Gesundheitsstreben treibt moderne Fastentrends jenseits religiöser Wurzeln

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Die zeitgenössische Praxis des Fastens hat sich signifikant von ihren historischen religiösen Ursprüngen entfernt und wird heute primär durch das Streben nach gesundheitlicher Optimierung, der Abkehr von übermäßigem Konsum und der Kultivierung von Achtsamkeit angetrieben. Diese Verschiebung signalisiert einen breiteren gesellschaftlichen Wandel hin zu bewusster Lebensführung und persönlicher Verbesserung. Aktuelle Erhebungen untermauern diese Entwicklung: 70 Prozent der Befragten halten Fasten aus medizinischer Sicht für plausibel, wobei diese Überzeugung bei der jungen Bevölkerungsgruppe der 18- bis 29-Jährigen sogar 85 Prozent erreicht. Diese Daten belegen die hohe Attraktivität des Konzepts für jüngere, gesundheitsbewusste Demografien.

Die spezifischen Verzichtsziele für das Jahr 2026 spiegeln die modernen Prioritäten wider, wobei Alkohol mit 75 Prozent der Nennungen die Spitzenposition einnimmt, dicht gefolgt von Süßigkeiten mit 71 Prozent und Fleisch mit 52 Prozent. Interessanterweise korreliert die Bereitschaft, auf Fleisch zu verzichten, stark mit dem Alter und dem Bildungsniveau; jüngere und besser ausgebildete Gruppen zeigen eine höhere Akzeptanz für diesen spezifischen Verzicht. Während 66 Prozent der unter 30-Jährigen den Fleischverzicht in Erwägung ziehen, sind es bei den über 60-Jährigen nur 48 Prozent. Im Vergleich zu 2013, als nur 51 Prozent einen gezielten Verzicht befürworteten, zeigt sich ein deutlicher Anstieg der Zustimmung über die Jahre hinweg.

Führende Beobachter klassifizieren die moderne Fastenbewegung als ein Phänomen der Prosperität, das häufig von gebildeten, urbanen Individuen praktiziert wird, die nach Kontrolle über potenziell süchtig machende Verhaltensweisen suchen, sei es im Umgang mit Nahrungsmitteln oder digitalen Geräten wie dem Smartphone. Die Allgegenwart digitaler Technologie, wobei der durchschnittliche Nutzer sein Smartphone etwa alle zwölf Minuten entsperrt, verstärkt das Bedürfnis nach einem „Digital Detox“. Diese Auszeit von permanenten Reizen, die auch als Medienfasten bezeichnet wird, gewinnt neben dem Ernährungsverzicht an Bedeutung.

Das Spektrum der angewandten Methoden ist breit gefächert und umfasst etablierte Praktiken wie das Intervallfasten, das durch Phasen der Nahrungsaufnahme und -karenz gekennzeichnet ist, bis hin zu modernen Konzepten wie dem Digital Detox und der achtsamen Nahrungsaufnahme. Während das Intervallfasten, oft als 16:8-Methode praktiziert, als gut erforscht und sicher gilt, bewerten Experten die Akuteffekte auf Stoffwechsel und Gewicht als begrenzt im Vergleich zu strengeren Formen wie dem Heilfasten. Dennoch wird es als alltagstauglicher Einstieg in eine gesündere Ernährungsweise angesehen, die zur Prävention altersbedingter Erkrankungen beitragen kann.

Der Trend geht weg von zu strengen, unflexiblen Ansätzen hin zu „smarten, funktionalen Fastenansätzen“, die sich nahtlos in den Lebensstil integrieren lassen, was sich in einem Wachstum von 2.568 Prozent für alltagstaugliche Lifestyle-Routinen im Fastenbereich manifestiert. Während traditionelle Verzichtsformen wie Klima- oder Konsumfasten an Aufmerksamkeit verlieren, gewinnen Methoden, die den Kopf „entlasten“, wie der bewusste Verzicht auf Smartphone und soziale Medien, an Zugkraft. Die DAK-Gesundheit befragte Anfang Februar 2026 bundesweit 1.001 Personen ab 18 Jahren, um diese Trends zu quantifizieren, was die breite gesellschaftliche Relevanz dieser Selbstoptimierungsstrategien unterstreicht. Die christliche Fastenzeit 2026 begann am Aschermittwoch, dem 18. Februar, und endet am 4. April.

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Quellen

  • Donaukurier

  • DAK-Studie: Fasten bleibt bei jungen Menschen beliebt

  • Radio Bochum

  • ANTENNE BAYERN

  • Der Patriot

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