Rekorde und historische Meilensteine: Die 68. Grammy Awards im Überblick
Bearbeitet von: Svetlana Velgush
Am 1. Februar 2026 verwandelte sich die Crypto.com Arena in Los Angeles erneut in das Epizentrum der Musikwelt, als die 68. jährlichen Grammy Awards verliehen wurden. Zum bereits 23. Mal diente diese prestigeträchtige Spielstätte als Kulisse für die feierliche Gala, die live vom Sender CBS übertragen wurde. Durch den Abend führte zum sechsten Mal in Folge der südafrikanische Komiker Trevor Noah, der in seiner Moderation eine bedeutende Ära ansprach: Dies war die letzte Ausstrahlung der Show auf CBS, bevor die Übertragungsrechte im Jahr 2027 an die Disney-Plattform übergehen. Ausgezeichnet wurden die herausragendsten musikalischen Leistungen, die zwischen dem 31. August 2024 und dem 30. August 2025 veröffentlicht wurden, basierend auf der Auswahl der Mitglieder der National Academy of Recording Arts and Sciences.
Der unbestrittene Triumphator des Abends war der US-Rapper Kendrick Lamar, der insgesamt fünf der begehrten goldenen Grammophone mit nach Hause nehmen durfte. Besonders hervorzuheben sind seine Siege in den Kategorien „Aufnahme des Jahres“ für das gemeinschaftliche Werk „luther“ mit SZA sowie „Bestes Rap-Album“ für seine Platte „GNX“. Mit diesen Erfolgen schraubte Lamar sein Gesamtkonto auf beeindruckende 26 Grammys hoch. Damit überholte er Jay-Z, der bei 25 Auszeichnungen steht, und ist nun offiziell der am häufigsten ausgezeichnete Rapper in der Geschichte der Verleihung. Auch die Produzentin Roschwita Bacha, bekannt als Roselila, wurde für ihre Arbeit an „luther“ gewürdigt, da der Track zusätzlich den Preis für die „Beste Melodic-Rap-Darbietung“ erhielt.
Ein wahrhaft historischer Moment ereignete sich, als der puerto-ricanische Superstar Bad Bunny die Bühne betrat. Sein Werk „Debí Tirar Más Fotos“ wurde als „Album des Jahres“ ausgezeichnet – ein Meilenstein, da es das erste Mal in der Geschichte der Grammys ist, dass ein rein spanischsprachiges Album diese höchste Ehre erhält. Dieser Sieg unterstreicht eindrucksvoll die wachsende globale Dominanz lateinamerikanischer Musikstile. Bad Bunny nutzte seine Dankesrede zudem für eine klare gesellschaftspolitische Botschaft: „Bevor ich Gott danke, möchte ich eines sagen: ICE muss gehen“, erklärte er in Anspielung auf die US-Einwanderungsbehörde. Zusätzlich zu dem Hauptpreis sicherte sich sein Album die Trophäe in der Kategorie „Bestes Musica-Urbana-Album“.
Die Geschwister Billie Eilish und Finneas setzten ihre beispiellose Erfolgsserie fort und gewannen für ihre Komposition „Wildflower“ den Preis für den „Song des Jahres“. Dies markierte bereits ihren dritten Sieg in dieser prestigeträchtigen Kategorie. Auch sie nutzten die weltweite Aufmerksamkeit für ein politisches Statement und trugen „ICE Out“-Anstecker auf der Bühne. In ihrer Ansprache betonten sie: „Niemand ist illegal auf gestohlenem Land.“ Ein weiteres Highlight war die Auszeichnung der britischen Sängerin Olivia Dean als „Beste neue Künstlerin“. Sichtlich bewegt erklärte sie in ihrer Rede: „Ich stehe hier als Enkelin eines Einwanderers. Ich bin das Produkt von Mut.“
Die Zeremonie bot zudem zahlreiche emotionale Höhepunkte und künstlerische Rückkehrer. Justin Bieber feierte nach einer vierjährigen Bühnenabstinenz sein Comeback und präsentierte seine neue Single „YUKON“. Ein besonders seltener Moment war der Auftritt von Lauryn Hill, die nach 25 Jahren erstmals wieder im Rahmen eines Tributes für die im Jahr 2025 verstorbenen Künstler auf der Bühne stand. Die Recording Academy führte zudem zwei neue Kategorien ein: „Bestes traditionelles Country-Album“ und „Bestes Album-Cover“. Letztere Auszeichnung ging an Tyler, The Creator für sein Album „Chromakopia“.
Schließlich gab es auch einen bedeutenden Erfolg für die Filmwelt zu vermelden. Der legendäre Regisseur Steven Spielberg trat dem exklusiven Kreis der EGOT-Gewinner bei. Er erhielt einen Grammy in der Kategorie „Bester Musikfilm“ für die Dokumentation „Music by John Williams“. Spielberg ist damit erst die 22. Person überhaupt, die den prestigeträchtigen Status erreicht hat, alle vier großen US-Unterhaltungspreise gewonnen zu haben. Diese 68. Verleihung wird somit nicht nur wegen der musikalischen Exzellenz, sondern auch wegen ihrer historischen Rekorde und starken Botschaften in Erinnerung bleiben.
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Quellen
NRC
Grammys 2026: Bad Bunny Wins Album Of The Year As He And Others Call Out ICE
Everything that happened at the 2026 Grammys - Los Angeles Times
Who won Grammy Awards for 2026? See the full winners list here - CBS News
Kendrick Lamar and SZA's 'Luther' wins Grammy for record of the year - Los Angeles Times
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