Verhandlungen in Moskau abgeschlossen: US-Delegation trifft Putin im Vorfeld des Abu-Dhabi-Gipfels
Bearbeitet von: Svetlana Velgush
Am 22. Januar 2026 bildete der Kreml die Kulisse für hochrangige bilaterale Verhandlungen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Steve Witkoff, dem Sondergesandten der Vereinigten Staaten von Amerika. Dieses Treffen unterstreicht die intensiven diplomatischen Bemühungen zwischen Moskau und Washington in einer politisch höchst sensiblen Phase, während sich die internationale Gemeinschaft auf weitere Vermittlungsschritte vorbereitet.
Die amerikanische Mission war hochkarätig besetzt: Neben dem Sondergesandten Steve Witkoff nahmen Jared Kushner, der Schwiegersohn und dienstälteste Berater von Präsident Donald Trump, sowie Josh Gruenbaum an den Gesprächen teil. Gruenbaum bekleidet seit dem 16. Januar 2026 die Position des leitenden Beraters im neu geschaffenen „Friedensrat“ für Gaza-Angelegenheiten. Der Austausch, der bereits den siebten direkten Kontakt zwischen Witkoff und dem russischen Staatschef markierte, erstreckte sich über einen Zeitraum von etwa vier Stunden und verdeutlichte die Tiefe der aktuellen diplomatischen Kanäle.
Juri Uschakow, der Berater des russischen Präsidenten, charakterisierte die geführten Diskussionen als „außerordentlich gehaltvoll, konstruktiv sowie von großer Offenheit und gegenseitigem Vertrauen geprägt“. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Gespräche lag auf der detaillierten Auswertung der jüngsten Interaktionen zwischen der US-Regierung und der ukrainischen Staatsführung, die unter anderem im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos zwischen Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj stattgefunden hatten. Uschakow stellte dabei klar, dass eine langfristige Friedenslösung zwingend die Klärung der territorialen Fragen auf Basis der zuvor vereinbarten „Anchorage-Formel“ voraussetzt. Steve Witkoff hatte im Vorfeld bereits angedeutet, dass sich der gesamte Verhandlungsprozess mittlerweile auf die Klärung einer einzigen, entscheidenden Kernfrage zugespitzt hat.
Infolge der Konsultationen in der russischen Hauptstadt erhielt die Delegation von Präsident Putin spezifische Direktiven für das erste tridimensionale Treffen der Sicherheitsarbeitsgruppe. Diese Zusammenkunft ist für den 23. Januar 2026 in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten angesetzt. Die russische Vertretung wird bei diesem wichtigen Gipfel von Admiral Igor Kostjukow, dem Chef des Militärgeheimdienstes GRU, geleitet, wobei auch hochrangige Vertreter des Verteidigungsministeriums der Gruppe angehören. Laut Angaben von Uschakow war die Organisation dieses Treffens maßgeblich auf die intensiven Bemühungen der US-Seite zurückzuführen.
Parallel zu den Sicherheitsgesprächen wird in Abu Dhabi eine Sitzung der bilateralen Wirtschaftskommission stattfinden. Dabei wird Kirill Dmitrijew, der russische Sonderbeauftragte für Investitionen und wirtschaftliche Kooperation, erneut mit Steve Witkoff zusammentreffen. Die Präsenz von Josh Gruenbaum, dem Kommissar des US-Bundesbeschaffungsamtes, bei den vorangegangenen Gesprächen in Moskau unterstreicht die wachsende Bedeutung wirtschaftlicher Rahmenbedingungen innerhalb des umfassenden Friedensplans. Diese Entwicklungen fallen zeitlich mit dem herannahenden vierten Jahrestag des Beginns der großangelegten Invasion in der Ukraine zusammen, was den Druck auf eine baldige Lösung erhöht.
Die aktive Einbindung von Jared Kushner an diesen Verhandlungen, während er gleichzeitig an einem ökonomischen Konzept für den Gazastreifen arbeitet, verdeutlicht das weitreichende diplomatische Mandat, das ihm von der Trump-Administration übertragen wurde. In diesem Zusammenhang bekundete Russland offiziell die Bereitschaft, nach der Unterzeichnung eines endgültigen Abkommens eine Summe von einer Milliarde US-Dollar aus den derzeit eingefrorenen Vermögenswerten an den von Trump initiierten „Friedensrat“ zu transferieren, um den Wiederaufbau und die Stabilität in der Region zu unterstützen.
22 Ansichten
Quellen
Sputnik International
The Kyiv Independent
Anadolu Ajansı
Jared Kushner - Wikipedia
Steve Witkoff - Wikipedia
Xinhua
Weitere Nachrichten zu diesem Thema lesen:
Haben Sie einen Fehler oder eine Ungenauigkeit festgestellt?Wir werden Ihre Kommentare so schnell wie möglich berücksichtigen.
