieses Prinzip des Lebenssinns, welches den Menschen das Gefühl gibt, gebraucht zu werden und klare Verantwortlichkeiten bis weit ins hohe Alter hinein zu tragen, ist ein zentrales Element dieses ganzheitlichen Modells gesunden Alterns.

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Quellen

  • Grazia.fr

  • NEW TIMES MAGAZINE

  • YouTube

  • The Times of India

  • Psychology Today

  • Forbes

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