Plötzliche Absage: Selenskyjs Treffen mit US-Delegation nach Moskau-Reise gestrichen
Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich
Die für den 3. Dezember 2025 angesetzte Begegnung zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und einer amerikanischen Delegation, die gerade aus Moskau zurückkehrte, wurde unerwartet abgesagt. Diese kurzfristige Entscheidung sorgte in diplomatischen Kreisen für Aufsehen. Die Annullierung erfolgte unmittelbar nach den intensiven Verhandlungen in der russischen Hauptstadt, wobei offizielle Stellen zunächst keine unmittelbare Begründung für die Terminverschiebung lieferten.
Die amerikanische Verhandlungsgruppe setzte sich aus dem Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner, dem Schwiegersohn des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, zusammen. Bereits am Dienstag, dem 2. Dezember 2025, hatten sie im Kreml fast fünfstündige Konsultationen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin abgehalten. Im Zentrum der Gespräche stand der amerikanische Friedensplan für die Ukraine. Der Berater des russischen Präsidenten, Juri Uschakow, bezeichnete diese Gespräche zwar als „konstruktiv, sehr nützlich und inhaltsreich“, merkte jedoch an, dass „kein Kompromiss“ erzielt wurde. Uschakow bestätigte, dass die „Essenz“ der amerikanischen Dokumente erörtert wurde, wobei Moskau einige Aspekte des Plans akzeptierte, andere jedoch ablehnte.
Quellen, die den Verhandlungen nahestehen, berichteten, dass die Hauptstreitpunkte drei „harten“ Forderungen Russlands zuzuordnen seien: die Frage des Status der Gebiete im Donbass, die Begrenzung der Truppenstärke der ukrainischen Streitkräfte sowie die Anerkennung der territorialen Ansprüche Russlands. Ursprünglich umfasste der amerikanische Friedensplan, der Kiew vorgelegt wurde, 28 Punkte. Nach den Beratungen in Genf mit der ukrainischen Seite wurde dieser jedoch auf 19 Punkte reduziert, um den nationalen Sicherheitsinteressen Rechnung zu tragen.
Nach Informationen europäischer Flugsicherungsstellen nahm das Flugzeug der amerikanischen Vertreter Kurs direkt auf Washington, ohne Zwischenstopps in Europa einzulegen. Analysten sehen darin ein Indiz für die Dringlichkeit einer internen Überprüfung der Ergebnisse der Moskauer Runde, bevor weitere Schritte unternommen werden. Der Journalist Alex Raufoglu meldete die Absage des Treffens in Brüssel und die Rückkehr von Präsident Selenskyj in die Ukraine.
Angesichts der Absage wird der Leiter der ukrainischen Friedensverhandlungsdelegation, Rustem Umerow, wie bestätigt wurde, zunächst Beratungen mit Sicherheitsberatern europäischer Staaten in Brüssel führen. Erst danach wird er in die Vereinigten Staaten reisen, um die Resultate der Moskauer Konsultationen zu erörtern. Präsident Selenskyj hatte zuvor seine Bereitschaft zu einem persönlichen Treffen mit Präsident Trump signalisiert, falls die US-russischen Konsultationen erfolgreich verlaufen würden. Die ukrainische Seite wird demnach die Vorbereitung eines neuen Treffens mit Vertretern der Trump-Administration bekannt geben, sobald entsprechende Signale vorliegen.
Dieses diplomatische Vorgehen, ungeachtet der in Moskau geäußerten Bekundungen der „Konstruktivität“, verdeutlicht die weiterhin bestehende erhebliche Kluft in den Positionen der Parteien zu grundlegenden Fragen der Konfliktlösung. Die Bemühungen um eine Annäherung im Rahmen des amerikanischen Friedensplans dauern an und erfordern eine fortlaufende Feinabstimmung der jeweiligen Standpunkte.
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Quellen
NIEZALEZNA.PL
WP Wiadomości
Wiadomości WP
Interia Wydarzenia
Rzeczpospolita
Gazeta Wyborcza
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